In dieser Woche wurde die Holzkonstruktion beim Marktplatz aufgebaut. Innerhalb von fünf Jahren, so verspricht der Hersteller, können die darin enthaltenen Moos-Module 300 Millionen Kubikmeter Luft reinigen. Zum Projekt gehört aber noch mehr.
Der Infopavillon nahe des Calwer Marktplatzes ist seit einigen Wochen Vergangenheit. Bereits seit langem war geplant, die in die Jahre gekommene Konstruktion abzubauen und durch etwas Neues zu ersetzen. Das ist nun geschehen.
In dieser Woche wurde dort ein sogenannter City Tree, zu deutsch etwa Stadt-Baum, aufgebaut. Ein Holzbauwerk, das mittels Moos-Modulen und Filtern die Luft reinigt – und das nach Herstellerangaben recht erfolgreich. In der näheren Umgebung reduziere der City Tree demnach bis zu 82 Prozent Feinstaub, sorge für eine bis zu vier Grad Celsius kühlere Umgebungsluft und kompensiere bis zu 355 Kilogramm CO₂ pro Jahr.
Schadstoffsensor gehört auch dazu
In einer Großstadt reinige die Konstruktion innerhalb von fünf Jahren 300 Millionen Kubikmeter Luft – das entspricht etwa der Luft, die 1000 Menschen ein Leben lang atmen.
Neben dieser Filterfunktion sind im City Tree zudem ein Schadstoffsensor eingebaut, der Schadstoffe in der Umgebung misst, sowie ein Display, auf dem Touristen und Bürger künftig aktuelle Informationen finden können.
Nicht zuletzt gehören zur Neugestaltung des Areals auch ein Trinkwasserbrunnen, ein größerer, schattenspendender Baum und weitere Sitzmöglichkeiten in der Nähe. Die Gesamtkosten für die Stadt Calw liegen bei rund 18 000 Euro.
Verschwendung von Steuergeld?
Das Projekt wird durch Mittel aus dem Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ ermöglicht. Rund zwei Millionen Euro sind dabei vom Bund an die Stadt geflossen, um die Innenstadt zu beleben und attraktiver zu machen. Aus diesem Topf werden neben baulichen Aufwertungen wie dem City Tree auch Großveranstaltungen wie das an diesem Wochenende anstehende Zirkusfestival finanziert.
Die Gemeinderatsfraktion Neue Liste Calw konnte sich mit dem nun aufgebauten City Tree im Vorfeld indes nicht gerade anfreunden – unter anderem, weil es eine Verschwendung von Steuergeld sei, eine solche Konstruktion in eine Frischluftschneise zu stellen. Darüber hinaus gab es aber auch optische Bedenken. Irmhild Mannsfeld (Neue Liste) erklärte gar, der City Tree erinnere an ein „Klohäuschen“.
Oberbürgermeister Florian Kling räumte in einer Mitteilung ein, Gestaltung sei natürlich immer Geschmacksache. Sollte sich mit der Zeit erweisen, dass der City Tree am falschen Platz stehe, lasse sich das auch wieder ändern.