Im Albert-Schweitzer-Krankenhaus in Colmar im Elsass soll es bereits Mitte November 2019 einen ersten Corona-Fall gegeben haben. (Symbolfoto) Foto: Horth Rasur/Shutterstock

Klinik in Colmar dokumentiert erste Fälle bereits im November 2019. Mediziner nimmt CT-Aufnahmen unter die Lupe.

Colmar - Das Elsass könnte womöglich noch vor der Millionenstadt Wuhan in China erste Corona-Fälle aufgewiesen haben. Das legt eine Untersuchung von rund 2500 Patientenakten der vergangenen Monate am Albert-Schweitzer-Krankenhaus in Colmar nahe.

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Demnach könnte es dort bereits Mitte November 2019 mindestens einen ersten Corona-Patienten gegeben haben, einen Monat vor Auftreten der Krankheit in China.

Details über den Fall gab das Klinikum in seiner Mitteilung vom Donnerstag nicht bekannt. Sollten sich die Erkenntnisse der Mediziner im Elsass jedoch als stichhaltig erweisen, so müsste die Geschichte der Corona-Pandemie in maßgeblichen Details korrigiert werden.

Corona-typische Aufnahmen

Michel Schmitt, der Leiter der Abteilung für Medizinische Bildgebung am Krankenhaus in Colmar, hat für seine Untersuchung die CT-Aufnahmen in seiner Abteilung bis Anfang November 2019 zurückverfolgt und seine Ergebnisse anderen Radiologen zur Prüfung vorgelegt. Demnach gab es im genannten Zeitraum die unterschiedlichsten Diagnosen an der Klinik, darunter aber eben auch rückblickend betrachtet Corona-typische Aufnahmen, die zunächst nur als atypisch verlaufende Grippe-Erkrankungen gewertet wurden, da das Virus in Europa damals noch gar nicht bekannt war.

Bis Ende Februar hat sich das Coronavirus Schmitts Untersuchung zufolge in der Region nur sehr langsam verbreitet, dann sei es zu einem sprunghaften Anstieg der Fallzahlen gekommen, die Ende März einen Höhepunkt erreicht hätten.

Immer noch hohe Patientenzahlen

Das Elsass galt bis zuletzt als Corona-Risikogebiet. Mittlerweile konnte die weitere Verbreitung des Virus aber eingedämmt werden, wenngleich die Kliniken im Grenzgebiet noch immer hohe Patientenzahlen aufweisen: Das Albert-Schweitzer-Krankenhaus hat im Rahmen der Pandemie bisher rund 300 Corona-Patienten behandelt.