Sieht nicht schön aus, ist unhygienisch, zieht womöglich Tiere an und ist angesichts bestehender Entsorgungsmöglichkeiten absolut überflüssig: Müll vor Altkleidercontainern, so wie hier in Ringingen. Die frühere Einnahmequelle bereitet zunehmend Sorge, sagt Peter Spallinger, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Burladingen-Ringingen. Foto: Matthias Badura

In Ringingen sieht es an der Abgabestelle schlimm aus. Der DRK-Ortsvereinsvorsitzende sagt: Über kurz oder lang werden die Behälter allgemein abgebaut.

Der Anblick passt überhaupt nicht in das gepflegte, tadellose Ringingen (Zollernalbkreis): Am Kleidercontainer des DRK-Ortsvereins, Ortsausgang Richtung Salmendingen, lagern neben Kleidersäcken etliche Müllbeutel und Sperrmüll, ein großer Teddybär, Batterien und andere Dinge. Alles Sachen, die hier nicht hergehören. Kein schöner Anblick.

 

Eine tote Katze im Müllsack

„Das wird immer mehr und immer schlimmer“, sagt der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Peter Spallinger. „Das erreicht überall einen neuen Höhepunkt.“ Warum? Das ist ihm aufgrund der bestehenden und im Grunde gut funktionierenden Entsorgungsmöglichkeiten unbegreiflich. „Da fahren Leute durch die Ortschaften, halten kurz an und werfen ihr Zeug hin.“ Er möchte gar nicht wissen, was die Säcke alles enthalten. Einer der Burladinger Ortsvorsteher habe letztens bei einer Kontrolle sogar eine tote Katze in einem der Beutel gefunden, berichtet er.

„Wenn früher was rumstand, was da nicht hingehörte, eine Plastikschüssel oder Ähnliches, haben unsere Leute das mitgenommen und versorgt. Aber das Aufkommen hat derart zugenommen, dass das einfach nicht mehr möglich ist.“ Den Abtransport, das sei hinzugefügt, müssen die Stadt oder der Landkreis übernehmen. Bezahlen tut’s damit die Allgemeinheit.

Inzwischen denkt das DRK daran, die Container allgemein abzubauen. Zum einen wegen des widerrechtlich abgelagerten Mülls und des Ärgers, den man damit hat. Zugleich, weil die Einnahmen extrem rückläufig sind. „Vor ein paar Jahren bekamen wir für die Tonne Altkleider 150 Euro vergütet. Heute sind es noch fünf. Viele Entsorger nehmen die Sachen nur gefälligkeitshalber und wegen der jahrelangen guten Zusammenarbeit mit uns an. Der Markt ist total zusammengebrochen.“ Damit stehen die Ortsvereine allgemein vor dem Problem fehlender Einnahmen. Burladingen-Ringingen aktuell besonders. Ein neuer Mannschaftstransporter muss beschafft werden. Die Kosten für das Fahrzeug und den Innenausbau sind mit mehr als 130.000 Euro veranschlagt. Die Gruppe wurde mit Spenden unterstützt, etwa von der Gemeinde Jungingen, der Stadt Burladingen, zugleich von Privaten, darunter dem Kulturverein Burladingen. „Es fehlt aber schon noch was“, so Spallinger. Um Einnahmen zu generieren, hat der Ortsverein in jüngerer Vergangenheit neue Wege eingeschlagen. Man beteiligte sich unter anderem mit einem Stand am großen Burladinger Spulenfest oder bewirtete eine der After-Work-Partys, die das Jahr über auf dem Marktplatz der Fehlastadt stattfinden. „Mal sehen, wie es weitergeht.“

Zum Verständnis: Das DRK zählt, anders als die Feuerwehr, nicht zu den „Pflichtaufgaben“ einer Kommune und ist daher auf selbst erwirtschaftete Gelder angewiesen.

Problem beim Altpapier

In anderen Gemeinden bietet sich an Kleidercontainern dasselbe unappetitliche Bild. Und nicht nur die Erlöse aus gebrauchten Textilien gehen zurück, dasselbe gilt für Altpapier. Weshalb etwa der Musikverein Ringingen seine Sammlungen jüngst eingestellt hat.