Die Gemeinde hat vorgesorgt: Sogenannte "Lolli-Tests" stehen in ausreichender Anzahl zur Verfügung. (Archiv) Foto: Maier

Noch vor wenigen Tagen lag die Gemeinde Dunningen kreisweit im Spitzenfeld der Corona-Infektionen. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Grund genug für Bürgermeister Peter Schumacher, im Gemeinderat noch einmal auf die Pandemie-Situation einzugehen.

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Dunningen - In den vergangenen Tagen habe es in der Gemeinde nur sehr vereinzelte Infektions-Fälle gegeben, konnte Schumacher am Montagabend verkünden. Die Lage habe sich "relativ gut eingependelt". Am Dienstag gab es in Dunningen nur noch vier aktive Fälle.

"Damit haben wir wieder ein gutes Niveau erreicht", so Schumacher, nachdem man zwischenzeitlich mit an der Spitze gelegen habe. Teilweise habe das Personal der Kindergärten bis zu vier Wochen in Quarantäne verbracht. Seit Anfang des Jahres testeten sich die Mitarbeiter der Betreuungseinrichtungen selbst.

Inzwischen sei er hoffnungsfroh, dass die Kindergärten in der nächsten Woche wieder in den Regelbetrieb gehen könnten, und nach den Pfingstferien der Unterricht an den Schulen wieder regulär aufgenommen werden könne. "Wenn denn die Zahlen niedrig bleiben", fügt der Bürgermeister hinzu.

Appell an die Eltern

Einen dringenden Appell richtete Schumacher am Montag an die Eltern der Kindergartenkinder, diese regelmäßig zu testen. Die Gemeinde habe sogenannte "Lolli-Tests" besorgt, die die Eltern auch im Kindergarten abholen können. "Die reichen bei zwei Tests pro Kind und Woche bis zu den Sommerferien."

Er sei allerdings im Gegensatz zu manchen Kollegen der Meinung, dass eine Testpflicht in den Kindergärten trotz des Hausrechts rechtlich nicht zulässig sei. Eine solche Testpflicht vor Ort werde von vielen Eltern ohnehin kritisch gesehen. Umso wichtiger sei es, dass die Eltern ihre Kinder zu Hause testeten.

Wo liegt der Sinn?

Und doch, Wolfgang Gerst fand trotzdem nicht alles gut. Dass die beiden Schulen in der Gemeinde für lediglich einen Tag geöffnet waren, hielt er für nicht effektiv. "Macht das überhaupt Sinn?", fragte er in die Runde. Peter Schumacher fand schon. "Wir müssen das anbieten", so der Bürgermeister, und das nicht nur im rechtlichen, sondern auch im moralischen Sinne.

Letztendlich fällten die Schulleitungen die Entscheidung, aber er stehe mit Markus Streule (Grundschule) und Katharina Hirt (Eschachschule) im ständigen Austausch, und bei der selbst kurzzeitigen Öffnung sei man sich einig gewesen. Die beiden Schulleiter hätten sobald wie möglich wieder Normalität für die Schüler bieten wollen. Dass es schließlich nur der Mittwoch und der Freitag geworden seien, liege daran, dass der Landkreis bei den Inzidenzzahlen um die 150 "ungut" erwischt worden sei. In anderen Gemeinden seien die Schulen gar nicht erst geöffnet worden.

Flickenteppich im Kreis

Ganz anderer Meinung als Gerst war Martin Benner. Er sei den Schulen regelrecht dankbar, dass sie den Unterricht ermöglicht hatten. "Die Kinder wollen raus, wollen Normalität erleben. Ihnen hat selbst dieser eine Tag gutgetan." Und weiter: "Ich fand’s gut." Wolfgang Gerst ruderte ein Stückchen zurück: Seine Äußerung sei natürlich nicht als Kritik an den Schulleitungen gemeint gewesen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung verweist Schumacher noch auf eine bemerkenswerte Entwicklung. Die Entscheidungskompetenz sei seit Beginn der Pandemie immer weiter nach unten gewandert. Habe zu Anfang das Land beinahe alles bestimmt, fielen Entscheidungen jetzt "an der Basis" in den Gemeinden.

Dennoch gebe es bei jeder Entscheidung sowohl eine Gruppe in der Bevölkerung, die diese unterstütze, als auch eine Gruppe, die sie kritisiere. Und da sich die Bürgermeister nicht mehr hinter Entscheidungen des Landes verstecken könnten, bekämen sie mitunter ganz schön Gegenwind ab.

Auf der einen Seite könne man auf neue Entwicklungen flexibel reagieren, auf der anderen Seite entstehe durchaus der Eindruck eines Flickenteppichs. Und dieser Flickenteppich bestehe bei bestimmten Entscheidungen sogar innerhalb des Kreises, so der Bürgermeister abschließend.

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