Viele haben nicht damit gerechnet, dass es bei Kultsänger Nino de Angelo beruflich und privat noch einmal richtig rund läuft. Allen voran: Er selbst. Foto: Oliver Forstner

Nach einem tiefen Fall gelingt dem gebürtigen Karlsruher 2021 das Comeback. Jetzt ist sein neues Album auf dem Markt. “Waldrausch“ besuchte den gebürtigen Karlsruher in seiner neuen Heimat im Allgäu – und traf auf einen schonungslos ehrlichen Künstler.

Er kennt alle Höhen. Und auch alle Tiefen. Während seiner mittlerweile vier Dekaden umfassenden Musikkarriere ist Nino de Angelo, der mit bürgerlichem Namen Domenico Gerhard Gorgoglione heißt, immer unbeirrt seinen Weg gegangen: Ein Weg der ständigen Aufs und Abs, auf dem nach unglaublichen Megaerfolgen oft Abstürze ins nahezu Bodenlose folgten.

 

Ein steiniger Pfad, der den charismatischen Kultsänger geprägt und nur noch stärker gemacht hat. Nachdem er 2021 mit dem Gold-prämierten Album „Gesegnet und Verflucht“ seine kreative Wiederauferstehung feierte, macht Nino de Angelo nun den nächsten Schritt: „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“!

Sein Weg führt „von einer Ewigkeit zur nächsten“

„Ich glaube fest an eine Art Vorbestimmung“, beschreibt Nino de Angelo im „Waldrausch“-Interview seinen künstlerischen Antrieb. „Wer so viele wunderschöne, aber auch schmerzhafte Dinge wie ich erlebt hat, ohne daran zu zerbrechen, für den muss es einfach so etwas wie Schicksal geben. Ich habe mir in den letzten Jahren viele Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht und wo das alles irgendwann vielleicht einmal endet. Und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass mein Weg von einer Ewigkeit zur nächsten führt.“

Ein schier unendlicher Kreislauf, dem der 59-Jährige nun ein neues Kapitel seiner Lebensgeschichte hinzufügt. Die Geschichte eines gefallenen Engels auf der Suche nach Erlösung; bestimmt von einem unerschütterlichen Überlebenswillen, mit dem Nino de Angelo der Vergänglichkeit trotzt.

„Jenseits von Eden“ zwischen Ruhm und Selbstzerstörung

Eine Geschichte, die vor ziemlich genau 40 Jahren mit seiner international gefeierten Durchbruchssingle „Jenseits von Eden“ begann, mit der der gebürtige Karlsruher die Spitzen der internationalen Charts stürmte und die bis zu seinem vergangenen Album „Gesegnet und Verflucht“ oft auch einen langen, dunklen Schatten über ihn warf.

Ein Überhit, der de Angelos Karriere schon früh auf unheimliche Art charakterisieren sollte: Mit einem raketenhaften Aufstieg zum Superstar, in dessen Glanz sich der Sänger mit den italienischen Wurzeln in der Folgezeit immer wieder sonnte, und der ihn nicht selten auf einen schmalen Grat zwischen Ruhm und Selbstzerstörung führte.

„Eine ständige Schlacht mit seinen Dämonen“

Nach seiner Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen, der Teilnahme am Eurovision Song Contest und seiner Kollaboration mit Peter Maffay will sich der Musiker später in andere Richtungen ausprobieren. Er verweigert sich zunehmend der Rolle als gefälliger Publikumsliebling – mit allen Konsequenzen.

Er gilt unter Kollegen als „schwierig“ und hat auch in seinem Privatleben immer wieder mit Tiefpunkten zu kämpfen: vier Scheidungen, Alkohol- und Drogeneskapaden, Schulden, ein Suizidversuch und schwere Krankheiten – eine ständige Schlacht mit seinen Dämonen.

Heute: Ein herzlicher Gastgeber und gnadenlos ehrlich

Und wie lebt er heute? Dass es für ihn beruflich und privat noch mal richtig rund laufen würde, damit haben wohl viele, denen sein Name etwas sagt, und vor allem er selbst nicht mehr gerechnet. Immer wieder hat er das große Comeback versucht. Immer wieder ist es missglückt. „Ich habe schon so oft gedacht“, sagt der 59-Jährige im Interview, „Mensch, Nino, deine Zeit ist vorbei.“

Aber das ist sie definitiv nicht. Das wird beim „Waldrausch“-Besuch im Allgäu deutlich, wo er seit einigen Jahren mit seiner Freundin Simone Lux auf einem Pferdehof lebt: Nino de Angelo gibt sich als herzlicher Gastgeber und Mensch, der gnadenlos ehrlich über sein Leben spricht.

Info

Waldrausch
Die neue „Waldrausch“-Ausgabe mit dem gesamten Interview mit Nino de Angelo und vielen weiteren spannenden Themen ist ab 27. Mai im Zeitschriftenhandel erhältlich. www.waldrausch-magazin.de

 

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