Was tun, wenn die eigene Frau Oma wird, man selber aber nur „der Alte“ bleiben will? In Sulz nimmt Heinrich Del Core die Zuhörer mit auf seine skurrile Familienplanung.
Wie die meisten Hallen, die Heinrich Del Core auf seiner Tournee besuchte, war auch der Veranstaltungssaal im Sulzer Backsteinbau am Sonntagabend bis auf den letzten Platz ausverkauft.
Der Halbitaliener, wie er sich gerne selbst bezeichnet, gastierte mit „Juhuu, meine Frau wird Oma“ in Sulz und nahm die Besucher mit auf eine unterhaltsame Reise durch einen Lebensabschnitt, der geprägt ist von Freude und Überraschungen auf den neuen Weltenbürger.
Opa auf der Bühne
Besonders freut sich seine Frau, die davon überzeugt ist, dass Oma sein ist wie Mama – „nur in schee“. Er selbst erklärt: „Meine Frau wird Oma, aber ich bleib der Alte“. Aber bevor er zum Kern des Themas kommt, erzählt der Kabarettist aus Zimmern, der übrigens rote Schuhe vom Geiger aus Frittlingen trägt, aus seiner Jugend, von seiner Herkunft und auch, dass er sich nicht als Opa fühle, sondern eigentlich viel jünger – außer halt morgens beim Aufstehen.
Sympathisch stand der werdende Opa auf der Bühne und die Zuhörer wähnten sich keinesfalls in einem großen Saal, sondern erlebten die überaus heiteren und teils skurrilen Erzählungen des Komödianten wie zuhause auf dem Sofa. Selbstverständlich konnte er seinen Stolz nicht verhehlen, wenn sich auch seine Neutralität in Bezug auf das Geschlecht des Enkels in Grenzen hielt.
Lauter lustige Begebenheiten
Sein Ausspruch: „Egal ob Junge oder Mädchen, Hauptsach an Bua“ war wohl eindeutig. So erfuhr das Publikum viele Interna aus dem Familienleben der Del Cores. Der neue Kinderwagen, den die Oma ausgesucht, er aber bezahlt hat, kostet so viel wie früher ein Mofa, oder heute ein moderner Thermomix.
Zudem stellte die künftige Oma fest, dass für die bevorstehende Hochzeit der werdenden Eltern ein neuer Anzug für den Opa fällig sei. Dass seine Reise nach Stuttgart, um dort ein standesgemäßes Teil zu erstehen, Anlass für weitere lustige Begebenheiten war, bedarf wohl keiner Frage und das Publikum hatte weiterhin Anlass sich zu amüsieren und herzhaft zu lachen.
Vegan mit Brathähnchen?
Der Humor des Kabarettisten, seine Mimik und vor allem sein typisch schwäbischer knitzer Charme machten Heinrich Del Core zum liebenswerten Erzähler, den manche der anwesenden Damen gerne in den Arm nehmen würden, um ihn zu knuddeln.
Als der Sohn eines Italieners und einer Rottweilerin auch noch die Rede, die er zur Hochzeit des Brautpaares gehalten hatte, zum Besten gab, wollten die Gäste im Backsteinbau nicht mehr aufhören zu lachen und zu applaudieren. Dies auch, als Del Core vorschlug, das vegane Hochzeitsmenü mit den knusprigen Erzeugnissen einer Hähnchenbraterei zu bereichern.
Mann für ganze Nacht?
Als sich ein wunderbar humorvoller Abend nach über zwei Stunden zu Ende neigte, setzte Heinrich Del Core immer noch einen drauf, präsentierte weitere lustige Erlebnisse und weihte die Besucher am Ende auch noch in die Unwägbarkeiten der schwäbischen Sprache ein.
Eine Besucherin, die vor sich hinsagte: „Dem kennd i de ganz Nacht zuhören“, sprach wohl vielen Besuchern in der Backsteinhalle aus dem Herzen.