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Corona-Fall an Schule Lage in Höfen besonders kompliziert

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Die "Schule auf dem Berg" ist verwaist: Sie bleibt bis einschließlich 16. November geschlossen. Foto: Kugel

Noch bis einschließlich Montag, 16. November, bleibt die "Schule auf dem Berg" geschlossen. Nachdem eine Schülerin positiv auf Covid-19 getestet wurde, müssen drei Lehrerinnen und drei Schulklassen in Quarantäne. Dass Gesundheitsämter  zweier Landkreise involviert sind, macht den Fall noch komplizierter. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+) Artikel.

Höfen - "Die Grundschule bleibt leider bis einschließlich 16.11.2020 geschlossen", steht auf dem Schild, das am Eingang der Höfener Grundschule hängt. Die Entscheidung zur Schließung fiel am Montag, nachdem bekannt wurde, dass ein Mädchen mit dem Coronavirus infiziert ist.

Lage ist derzeit kompliziert

Von den Auswirkungen der Schulschließung einmal abgesehen, zeigt der Fall in Höfen, wie kompliziert die Lage angesichts der stark steigenden Infektionszahlen derzeit ist. Verkompliziert wird sie noch, weil Gesundheitsämter zweier Landkreise involviert sind. Sie "ticken" unterschiedlich, meint Höfens Bürgermeister Heiko Stieringer, zudem sei manches wohl personell bedingt. Sprich: Die Mitarbeiter der Behörde kommen nicht mehr hinterher mit der Ermittlung und Benachrichtigung von Kontaktpersonen.

Das Mädchen und seine Mutter hatten jedenfalls erfahren, dass sie Kontakt mit einer Person aus dem Enzkreis, die Corona positiv getestet wurde, hatten. Sie wurden von dieser Person direkt informiert – noch bevor das Gesundheitsamt in Pforzheim sich bei den Kontaktpersonen meldete. So schildert es der Rathaus-Chef.

Mädchen hatte keine Symptome

Die Mutter wiederum wendete sich ans für sie zuständige Calwer Gesundheitsamt und drängte auf einen Test. Was schwierig ist, solange sie dort nicht als Kontaktperson bekannt ist. Darüber hinaus habe das Mädchen keine Symptome gezeigt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Tests gerade ohnehin knapp seien, und "die Labore sind komplett überfordert", sagt Stieringer.

Doch die Mutter setzte sich durch, der Test fand am vergangenen Donnerstag doch noch statt. Erst am Montag lag das Ergebnis vor. Nachdem die Schule informiert wurde, fand um 16.30 Uhr ein Krisengespräch statt, berichtet Heiko Stieringer. "Das war jetzt gestern schon ein Überraschungsmoment", gesteht er. Insgeheim habe man sich zwar schon auf solch einen Fall vorbereitet, doch wenn die Nachricht dann nach Schulschluss aufploppe, sei es schwierig, alle Betroffenen zu erreichen. Nach der Besprechung "hat sich das Rad in Bewegung gesetzt".

Infiziertes Kind war tagelang im Unterricht

Die "Schule auf dem Berg" trifft dieses Ereignis auch deshalb hart, weil die Schulleiterstelle nicht besetzt ist. Die langjährige Rektorin Margrit Dittus wurde vor den Sommerferien in den Ruhestand verabschiedet, ihr Posten wird wohl erst Anfang nächsten Jahres besetzt.

Die Dauer der Schließung errechnet sich folgendermaßen: Vom Tag des Tests am 5. November wird noch einmal 48 Stunden zurückgegangen, das wäre dann der 3. November, erklärt der Bürgermeister. Ab da laufen die 14 Tage Quarantäne. Das heißt, der Unterricht an der Grundschule beginnt wieder am 17. November. Es bedeutet aber auch, dass das infizierte Kind – auch weil das Ergebnis nicht so schnell feststand – tagelang im Unterricht war.

Bürgermeister spricht von "Glück im Unglück"

Heiko Stieringer spricht trotzdem von "Glück im Unglück". Denn hätten Mutter und Tochter nicht auf einen Test gedrängt, wäre die Infektion womöglich gar nicht bekannt geworden. In der Folge sind von den insgesamt vier Klassen, rund 65 Kinder besuchen die Grundschule, drei in Quarantäne. Die Schüler der Stufe vier sind ebenfalls zu Hause – aber nur, weil nicht mehr genug Lehrer da sind, um Unterricht zu halten. Sie hatten keinen Kontakt zu dem Mädchen. Drei von insgesamt fünf Pädagogen befinden sich in Quarantäne, dazu zwei Mitarbeiterinnen der Schulkindbetreuung und eine hauswirtschaftliche Kraft.

Das Kind hatte die Betreuung besucht, bei der drei Klassen zusammentreffen. Das lässt sich schlicht nicht verhindern. "Wir sind da oben so eine kleine Schule", sagt Heiko Stieringer, da gebe es gar nicht genug Räume, um alle Gruppen voneinander zu trennen. Darüber hinaus fehlt dem Bürgermeister das Verständnis dafür, dass die Schulträger sich so anstrengen sollen: "Wenn ich da sehe, wie sich die Kinder in Bahnen und Busse reinstopfen."

Die Gemeinde ist gerade dabei, die Schule digital nach vorne zu bringen. Starkes WLAN sei überall installiert. Nun wartet sie darauf, dass die bestellten Tablets eintreffen, die über den Digitalpakt des Bundes finanziert werden. Kinder, die zu Hause keinen Zugriff auf einen Computer haben, sollen diese Geräte ausleihen könnnen, wenn Unterricht aus der Ferne nötig wird.

Das funktioniert momentan noch nicht. Allerdings meint Heiko Stieringer, dass eine Lehrerin Material zusammengestellt habe, das den Schülern zukommen soll. Und es könnte vielleicht eine Art Notbetreuung für Kinder geben, die gerade ohne Quarantäne zu Hause sind, aber deren Eltern arbeiten müssen. Es gibt also genug zu tun – auch wenn die Schule geschlossen ist.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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