Ute Landenberger und Michael Willkommen sind seit 20 Jahren „Die Kächeles“. Foto: Ramsteiner

Die schwäbischen Comedians begeistern bei der ersten „Schwabennacht“ das Publikum in der Hausacher Stadthalle. Zwei Stunden lang sorgten die Kächeles, Leibssle, Karl-Heinz Dünnbier und Link Michl für Lacher, Applaus und beste Unterhaltung.

Einen köstlichen Abend bereitete die Agentur Siedepunkt am Samstag dem überwiegend badischen Publikum in der fast voll besetzten Hausacher Stadthalle bei der ersten „Schwabennacht“. Die Zutaten dieses komödiantischen Gaisburger Marschs bestanden aus einer großen Portion Comedy, vielen kleinen Bröckele Wortwitz, einer Portion Varieté, einer Prise Satire, etlichen gut abgelagerten Witzen aufgekocht in einer Brühe Klischee. Das Publikum konnte gar nicht genug kriegen davon.

 

Die schwäbischen Comedians wie die Kächeles, Leibssle, Karl-Heinz Dünnbier und Link Michl ziehen ihr Publikum offensichtlich aus einem großen Umkreis an und bombardierten die Gäste zwei Stunden lang, sehr abwechslungsreich in Viertelstundenhäppchen, mit einem wahren Pointenfeuerwerk.

Publikum war begeistert

Erstaunlicherweise weiß Karl-Heinz Dünnbier gleich, auf welcher Seite die evangelischen und wo die katholischen Gäste sitzen. Geschickt spielt er sie gegeneinander aus und sorgte so gleich für donnernden Applaus. Der Comedian begeistert mit seiner japanischen Kehrwochenpersiflage, jonglierend mit einem Strohbesen und zwei Stäbchen. Zeigt verblüffende Ballonschwertschluckerei und einen Bauchrednerdialog mit der Seniorin Käthe. Die schaltet ihren Rollatornavi beim Gang zum Friedhof immer aus, um dort nicht hören zu müssen: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“.

Im Kontrast dazu der Link Michel, der sich und seine Mitmenschen mit scharfem Auge, spitzer Zunge und einer gehörigen Portion Selbstironie seziert. Den ins Alter gekommenen Mountainbiker, der „als Neon-Wurstpelle durch den Wald radelt bis der Jäger ein Erbarmen hat“. In der Kleinstadt, aus der er kommt, braucht es keinen Geheimdienst „man hat Nachbarn“. Das eine oder andere Wortspiel braucht auch eine Weile, bis es beim Publikum ankommt. „Ein Nichtschwimmer ist kein Depp, wenn er nicht schwimmt. Wenn er schwimmt, kennt er den Grund.“ Seine Definition von Gemeinheit: Wenn man im Aufwachraum eines Krankenhauses einen Kalender von 2038 aufhängt.

Einen liebevoll-ironischen Blick richtet Leibssle alias Eckhard Grauer auf die schwäbische Mentalität.

Kächeles sind der Abschluss

Er spielt mit der Sprache, „vordenken ist gut, wer nachdenkt, kommt zu spät“ und sinniert philosophisch über die größten Rätsel der Menschheit: „Wenn ein Mann allein auf dem Berg seine Meinung sagt und keine Frau hört zu, hat er dann trotzdem unrecht?“. Er erklärt plausibel, warum Gott die Zecken erfunden hat, „lässt sich nicht aus übertriebener Kenntnis seine Meinung verhageln“ und erklärt das „psychokeramische Syndrom“: einen „Sprung in der Schüssel“.

Und dann die Kächeles, die von ihren Auftritten in Mühlenbach und Schenkenzell so bekannt sind, dass sie wohl die Publikumsmagneten des Abends waren. Ute Landenberger und Michael Willkommen, persiflieren das Klischee eines schwäbischen Ehepaars . Sie mit einer schwäbischen Schwertgosch, er, in ihren Augen „z bled zum e Loch in de Schnee brunze“, als vermeintlich unterdrückter Ehemann, der ihr immer wieder verschmitzt pointenreich kontra gibt und seiner Frau nach dem Tod einen schalldichten Sarg verheißt. Womöglich befolgt er den Rat eines Freunds und gibt ihr zwei Tropfen Sekundenkleber auf den Labello. Aber möglichst erst nach der Show, sonst hätte das Publikum nur halb so viel zu lachen. Das verlässt, wie viele Stimmen beweisen, zufrieden den Saal.

Bier geht aus

In der Pause ging in der Hausacher Stadthalle bei der ersten „Schwabennacht“ das Bier aus. Da hat der schwäbische Veranstalter wohl nicht mit dem badischen Durst gerechnet.