Doris Reichenauer versteht es, die Gäste des Abends gekonnt zu unterhalten. Foto: Leinemann

Die Künstlerin Doris Reichenauer wirft beim Musikvereins „Eintracht“ in Fluorn-Winzeln einen besonderen Blick auf die schwäbische Seele.

Dass auch Alleinunterhalter ihr Publikum begeistern können, wurde beim Comedy-Abend des Musikvereins „Eintracht“ Fluorn in der Fluorner Halle deutlich.

 

Doris Reichenauer von „Dui do on de Sell“ beanspruchte die Lachmuskeln der Gäste in der gut besetzten Halle mit ihrem Programm „Jetzt hats’s gschnacklt“ aufs Kräftigste.

Es bleibt kein Auge trocken

Stolz sei sie auf ihr Enkelkind, welches seine rhetorischen Fähigkeiten ganz gewiss nicht von ihr habe, merkte sie ironisch an. In Liedform teilte sie mit, dass „Mutter-sein toll sei, aber Oma-sein eben toller“. Thematisiert wurden auch – wie es für die schwäbische Mentalität auszeichnend ist – Hausarbeit und Nachbarschaftsverhältnisse.

Reichenauer lieferte amüsante Anekdoten zum Putzen; auch die ungeliebte Nachbarin „Susi“ und die Marotten von Ehegatten „Dieter“ wurden dem Publikum kundgetan, so dass kein Auge vor Lachen trocken blieb. Da gebe es den Ausflug des Prostata-Stammtisches nach Mallorca, wobei „Dieter“ etwas tiefer ins Weinglas schaute und die Kabarettistin die Abwesenheit des Gatten durchaus zu genießen wusste.

Schwarzwald-Souvenirs aus Fernost

Mit Männern zu diskutieren, bringe nichts, da diese nur wenig bis gar nichts wüssten – außer, dass der Ochsen-Wirt eine neue Bedienung habe.

Nach der Pause stellte Reichenauer klar, dass Studenten auch nicht klüger seien als Nicht-Akademiker; ihr Vater selbst sei ein versierter Handwerker. Auch in Urlaubserinnerungen schwelgte die Alleinunterhalterin: Dort, wo man für gewöhnlich Entspannung suche, habe ihr nimmer-müder handwerklich sehr begeisterter Vater ein Hotel gebaut. Im Schwarzwald kauften, so Reichenauer, viele Chinesen Souvenirs – um dann festzustellen, dass diese in China hergestellt würden.

Reichenauer indes bedaure gar nichts, wie sie im französischen Chanson mitteilte – und „egal, wie man es mache, g’schwätzt wird immer“. Phrenetischer Applaus war der Künstlerin sicher; im Anschluss konnte die Fluorn-Winzelner Bevölkerung bei Speis und Trank mit Doris Reichenauer, die im übrigen den Kleinkunstpreis 2025 gewonnen hat, ins Gespräch kommen.