25 Bürger waren zur Gemeinderatssitzung gekommen, um Bedenken, Fragen und Wünsche zum geplanten Containerdorf zu äußern. Foto: Ortmann

Dass 25 Einwohner zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Pfalzgrafenweiler gekommen waren, steht sinnbildlich für die Brisanz des Themas, das ganz oben auf der Tagesordnung stand – es ging erneut um das Containerdorf für Flüchtlinge auf dem Festplatz Bühl.

Pfalzgrafenweiler - Bevor die Einwohner Bedenken, Fragen und Wünsche äußern konnten, versuchte Bürgermeister Dieter Bischoff noch einmal, für das Thema zu sensibilisieren: "Es ist eine völlig neue Situation, mit der wir alle umgehen müssen", sagte er in Hinblick auf die Zahl der Geflüchteten, die den Landkreis Freudenstadt erreicht haben. Diese sei noch größer als in der Flüchtlingskrise 2015/2016. Trotz des vielen Wohnraums, der angeboten wurde, gebe es hier ein erhebliches Defizit.

"Worst-Case" vermeiden

Der Landkreis will mit Containern Abhilfe schaffen. Damit soll der "Worst-Case" – die Unterbringung in Turnhallen – vermieden werden, wie Benjamin Geigl, Dezernent für Soziales, Jugend, Integration und Gesundheit beim Landratsamt, den Zuhörern erklärte.

Zwei der Container sollen in Pfalzgrafenweiler auf dem Festplatz Bühl platziert werden und 60 Personen aus unterschiedlichen Herkunftsländern unterbringen. Die Container sind für zwei Jahre angemietet, mit der Option auf ein weiteres Jahr. "Wir hoffen, dass wir sie nicht so lange brauchen, aber ich kann keine Versprechungen machen", sagte Geigl. Ein Container sei jedenfalls kein dauerhaftes Bauwerk, versicherte er.

Der Standort sei alternativlos, berichtete Bischoff. 2000 Quadratmeter Fläche, möglichst eben, mit Frisch- und Abwasserleitung sowie Stromanschluss waren die Anforderung – "da bleiben nicht viele Flächen übrig", sagte Bischoff.

Er erklärte zudem, dass die vier Kastanienbäume nicht wegen der Container gefällt werden müssen, sondern diese bereits 2019 als standgefährdet eingestuft worden sind. Da auf dem Gelände seitdem keine Veranstaltungen stattfanden, habe man auf eine Fällung verzichtet, die Bäume aber jährlich geprüft. Nun sollen diese entfernt und im Zuge dessen 16 Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.

Thema Sicherheit beschäftigt Bürger

Für einen der Zuhörer ist diese Ausgleichsmaßnahme nicht ausreichend. Bei all den Krisen habe man eine vergessen, sagte er – die Klimakrise. Die Neupflanzungen würden den ökologischen Wert der alten Bäume nicht ausgleichen. Hauptamtsleiter Marco Kaupp versprach ihm, dass man in Zukunft weitere Maßnahmen ergreifen und den Festplatz entsprechend aufwerten werde.

Unmut gab es aus dem Publikum auch über die Wahl des Standorts. Bischoff wies erneut auf die Anforderungen hin. Da auch die Zuhörer keine Alternativen nennen konnten, ging Bischoff zur nächsten Frage über.

Eine Frau erkundigte sich, ob die Kanalisation in der Nähe des Festplatzes überhaupt für derart viele Menschen ausgelegt sei – in der Vergangenheit habe es dort schon oft Probleme gegeben. "Das Thema nehmen wir mit", antwortete Bischoff.

Die weiteren Wortmeldungen drehten sich vor allem um das Thema Sicherheit. Ob es eine Security gebe, fragte eine Frau. "Ich will nichts beschreien, aber ich habe auch Angst", sagte sie. Geigl entgegnete, dass das Landratsamt mit derartigen Unterkünften bereits gute Erfahrungen gemacht habe. "Man kommt auch ohne Security aus", so sein Fazit. Auf erneute Nachfrage eines Bürgers sagte er, dass auch bei Unterkünften mit bis zu 100 Flüchtlingen "nichts passiert" sei.

Beschluss bei zwei Enthaltungen

Der Gemeinderat stimmte bei zwei Enthaltungen der Aufstellung der beiden Containermodule auf dem Festplatz zu.