Bei vielem, für was Nagold bekannt ist, haben sie ihre Finger mit im Spiel. Dabei haben sie noch nicht einmal zwei Stellen und 56 000 Euro Budget zur Verfügung: der City-Verein.
23 Jahre gibt es jetzt den Nagolder City-Verein – auf der einen Seite getragen vom Nagolder Gewerbeverein, auf der anderen Seite von der Stadt Nagold. Längst hat sich der Verein und mit ihm der Posten der Citymanagerin etabliert. Sogar schwere Zeiten wie die Corona-Jahre hat man überstanden.
Und die Rückendeckung durch Stadt und Gewerbeverein ist ungebrochen. Vor gut einem halben Jahr erst erhöhten die beiden Beteiligten ihren Beitrag auf jeweils 67 000 Euro. Verbunden mit höchstem Lob: „Effektiver geht es wirklich nicht“, kommentierte Oberbürgermeister Jürgen Großmann im Herbst 2025 die Arbeit des City-Vereins. „Wir sind hoch zufrieden, wie sich das entwickelt.“
Und in der Tat ist der Cityverein ein Beispiel für Effizienz. Denn mit 1,8 Stellen und einem Budget von 56 000 Euro im Jahr 2026 betreibt City-Managerin Saskia Gärtner mit ihren Mitarbeiterinnen Isabelle Nägele und Anne-Marie Rilling intensives Standortmarketing mit einigen großen und vielen kleineren Aktionen. Was sie in einem Jahr so auf die Beine stellt, darüber berichtete die City-Managerin jetzt dem Nagolder Gemeinderat.
Gärtner hat mit den „Nagoldenen Einblicken“ Neues etabliert
Neben den Klassikern wie dem Nagolder Frühling, dem Nagolder Mittsommer und dem Flaggschiff Urschelherbst ist Gärtner mit ihrem Team auch an der Gartenmesse und der Markttafel beteiligt, die sich aber als sehr witterungsanfälliges Format herausgestellt hat. Als krönenden Abschluss des eigenen Veranstaltungsjahrs hat sich längst die „Lichternacht“ etabliert.
Zum Portfolio gehören auch kleinere Veranstaltungen wie der Laternenumzug, die Aktion „Kunst auf Abwegen“ mit den Freiberuflern und das von Mai bis September laufende After-Work-Event „Nagoldene Stunde“ mit den Gastronomen. Eine Wiederbelebung erfuhr inzwischen die „Nacht der Werkstätten“, die im dreijährigen Rhythmus stattfindet.
Von Ostereiern und Weihnachtskugeln
Neben solchen Dauerbrennern hat Gärtner auch ein neues Format in der Stadt etabliert: die „Nagoldenen Einblicke“, bei denen 80 Gäste an einem Abend hinter die Kulissen von vier Nagolder Geschäften schauen können. Die ersten zwei Ausgaben seien ein „voller Erfolg“ gewesen, die Tickets seien binnen drei Tagen ausverkauft gewesen, konnte Gärtner den Gemeinderäten berichten.
Doch damit nicht genug. Saskia Gärtner und ihr Team sind auch mit reichlich „kleineren“ Aktionen am Start. Aktuell wäre da natürlich die Osteraktion. Rund um Weihnachten übernehmen sie die Koordination rund um den Weihnachtsbaum, die Weihnachtskugeln und die kleinen Weihnachtsbäume vor den Innenstadtgeschäften.
Nagold-Magazin mit einer Auflage von 100 000 Stück
Zweimal im Jahr stellt Gärtner das „Nagold erleben-Magazin“ auf die Beine, das in einer Auflage von 100 000 Stück in einer Region von Tübingen bis Baiersbronn, von Bad Liebenzell bis Haigerloch und sogar bis in die Region Stuttgart unter die Leute gebracht wird. Etabliert hat sich auch der Nagolder Geschenk-Gutschein mit dem Namen „Nagoldvorrat“. Die Zusammenarbeit mit dem Nagolder Stadtmarketing manifestiert sich unter anderem in der Stadtmarke „Nagoldfieber“ und dem Bespielen des gleichnamigen Instagram-Kanals.
Angesichts eines solchen Pensums suchte man im Gemeinderat vergeblich nach kritischen Tönen. Im Gegenteil. Siegrid Plaschke, selbst stellvertretende Vorsitzende des City-Vereins, lobte die Arbeit des kleinen Teams in den höchsten Tönen: „Wenn wir den City-Verein nicht hätten, müssten wir ihn erfinden.“