Überraschende Fakten nahmen die Besucher des GVO-Netzwerktreffens von Bad Dürrheimer mit nach Hause. Auch seltenes Apfelschorle-Wissen gehörte dazu. Foto: Cornelia Spitz

Beim GVO-Netzwerktreffen lüftet Bad Dürrheimer Mineralbrunnen-Geheimnisse. Darunter: Darum muss der Deckel drauf oder die Story hinter der veganen Schorle.

Es war das Netzwerktreffen des Gewerbeverbands Oberzentrum, kurz: GVO, das am Donnerstagabend den Fokus auf die „Sprudelfirma“ in Bad Dürrheim lenkte. Obwohl das weit über die Grenzen der Kurstadt bekannte Mineralwasser-Unternehmen, die Bad Dürrheimer Mineralbrunnen GmbH, ihren Sitz nicht im Oberzentrum hat, dürfte eines klar sein: Wenn bei den Unternehmen in der Doppelstadt Mineralwasser auf den Tisch kommt, dann meist das aus der Nachbarschaft.

 

Entsprechend gut vernetzt ist das Aushängeschild aus Bad Dürrheim. Und viele hatten bereits zuvor einmal einen Blick hinter die Mineralbrunnen-Kulisse werfen dürfen. Doch wer glaubte, er kenne das Unternehmen aus dem Effeff, der irrte. Dieses Mal nämlich gab es dort Fakten zu erfahren, die wohl selbst vielen eingefleischten Bad Dürrheimer-Trinkern bislang noch unbekannt waren.

GVO-Präsident Joachim Müller sorgte gleich zu Beginn in seiner Begrüßungsrede für die ersten Aha-Effekte, weil er Zahlen und Daten nannte, die tief beeindruckten: „100 Millionen Liter gehen hier raus – im Jahr!“, 27 Millionen Euro Jahresumsatz, ein Durchschnittsalter der Mitarbeiter von gerade einmal 45 Jahren und die Arbeitnehmer bringen es hier auf im Schnitt 17 Jahre Betriebszugehörigkeit, so Müller.

Strahlen vor dem Hintergrund eines gelungenen Netzwerktreffens am Donnerstagabend: Bad Dürrheimer-Geschäftsführer Alexander Ruf, Marketingleiter Michael Neuenhagen und (rechts) GVO-Präsident Joachim Müller. Foto: Cornelia Spitz

Witzelte Marketingleiter Michael Neuenhagen auch noch, Müller habe ihm mit derartiger Detailkenntnis die Show gestohlen, setzte er noch eins drauf, indem er in der Folge das erste der wohl drei überraschendsten Geheimnisse dieses Abends lüftete.

1. Die überraschende Story dahinter

Die Frage stellt sich: „Warum wurde das Unternehmen 1958 überhaupt gegründet?“

Die Geschichte dahinter nämlich sorgte durchaus für Erheiterung: Der damalige Bürgermeister Otto Weissenberger sei „komplette entsetzt“ gewesen, „dass die Gäste in Bad Dürrheim verdünnte Sole trinken mussten“. Aber da es vor Ort kundige Landwirte gab, die genau wussten, wohin die Rösser strebten, wenn sie Bauchweh hatten, konnte die Suche nach dem Brunnen an genau dieser Stelle ja nur ein Treffer sein. Aber: „Damals trank man 14 bis 15 Liter Mineralwasser im Jahr, das war wirklich nix!“ Der Freiburger Unternehmer Adelbert Vogt hatte also ganz schön viel Idealismus im Gepäck, als er trotzdem kam und die Firma aufmachte. Wie vorausschauend: „Heute trinkt man pro Kopf 140 bis 150 Liter Wasser!“

2. Deshalb muss der Deckel draufbleiben

Apropos Kopf: An der Spitze des Unternehmens steht seit noch nicht ganz zwei Jahren Geschäftsführer Alexander Ruf – weil es für ihn im Unternehmen seither so viel zu tun gab, lag getreu dem Motto „wenn der Berg nicht zum Propheten kommt....“, die Idee zum Netzwerktreffen des GVO in „seinen“ Hallen nahe. Und dass die Rundgänge durchs Unternehmen trotz dessen Bekanntheit in der Region so viele nach dem Feierabend hinterm Ofen hervorlockten, lag zweifellos auch an den vielen Dingen, die man dort erfuhr und bislang noch nicht wusste.

Alles, was man über Bad Dürrheimer bislang noch nicht wusste, gab es hier zu erfahren. Foto: Cornelia Spitz

Warum zum Beispiel soll man „immer, immer“ den Aludeckel auf der Glasflasche lassen, wenn man das Leergut zurückgibt? Wer bei der Führung dabei war, wusste später: Weil die Flasche bis zu 50-mal wieder befüllt wird, und der Schraubdeckel auf dem Gewinde die Chance, dass das gelingen kann, immens erhöht.

Ja, der Alu-Deckel wird recycelt. Das aber ist längst nicht der wichtigste Grund, warum Verbraucher ihn vor der Rückgabe der Pfandflasche aufschrauben sollten. Foto: Cornelia Spitz

Die Gefahr, dass das empfindliche Gewinde unterm Deckel einen Schlag abbekommt, ist einfach viel geringer.

3. Der vermeintliche Gag, der gar keiner ist

Die überraschendste Erkenntnis aber war für viele jene: Das „vegane Apfelschorle“ von Bad Dürrheimer ist gar kein Gag. „Echt nicht?“ Echt nicht! Vor dem „veganen Apfelschorle“ wurde das klare Schorle nämlich mit Gelatine, einem tierischen Produkt, geklärt, war zu erfahren. Und auch wenn das „vegane Schorle“ kein Gag ist, werbewirksam ist es allemal: In dieser Version nämlich trinken es auch Muslime.