Dodokay braucht keine große Kulisse. Der Comedian füllt die Bühne der Stadthalle mit seiner Präsenz. Foto: Schatz

Comedian Dodokay greift tief in die schwäbische „Einkaufsguck“, so dass Werbung Spaß macht.

Eines vorneweg: Er ist es wirklich selber. Keiner seiner Synchronspots ist KI-behaftet. Diese hätte wohl auch Probleme, mit dem propagierten Zentral- und Nebenschwäbisch des Comedians zu mitzuhalten und dabei so glaubhaft zu bleiben wie dieser.

 

Sich selbst bezeichnet er als „Hättele“, weshalb er viel zu freundlich bleibt, selbst wenn er sich aufregt. Am nachbarschaftlichen Frau-Metzger-Syndrom leidet er heute noch, Midlife-Comedy interessiert ihn nicht und Dackel sind grundsätzlich Schwaben.

Schwaben brauchen drei Dinge

Was er aber eigentlich sagen will: Schwaben brauchen drei Dinge, um ihre Eigenheiten und die der Mitmenschen zu verdauen: „Dr Kärcher, d’Kehrwoch und dr gelbe Sack. Weil man naussauga, nauskehra und nausbringa muss, was koin Wert hat.“ Währenddessen erläutert Dodokay die vielleicht sympathischste schwäbische Eigenart: Sie schwätzen immer, ganz gleich ob ihnen jemand zuhört, sie kommentieren ihr eigenes Verhalten („Des Zehnerle isch mir grad nagfloga“) und das anderer („So, bisch dahoim“) ungeniert. Zudem verfügen sie über anscheinend 89 schwäbische Dialekte, weshalb sie auch in Berlin selbstbewusst auf ihre Schneckanudel bestehen, wenn sie zum Bäcker gehen.

Keine aufgemotzte Kulisse nötig

Dodokay benötigt keine aufgemotzte Kulisse. Er wirkt authentisch, während er auf der Bühne hin- und hertigert und dabei seinen Gedanken freien Lauf lässt. Die schrauben sich nicht in intellektuelle Höhen, legen aber eine stets wohlmeinende Bauernschläue an den Tag. Das Publikum dankt es ihm, denn die Zeiten sind anstrengend genug. Deshalb helfen Haushaltsgeräte dabei, auf dem Teppich zu bleiben. Die hören zwar auch nicht zu, sind aber nötig, um das eigene Hirnschmalz zu sortieren. So ist es nicht verwunderlich, dass Action-Star Bruce Willis in der schwäbischen Synchronisation von „RED 2“ auf den „Kärcher“ kommt.

Und weil Comedian Dominik Kuhn ein sympathischer Kerle ist, verlässt er die Bühne unter tosendem Beifall in dem Wissen, dass es ihm auch nach zehn Jahren noch „nauslangt“.