Seit 40 Jahren schon besteht das City-Rondell, und seit 40 Jahren herrscht dort ein Kommen und Gehen der Händler. Nicht zuletzt der anstehende Auszug der Osiander-Filiale wirft kein gutes Licht auf das Einkaufscenter. Centermanagerin Sarah Leberle ist aber weiterhin optimistisch.
VS-Schwenningen - Im Café-Restaurant auf der Galerie im Obergeschoss des City-Rondells brennen am Freitagmittag noch einmal die Lichter – zum letzten Mal allerdings. Ein Mitarbeiter ist vor Ort, um das italienische Café-Restaurant auszuräumen. Zum August hin haben er und Hüseyin Baser, auf den der Pachtvertrag läuft, die Kündigung beim Centermanagement eingereicht.
"Calimero 2" überlebt die Corona-Krise nicht
Der Lockdown während der Corona-Krise sei der Genickbruch für den Betrieb gewesen, berichtet der Gastronom. Er habe keine staatliche Unterstützung bekommen, so sei die Kündigung die einzig richtige Lösung gewesen. Ob es einen baldigen Nachfolger geben wird, das weiß er nicht. Und auch Centermanagerin Sarah Leberle möchte zu diesem Thema "aktuell keine Aussage treffen".
Wie sieht es darüber hinaus im City-Rondell aus, auch im Hinblick auf die Corona-Krise? Sie sei stolz zu sagen, dass das Team sehr gut zusammengearbeitet und sich sehr schnell und gut auf die neue Situation angepasst habe, sagt Leberle.
Durch die Krise sei es von zwei nationalen Insolvenzen betroffen – das Friseurgeschäft Klier sowie die Bäckerei Bumüller sind geschlossen –, ansonsten hätten alle Geschäfte gehalten werden können. Dennoch gibt es weitere Leerflächen, und das schon seit Längerem: Der Suppen-Verkauf "Soupp Culture" im Außenbereich des City-Rondells ist vor etwa einem Jahr in größere Räume in die Friedrich-Ebert-Straße gezogen und boomt dort. Im Obergeschoss ist die Fläche links neben dem Dekogeschäft Depot leer, und auch die Esprit-Filiale, die sich früher sogar über zwei Etagen erstreckt hat, gibt es nicht mehr. Unübersehbar ist mittlerweile ebenso, dass die Osiander-Filiale in wenigen Wochen aus dem Obergeschoss des City-Rondells ziehen wird – in den Seitenbereich der C&A-Filiale vis-à-vis zum Einkaufscenter, die derzeit renoviert wird. Schon ab September, so steht es auf den Bannern in den C&A-Schaufenstern, werden am neuen, zentraleren Standort Bücher verkauft.
"Wir stehen im Austausch mit potenziellen Mietern, die eine Ergänzung zum Angebot im City-Rondell darstellen würden", meint Sarah Leberle im Hinblick auf einen möglichen Nachfolger für die bald leerstehenden Flächen. Die Mietgesuche seien aber noch nicht final und zu möglichen Vertragsverhandlungen könne sie nichts sagen.
Centermanagerin setzt neues Werbekonzept um
Vor rund zwei Jahren hat Sarah Leberle die Nachfolge von Rudolf Haselbach, der in den Ruhestand gegangen ist, angetreten. Im selben Zug hat auch die Betreiberfirma im City-Rondell gewechselt: Seither verwaltet die Multi Germany GmbH mit Sitz in Düsseldorf das Einkaufscenter. Für Multi leitet Sarah Leberle nicht nur das City-Rondell, sondern auch die WilhelmGalerie in Luwigsburg.
Die Arbeit in Schwenningen gefalle ihr sehr gut, und auch die Zusammenarbeit mit den Mietern und Geschäftspartnern sei sehr positiv, sagt Leberle. Trotz der Corona-Krise habe man einige Ideen und Verbesserungen umsetzen können, mitunter sei die Werbelinie erneuert und neue Veranstaltungsreihen wie eine Ausstellung zum ehemaligen Mauthe-Areal umgesetzt worden. Auch für die Zukunft seien Aktionen geplant, um die Attraktivität des City-Rondells zu steigern.
Das Jubiläum zum 40-jährigen Bestehen soll im November über die Bühne gehen. Sarah Leberle: "Wir freuen uns sehr darauf 40 Jahre City-Rondell mit unseren Kunden, Mietern und Partnern zu feiern."