Die Hoffnung auf Frieden galt als Leitmotiv bei den Stücken, die dem Publikum in der Stiftskirche dargeboten wurden. Foto: Vögele

Die Schüler und das Lehrerkollegium des Clara-Schumann-Gymnasiums haben zum Adventskonzert in der Stiftskirche eingeladen und das Publikum begeistert. Eine Art roten Faden bildete bei den musikalischen Darbietungen die Hoffnung auf Frieden.

Ein großes Geschenk an die vielen Zuhörerinnen und Zuhörern machten die Schüler und das Lehrerkollegium des Clara-Schumann-Gymnasiums am vergangenen Donnerstag mit ihrem Adventskonzert in der Stiftskirche. Die ganze Bandbreite der gegenwärtig düsteren Weltlage war in eine musikalische Intensität eingebettet, die durch die tröstliche Botschaft des Advents eine tief empfundene Hoffnung, ja Freude erhielten. Eingespannt in die Eckpfeiler mit der Bitte um Frieden, verbanden sich alle Darbietungen um das große Thema der Versöhnung und der Hoffnung auf jenen Frieden, den die Engel auf Bethlehems Fluren ansagen.

 

Mit dem gregorianischen Hymnus „Da pacem Domine“ zogen die Sängerinnen und Sänger in den Altarraum und gaben diesem Ruf durch die dreifache Steigerung eine besondere Intensität, die in den Choral „Verleih uns Frieden“ von Johann Hermann Schein mündete. Hanns Eislers Lied „Gegen den Krieg“ griff mit anderen Stilmitteln die Friedenssehnsucht auf, die auch in dem Spiritual „L’ve got peace like a river“ und im Taizé-Gesang „Im Dunkel unsrer Nacht“ eindrücklich zur Sprache kam.

Verschiedene Lieder greifen Sehnsucht nach Frieden auf

Christian Turck bearbeitete für das Unterstufenensemble den Chorsatz „Adiemus“ von Karl Jenkins, das in den 90er-Jahren eine Art Kultstatus besaß. Danach erklang Händels „Tochter Zion“ wie eine strahlende Offenbarung von der Kanzel herab. Theo Sonntag (Knabensopran) weckte mit seiner Stimme die weihnachtliche Freude. Loralie Schmidt (Sopran) und Ann-Kathrin Grabel (Violine) interpretierten empfindsam „Domine Deus rex coelestis“, den Mittelteil aus Vivaldis „Gloria“.

Mit den Motetten „Christe, der du bist Tag und Licht“ und „Herr, wie du willst“ von Michael Praetorius zeigte das Vokalensemble sein großes Können. Das Horn-Trio spielte sodann den Kanon „Dona nobis pacem“ von Clemens non Papa. Weihnachtliche Freude erklang in dem englischen Volkslied „Ding dong“, im amerikanischen Song „Sing Jubilate Deo“ von Jerry Estes und im afrikanischen „The Saviour’s com“. Anna Tabbush komponierte den Chorsatz „Harbour“ unter dem Eindruck des syrischen Krieges. Er erhielt durch die heutigen Kriege erneut bestürzende Aktualität. Der Ruf nach Verständnis für die Not der Menschen macht dieses Stück unverwechselbar.

Das Sinfonie-Orchester leitete mit einem Arrangement von Christian Turck nach Melodien aus dem Musical „Frozen“ nochmals zum Ausgangspunkt des Konzertes über. Ausdrucksvoll sang der Große Chor den liturgischen Hymnus „Ubi caritas et amor“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, der moderne und mittelalterliche Stimmenvielfalt überzeugend zusammenführt. Alle Musik des Abends mündete in die Choralkantate “Verleih uns Frieden“, von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die 1831 entstandene Kantate fußt auf dem altkirchlichen „Da pacem Domine, dessen Text 1528 von Martin Luther in das Lied „Verleih uns Frieden“ einfloss.

Kultstatus in den 90er-Jahren

Eines der Stücke, die am Donnerstag gespielt wurden, war „Adiemus“ vom walisischen Komponisten Karl Jenkins. Das Lied komponierte Jenkins im Jahr 1994 für einen Werbespot der amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines. Das Album „Songs of Sanctuary“, auf dem der Song zu finden ist, wurde zu einem großen Erfolg. Die Sprache, die darauf verwendet wird, ist eine Erfindung von Jenkins und besteht aus erdachten Silben und Wörtern.