Bereits zum achten Male war das erstklassige Blechbläserensemble „Classic Brass“ zu Gast in der Tailfinger Pauluskirche. Das Konzert war hervorragend besucht – und hielt so manche Überraschung parat.
Dem vom Dresdener Trompeter Jürgen Gröblehner 2009 gegründeten Ensemble gehören außer Gröblehner selbst Zoltán Nagy, ebenfalls Trompete, der Hornist Christian Fath, Posaunist Szabolcs Horváth und Roland Krem mit seiner Tuba an. Jeder dieser Musiker ist in der Lage, als Solist zu brillieren, doch was sie einzigartig macht, ist ihr perfektes Zusammenspiel und die Homogenität ihres Klangs.
Den festlichen Auftakt machte Friedrich Silchers Fanfare über das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“, dargeboten in einem großartigen Arrangement von Christian Fath – markante Fanfarenklänge umschlossen das besungene Christuskind. Der Begrüßung von Pfarrer Gottfried Engele folgte in sanft wiegendem Rhythmus sehr stimmungsvoll und klanglich differenziert das „Pastorale“ aus Arcangelo Corellis Weihnachtskonzert.
Stück für Stück bewiesen die Musiker ihr virtuoses Meisterhandwerk
Anschließend erklangen drei Stücke aus Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ – erstaunlich, wie viel Klangfülle die fünf Bläser dem großen Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ zu geben vermochten: Herrlich erschallten die hohen Trompeten, um welche die übrigen Bläser sehr überzeugend den Chorsatz wiedergaben. Auch in der Bass-Arie „Großer Herr und starker König“, welche dem anrührenden und innigen Choral „Wie soll ich dich empfangen“ folgte, brillierten die Trompeten, und die Melodie war bei der Posaune in guten Händen.
Das „Largo“ aus „Der Winter“ von Antonio Vivaldi bot dem Tubisten eine Gelegenheit zum großen Auftritt: Sein Instrument strahlte mit seiner tiefen Stimme behagliche Wärme am Kamin aus, leise begleitet von Trompete und Posaune. Danach ein Werk, von dem man zuerst nicht so recht zu sagen wusste, was es in einem Weihnachtsprogramm zu suchen hatte: Mozarts Variationen über „Ah, vous dirai je maman“. Als die tiefen Bläser das Thema aufnahmen, wurde klar, warum – alle erkannten „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Die Variationen erwiesen sich als musikalische Kostbarkeiten, bei der Posaune, Tuba und Horn ihre Virtuosität demonstrierten. Den grandiosen Schlusspunkt setzte eine „Tutti“-Variation.
Musiker und Instrumente setzen Kontraste – und gehen doch Hand in Hand
Der zweite Konzertteil begann mit „Denn es ist uns ein Kind geboren“ aus dem Georg Friedrich Händels „Messias“, einer großartigen Chorfuge, die „Classic Brass“ bravourös meisterte. „Tochter Zion“, ursprünglich von Georg Friedrich Händel für das Oratorium „Judas Makkabäus“ komponiert und von Heinrich Ranke mit einem deutschen Text versehen, erklang in einem prachtvollen Satz, an den sich als wirkungsvoller Kontrast ein Stück Filmmusik anschloss, nämlich „Where Are You Christmas? – Wo bist du, Weihnachten?“ von James Horner. Es begann melancholisch mit Glockenspiel; danach schälte sich aus einem veritablen Klangteppich die vom Flügelhorn angestimmte Melodie heraus, wurde von der Posaune aufgenommen und leitete über zu einem triumphalen Schluss.
Und noch eine Filmmusik: Schwungvoll und anrührend zugleich erklang Karel Swobodas Titelmelodie von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ in einem Arrangement von Christian Fath. Danach waren die Zuhörer selbst gefordert und stimmten in das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ ein. Mit dem „American Christmas-Medley“, jazzig arrangiert von Ingo Luis, ging das Programm zu Ende.
Lautlinger Konzertbesucher sind hellauf begeistert – und erhalten eine Zugabe
Danach setzte donnernder Applaus ein und die begeisterten Zuhörer erhielten als Zugabe ein weiteres Arrangement von Weihnachtsliedern. Organisator Gerhard Gonser, dankte allen Helfern für ihren Einsatz und den fünf Bläsern von Classic Brass für die gelungene Einstimmung aufs Weihnachtsfest. Die mit der zweiten Zugabe „We Wish You A Merry Christmas And A Happy New Year” einen perfekten Abschluss fand.