Willy Astor begeisterte das Publikum mit Liedern, Reimen und seinem ganz speziellen Wortwitz, denn "Albernheit verhindert den Ernst der Lage", so der Künstler. Foto: Lorek

Ein ganz besonderes Abendprogramm erwartete das freu- und lachwillige Publikum im fast voll besetzten Kurtheater. Gekommen war der in München aufgewachsene Willy Astor, der aus Film- und Fernsehen bekannte Komödiant, Reimer, Sänger, Gitarrist, Silben-Fischer, Wortverdreher und Liedermacher.

Freudenstadt - Mitgebracht hatte er sein herrlich humoriges Programm "Pointe of no return – the greatest Witz von Willy Astor" und zielte damit punktgenau auf die Lachmuskeln aller Anwesenden – und zwar mit Humor "direkt vom Erzeuger", wie er betonte.

Wortwitzig und herzerfrischend komisch. Klar, dass Astor für seine Wortakrobatik immer wieder vom Publikum stürmisch gefeiert wurde. Von der ersten Sekunde an hatte er mit seinem bayrischen Charme und Dialekt das Publikum und etliche eingefleischte Fans auf seiner Seite.

Anekdoten aus der Promi-WG

Mit einem eigens für die Freudenstädter komponierten Lied, das sich als witziger Einzeiler entpuppte, sorgte Astor für die ersten Lacher. Die zweijährige Corona-Zwangspause inklusive Hamsterkäufe, hatte er in einem Lied über das arme Klopapier, das "schon bald von der Rolle" sei, verarbeitet.

Viel Applaus erntete Astor für seine witzigen Medleys aus älteren Schlagermelodien oder Popsongs, gepaart mit seinen typischen Wortabwandlungen, wie "Steri-Lady" oder "sechs Plomb" beim Zahnarzt. Dabei glänzte er nicht nur als Liedermacher, und fantasievoller Wortgestalter, sondern auch als wunderbarer Gitarrist und Keyboarder. Mit eingeflochtenen Kurzwitzen oder so mancher Anekdote, wie beispielsweise aus seiner Promi-WG, punktete Astor beim Publikum. Mal bei der Pizzabestellung und dem Ruf "Jan liefers!" oder den zwei Kumpels, wobei der Nicki "lauder" war und der Ben "stiller". Auch Politiker wurden nicht verschont und sanft durch den Kakao gezogen.

Fantasievoll und lustig

Woher er seine Inspiration für die Texte nehme? "Direkt vom Erzeuger". Dazu genüge ein guter Tag, erläuterte Astor und sorgte mit seinem Programm für eine rundum gute Stimmung im Publikum. Er ließ es sich nicht nehmen einige Zuschauer näher in den Blick zu nehmen, vor allem zwei sehr lachfreudige Damen, denen er riet "Lacht’s einfach weiter".

Einen Wirkungstest erlebten die Zuhörenden bei der Geschichte "Wespe im Wattebausch". Variante eins begeisterte nicht so, es zündete dafür umso mehr in Variante zwei – bei gleichem Text, doch nun in Reimform mit passender Theatralik. Fantasievoll und lustig präsentierte Astor die Geschichte vom "Hängereh", also dem Hängeregister und seinen Geschwistern. Kräftig jubelnden Applaus gab es bei der Alkoholnummer, bei der Astor sämtliche Alkoholika auf die Schippe nahm und entweder Johnny Walker traf oder Maria Kron um die Ecke kam.

Der mutige Buchstabe "A"

Astor machte augenzwinkernd weder vor "schwererziehbaren Senioren", noch vor den Jugendlichen mit dem passenden Beat auf dem Keyboard und dem Lied "Pubertier is in the house" halt. Klasse war der Dialog bei "Radkäppchen", inklusive "Artenvielfalt der Dialekte". Beim mutigen Buchstaben "A", dem noch 25 weitere folgen, punktete Astor mit einem superschnell gesprochenen Bandwurmsatz mit lauter A-Wörtern, die Sinn ergeben, bis hin zum "… anschließend atmet Adalbert aus. Applaus!" Der kam dann auch, sowie mehrere Zugaben, bei denen das Publikum bereitwillig den einen oder anderen Refrain mitsangen – was einem "Ritterschlag als Komödiant" gleichkäme, freute sich Astor.

Das begeisterte Publikum spendete stürmisch tosenden Applaus, bevor Astor in typischer Manier, wie er erläuterte, den Abend gern nachdenklich-romantisch mit zwei schönen Balladen und einem allerletzten Stück enden ließ – dem sphärisch anmutenden "Nautilus", das zum Träumen einlud.