Die Sternenbäck-Filiale im City Rondell soll offenbar Ende November geschlossen werden. Die Stammkundschaft findet das sehr bedauerlich. Wie es für die Beschäftigten weitergeht, ist noch offen. Und auch das Reformhaus im Rondell schließt.
Die Filiale der Bäckerei Sternenbäck im City Rondell in Schwenningen steht offenbar vor der Schließung.
Kunden, die sich in dem Geschäft erkundigten, bekamen zur Auskunft, dass die Filiale spätestens Ende November geschlossen werde. Das bestätigten der Redaktion auch Mitarbeiterinnen vor Ort.
Fünf Beschäftigte hat die Filiale demnach derzeit noch – wie es für sie nach der Schließung weitergeht, wissen die meisten von ihnen noch nicht, wie die Redaktion vor Ort erfuhr.
Herber Verlust
Vor allem für die vielen Stammkunden, die hier gerne einkaufen und auch auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen im rückwärtigen Café-Bereich einkehren, wäre das ein herber Verlust, wie diese auch immer wieder den Verkäuferinnen sagen.
Möglich scheint derweil noch, dass die Filiale von jemand anderem übernommen wird und die Mitarbeiterinnen dort gegebenenfalls weiterbeschäftigt werden könnten. Laut der Kanzlei, die die Großbäckerei Sternenbäck aus Herrenberg in deren Insolvenzverfahren betreut, befinde man sich im Investorenprozess und habe das Ziel, dass alle Filialen im Südwesten weiterbetrieben werden, wie verschiedene Medien berichten.
Die Großbäckerei hat Ende September bekannt gegeben, dass sie ihre Hechinger Produktion spätestens zum Jahresende schließe. Geschäftsführer Frank Winter hatte das in einer Pressemitteilung auf der Internetseite des Unternehmens mitgeteilt.
Im Mai hatte Sternenbäck ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Man sehe sich „mit einer Reihe von Herausforderungen und insbesondere signifikanten Veränderungen der Rahmenbedingungen konfrontiert“, hieß es damals. Es seien die extrem gestiegenen Produktionskosten – genauer Rohstoff-, Energie- und Personalkosten – gewesen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens derart beeinträchtigt hätten, dass es keine Alternativen zu einer „gerichtlichen Sanierung“ mehr gegeben habe. Man wolle den Geschäftsbetrieb aber an den drei Produktionsstandorten und in 123 Filialen in fünf Bundesländern fortführen, wurde im Frühjahr betont.
Das war dann auch der Fall. Auch in Schwenningen im City Rondell und auch zum Beispiel in der Filiale im Trossinger Rewe-Markt in der Butschstraße wurden wie gehabt weiter Brötchen, Brot und Co. verkauft und das Personal weiter beschäftigt. Jetzt aber scheint es doch nicht weiterzugehen.
Insolvenzantrag im Mai
Die Sternenbäck-Gruppe hat insgesamt rund 1000 Beschäftigte. Schon während der Corona-Pandemie war sie in finanzielle Schieflage geraten und hatte Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. In der Folge wurden einige Filialen geschlossen, es konnte aber erstmal weitergehen.
Die konkrete Schließung der Filiale in Schwenningen bestätigt das Unternehmen Sternenbäck aktuell selbst nicht. Aus der Hechinger Zentrale kam auf Nachfrage diese Antwort: „Aufgrund der aktuellen Situation ist es leider nicht möglich, Presseanfragen im Detail zu beantworten.“ Man verstehe, dass es viele offene Fragen geben möge, bitte jedoch um Verständnis, dass man zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Informationen bereitstellen könne.
Keine Antwort vom Center
Eine Nachfrage beim Manager des City Rondells blieb unbeantwortet. Hier will man sich anscheinend momentan nicht dazu äußern, was die Schließung der Bäckerei-Filiale für das Einkaufscenter bedeutet und wie es danach weitergehen könnte.
Und noch ein weiteres Geschäft schließt im City Rondell: Direkt gegenüber der Sternenbäck-Filiale ist gerade Räumungsverkauf in „Heldmanns Reformhaus“. Inhaber Igor Kanevskiy, der auch die benachbarte, gleichnamige Apotheke betreibt, bestätigte jetzt im Gespräch mit der Redaktion, dass das Reformhaus in der ersten Novemberwoche geschlossen wird.
Wirtschaftliche Gründe
„Ich kann es nicht mehr wirtschaftlich betreiben“, fasst er zusammen, was ihn zu diesem Schritt bewogen hat. Immer mehr andere Geschäfte hätten mittlerweile Naturkost und andere Produkte aus dem Sortiment im Angebot, das auch das Reformhaus über viele Jahre ausgezeichnet hat. Das habe mit dazu geführt, dass die Nachfrage nachgelassen habe. Sehr treue Kundschaft habe man bis zum heutigen Tag, aber „das reicht einfach nicht aus“, sagt Igor Kanevskiy.
Das Reformhaussortiment, das er in der Apotheke verkaufen darf – hier vor allem Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel – wird er dort auch weiterhin anbieten. Dafür werden dann auch Bestellungen entgegengenommen, wenn sich zeigt, dass die entsprechende Nachfrage da ist. Für das bislang im Reformhaus beschäftigte Personal bedeutet die Schließung ebenfalls eine Änderung: Eine der Mitarbeiterinnen geht in Rente, eine weitere geringfügig beschäftigte Kraft habe er leider nicht übernehmen können, so der Inhaber.
Das Reformhaus wird nun noch bis voraussichtlich Ende Oktober geöffnet sein, aktuell wird das Restsortiment abverkauft.