Jonas Busam feiert an einem für ihn ganz besonderen Ort nach langer Leidenszeit sein Comeback. Der Innenverteidiger ist „wahnsinnig stolz“ auf die Mannschaft nach dem 1:1 in Freiburg. Unterdessen will der SGV Freiberg nicht aufsteigen.
81. Spielminute im Dreisamstadion, an dem Ort, an dem er früher als Balljunge den Profis des SC Freiburg ganz genau und aus unmittelbarer Nähe zuschaute: Jonas Busam zückt sich das Trikot zurecht, kontrolliert noch einmal das Schuhwerk. Dann ist der große Moment gekommen, die lange Leidenszeit vorbei: Der Innenverteidiger feiert in einer für ihn ganz besonderen Fußballarena sein Comeback.
Der Plan geht auf
Genau 294 Tage zuvor hatte sich der 26-Jährige beim Oberliga-Meisterstück der Nullachter gegen Pforzheim vor gut 4000 Zuschauern in der MS Technologie-Arena in der 40. Minute das Kreuzband gerissen. „Ich habe sofort gewusst, dass da etwas im Knie richtig kaputt ist“, erinnert sich der Innenverteidiger. Wenig später ist klar, dass zudem der Innen- und der Außenmeniskus beschädigt sind.
Nach der Operation und ersten Rehamaßnahmen stellt Busam insgeheim einen Comeback-Plan auf. „Am 22. März spielen wir ja beim SC Freiburg II im Dreisamstadion“, wollte der Abwehrmann dort seine Rückkehr auf den Rasen feiern, wo er früher Dennis Aogo und Co. die Bälle zurückgebracht hatte.
Der große Moment
Der Plan geht am Samstag in der 81. Minute auf. Jonas Busam ersetzt den verletzten Yunus Kulu. Es dauert keine fünf Sekunden, dann ist der Abwehrmann schon das erste Mal im eigenen Strafraum am Ball. Den 1:1-Ausgleich der Bundesliga-Reserve aus dem Breisgau in der Nachspielzeit kann Jonas Busam aber auch nicht verhindern.
„Ich bin total stolz auf die Mannschaft. Da war Leben auf dem Platz, eine geile Teamleistung. Das super Tor von Karlo Kuranyi nach einem Weltklasse-Pass von Fabio Liserra hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sah der 26-Jährige einen insgesamt sehr starken Auftritt des Regionalliga-Schlusslichts. „Wir haben aufopferungsvoll verteidigt. Das 1:1 mit der letzten Aktion war sehr bitter“, ärgerte sich Busam über den späten Ausgleich der Sportclub-U23.
Höhen und Tiefen
Und wie hat Jonas Busam den Moment bei seiner Einwechslung erlebt? „Das war ein unbeschreibliches Gefühl, einfach mega. Und dann noch im Dreisamstadion, mit dem ich ja einiges verbinde“, dachte er in der 81. Minute aber auch kurz an die Tiefen, die er teilweise in den 294 Tagen zuvor durchmachen musste.
Nun schaut der Innenverteidiger aber nach vorne. „Die Richtung stimmt, wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir genauso weitermachen, dann werden wir noch denen oder Punkt holen, auch Siege“, hofft der Innenverteidiger, dass es vielleicht schon am kommenden Samstag (14 Uhr) beim FC Gießen mit dem ersten Regionalliga-Dreier in der Fremde klappt. Wer weiß – vielleicht feiert Jonas Busam dann sogar erstmals wieder – nach dann 301 Tagen – in der 08-Startelf?
Der Aufstiegskampf
Unterdessen verteidigte die TSG Hoffenheim II mit einem 3:0 beim Bahlinger SC die Tabellenführung. Nur jeweils drei Punkte dahinter folgen der FSV Frankfurt und der SGV Freiberg, der seinen Lauf beim 2:1 bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fortsetzte. Es war der vierte Sieg in Folge der Freiberger, die aber erneut keine Lizenz für die Dritte Liga beantragt haben, was Kapitän Marco Kehl-Gomez auf kicker.de als einen „Schlag ins Gesicht“ bewertete.
Wieder einen Zähler dahinter folgt mit Kickers Offenbach ein Club, der auf jeden Fall die Drittklassigkeit erreichen möchte. Die Hessen kamen zu einem 1:1 beim Fußball-Fest vor 8740 Zuschauern im Stuttgarter Gazi-Stadion. „Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt, als zuletzt auswärts“, sagte Kickers-Trainer Marco Wildersinn ein, dessen Blaue (5.) aber schon acht Punkte Rückstand auf Hoffenheim II haben.
Der Abstiegskampf
Vieles spricht dafür, dass neben dem FC 08 Villingen (12 Punkte nach 25 Spieltagen) auch Mitaufsteiger FC Gießen (2:3 beim FC Homburg/17./21 Punkte) direkt wieder absteigt. Der 1. Göppinger SV holte beim 2:0 im Kellerduell beim KSV Hessen Kassel drei „Big Points“, hat sich mit 30 Zählern (12.) eine gute Ausgangssituation verschaffen. „Ein Riesenlob für meine Mannschaft. Sie hat leidenschaftlich verteidigt. Mit viel Mentalität haben wir gegen einen starken, erfahrenen Gegner die Punkte eingefahren“, sagte GSV-Trainer Gianni Coveli.
Neben Bahlingen (14./26) und Kassel (16/25) verlor auch der FSV Mainz II (0:1 gegen Steinbach/13/28) sein Spiel. Eintracht Frankfurt II (15./25) kam zu einem 0:0 gegen Walldorf.