Leo Benz, spielender Co-Trainer beim SV Zimmern, ist für den aktuellen Tabellenführer der Landesliga auf und neben dem Platz ganz wichtig. Wir haben ausführlich mit ihm gesprochen.
An diesem Wochenende greifen die Fußballer des SV Zimmern in der Landesliga nicht ins Geschehen ein – dies nutzt die Mannschaft für ein dreitätiges Trainingslager in der Nähe von Aalen. Mit dabei ist natürlich auch Leo Benz, der spielende Co-Trainer des SVZ.
„Wir haben da vier Einheiten, können das letzte Spiel nochmals aufarbeiten und die Weichen für die nächsten Partien stellen. Außerdem können wir als Mannschaft noch enger zusammenrücken“, freut er sich auf die gemeinsamen Tage. Angesprochen auf das 0:0 gegen den TuS Ergenzingen hatte er zu Wochenbeginn gesagt: „Solche Spiele beschäftigen mich dann schon einige Tage, das war aber schon immer so. Wir hatten in der Vorbereitung sehr gute Phasen und wollten entsprechend gut reinstarten. Die Jungs waren heiß, aber unsere Spielanlage zu wild, da haben wir uns vom Gegner anstecken lassen.“
Eine starke Entwicklung
Grundsätzlich zählen die Zimmerner aber zu den positiven Überraschungen der bisherigen Saison. Seit dem 9. Platz in der Saison 2022/23 konnte man sich kontinuierlich steigern, landete 2023/24 auf dem 7. Rang und 2024/25 wurde man Fünfter. Im Moment führt man die Tabelle sogar an. Benz bekennt: „Marc Genter und ich haben uns vor der Saison natürlich über unsere Ziele unterhalten. Wir haben einen guten, aber auch sehr jungen Kader. Vom bisherigen Verlauf bin ich positiv überrascht, das kommt aber auch nicht von irgendwo her.“
Und weiter: „Wir haben keinerlei Druck. Mein Anreiz ist aber immer der maximale Erfolg. Wenn man oben steht, will man da auch bleiben. Ich bin schon sehr ambitioniert.“
Benz bringt viel Erfahrung mit
Mit seinen 26 Jahren hat Benz im Fußball schon einiges erlebt. Sein Heimatverein ist der SV Irslingen. Von Zimmern ging es einst zum FC 08 Villingen, später spielte er in der 1. Liga in Luxemburg. In der Regionalliga Bayern bringt er es zudem auf 49 Partien. Diese Erfahrung bringt er nun sichtbar auf dem Feld ein. „Die Doppelrolle ist schon anspruchsvoll. Ich will ein Ruhepol sein und als Motivator vorangehen. Wenn ich auf dem Feld stehe, sehe ich mich klar als Spieler, bin aber mit Marc viel im Austausch.“
Der Beste der Liga?
Von manchem Kontrahenten wurde Benz als „bester Innenverteidiger der Liga“ bezeichnet, er selbst sagt jedoch bescheiden: „Klar, solche Aussagen freuen einen, aber den ganz großen Wert hat das nicht für mich. Da kann es ja auch andere Meinungen geben. Ich gebe einfach alles für den SVZ.“
1431 Minuten stand Benz laut Angaben von fußball.de in dieser Saison schon auf dem Feld, nur Maksym Tkach (1505) kommt auf noch mehr Spielzeit. Er sagt: „Es freut mich, dass wir defensiv so gut aufgestellt sind. Ich liebe es, zu Null zu spielen. Wir zeichnen unsere Partie ja auf und man sieht in vielen Aspekten klare Fortschritte.“
Etwas bremsen muss sich Benz – der in Deutschland wie erwähnt bereits drei Ligen höher aktiv war – selbst dann schon ab und an, wie er verrät: „Ich musste mich nach meiner Rückkehr auch wieder gewöhnen. Man hat quantitativ weniger Einheiten und kann entsprechend weniger Inhalte innerhalb einer Saison ansprechen. Wir geben den Jungs viel Input, und die Mannschaft ist auch sehr wissbegierig. Aber klar, in einzelnen Momenten muss man die Erwartungen auch mal etwas runterschrauben.“
Die Rolle hat sich verändert
Was für Benz jedoch nicht verhandelbar ist, sei die hundertprozentige Bereitschaft in jedem Spiel. Schließlich ist ihm klar: „Die Liga ist sehr spannend, das war früh abzusehen. Es gibt keine leichten Partien, wir müssen immer ans Maximum. In der Vorrunde waren wir lange die Jäger, nun sind wir mal die Gejagten, das hat auch was. Trotzdem, und das ist keine Floskel, denken wir einfach von Spiel zu Spiel.“