Durch die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Eschbronn steigen bei der Gemeinde die Abschreibungen deutlich. Dies hat Einfluss auf den Haushaltsausgleich. Foto: Herzog

Die Gemeinde Eschbronn geht vorsichtig ins neue Haushaltsjahr. Besonders die schwankende Gewerbesteuer macht Sorgen.

Eschbronn-Mariazell. - Die Gemeinde Eschbronn wird aufgrund steigender Abschreibungen in den kommenden Jahren den doppischen Haushaltsausgleich kaum schaffen. Hierzu tragen die volatilen Gewerbesteuereinnahmen wesentlich bei.

Bei der Vorstellung des Haushaltsplan-Entwurfs für das Jahr 2022 legte Bürgermeister Franz Moser in der Sitzung des Gemeinderats den Schwerpunkt zunächst auf die geplanten Investitionen. Diese liegen mit 3,6 Millionen Euro exakt so hoch wie vor einem Jahr.

Löwenanteil bei Erschließungen

Den Löwenanteil verschlingen die drei Erschließungsmaßnahmen Wohngebiet "Sternendachsbühl-Süd" (1,25 Millionen Euro), Gewerbegebiet "Ob Heckenwald" (740.000 Euro) und Wohngebiet "Brenntenwald" (200.000 Euro). Hierfür müssen Grundstücke für rund 250.000 Euro erworben werden. Beim Radweg Sulgen-Eschbronn werden Auszahlungen in Höhe von 500.000 Euro kalkuliert. Für den Umbau der Grundschule Locherhof in einen Kindergarten, beziehungsweise Neubau wird eine Planungsrate von 100.000 Euro eingestellt. Der nachträgliche Einbau einer Lüftungsanlage in die sanierte Grundschule Eschbronn kostet 188.000 Euro. Bei dieser Maßnahme kann die Gemeinde mit einer Förderung von 150.000 Euro rechnen. Bei Grundstücksverkäufen will die Gemeinde Einnahmen von circa 750.000 Euro erzielen. Da zum jetzigen Zeitpunkt das Ergebnis der beantragten Zuschüsse, wie beim Radweg, noch nicht feststeht, ergibt sich aktuell beim investiven Finanzhaushalt ein Zahlungsmitteldefizit von 2,51 Millionen Euro.

Höhere Zuweisungen

Auf der Ertragsseite im Ergebnishaushalt wird mit höheren Schlüsselzuweisungen gerechnet, weil die Steuerkraftsumme in 2020 gefallen ist. "Unser Haushalt war leider nicht Corona-resistent. Wir haben das im vergangenen Jahr nicht so stark gespürt, weil wir sehr vorsichtig geplant und mit einem Nachtragshaushalt gegengesteuert haben", erläuterte der Bürgermeister.

Vor allem die Gewerbesteuereinnahmen seien von Corona durcheinandergewirbelt worden. Durch den Einbruch in 2020 auf 432.000 Euro sei für das laufende Jahr nur mit 400.000 Euro kalkuliert worden. Tatsächlich könne nun mit 678.000 Euro gerechnet werden. Deshalb werde der Wert für 2022 etwas optimistischer angesetzt. Bei den Personalausgaben werde mit einem Anstieg um 90.000 Euro auf knapp 1,2 Millionen Euro ausgegangen. Durch die in den vergangenen Jahren umgesetzten Investitionen stiegen die Abschreibungen erheblich. "Wir werden zukünftig, wie manch andere Gemeinden auch, in die Situation kommen, dass wir im Ergebnishaushalt den Ausgleich nicht schaffen werden und die Haushaltssituation problematischer wird", befürchtet Moser. Da einerseits Einzahlungen früher eingegangen seien als geplant, manche Auszahlungen aber erst in 2022 anstünden, sei die Liquiditätsplanung etwas aus den Fugen geraten.

Liquidität eine Momentaufnahme

Der derzeitige Kassenstand von 2,7 Millionen Euro bedeute nur eine Momentaufnahme und täusche über die tatsächliche Finanzsituation hinweg. "Wir werden mit dem vorgenommenen Investitionsprogramm an unsere finanziellen Grenzen kommen und eine bereits im Haushalt 2021 eingeplante Kreditneuaufnahme von einer Million Euro in Anspruch nehmen müssen. Das ist aber nicht weiter schlimm, weil wir einen Gegenwert schaffen, den wir wieder veräußern wollen", beruhigte der Bürgermeister. Einstimmig billigte der Gemeinderat das vorgestellte Investitionsprogramm. Nach einem Abstimmungsgespräch mit der Rechtsaufsichtsbehörde soll der Haushaltsplan 2022 in der letzten Jahressitzung am 14. Dezember endgültig beraten und beschlossen werden.