Während des Fackellaufs sprachen die sieben Konfirmanden Gebete für Burladingen. Foto: René Wolff

Die evangelische Kirchengemeinde Burladingen hatte zur „Church Night“ eingeladen. Während anderswo Kürbisse und Süßigkeiten im Mittelpunkt standen, gab es dort einen Erlebnisgottesdienst.

Pfarrer Christian Schmitt, seit kurzem in der Stadt, wollte seiner Gemeinde etwas Besonderes bieten. Mit einem Fackellauf und einem gemeinsamen Abendmahl feiern etwa 30 Mitglieder der evangelischen Gemeinde daher eine alternative Veranstaltung zu Halloween.

 

Schmitt hatte ein ähnliches Konzept bereits in seiner vorherigen Gemeinde eingeführt. Für Burladingen war es jedoch etwas Besonderes, da der Reformationstag aufgrund der katholischen Prägung der Stadt bisher kaum gefeiert worden war.

Abendmahl vor der Lourdes-Grotte

Doch das Konzept des neuen Pfarrers funktionierte. Etwa 30 Mitglieder der evangelischen Gemeinde versammelten sich an diesem Abend zum gemeinsamen Gebet und einem Fackellauf.

Das Abendmahl, welches den Abschluss des Abends markierte, wurde vor der Lourdes- Grotte gefeiert, unter freiem Nachthimmel und im Schein des Mondlichts. Gemeinsam mit den sieben Konfirmanden und mit Unterstützung seines Teams wurde die gesamte Veranstaltung geplant und vorbereitet. Die Freiwillige Feuerwehr Burladingen leuchtete zu diesem besonderen Anlass die mit einem Altar bestückte Lourdes Grotte aus.

Süß-würziger Duft nach Punsch

Die „Church Night“ begann jedoch in der Versöhnungskirche mit einer Eröffnungspredigt des Pfarrers, zusammen mit Vera Bender und Alfons Günder, beide Mitglieder des Kirchengemeinderats. Bereits bei der Ankunft konnte man den süßlich-würzigen Duft von Punsch wahrnehmen.

In der Predigt standen an diesem Abend das Gebet und die Besinnung der vier „Soli“, des Kerns des christlichen Glaubens nach Martin Luther - im Mittelpunkt: „Sola fide, sola scriptura, solus Christus, sola gratia“ - allein durch den Glauben, allein die Schrift, allein Christus, allein durch Gnade.

Vier Stationen entlang des Weges

Der Weg zur Grotte, quer durch Burladingen, wurde mit einem Fackellauf begangen. Dabei gab es insgesamt vier Stationen, an denen jeweils gebetet wurde.

Während bei Halloween an den Häusern geklingelt und „Süßes oder Saures“ gefordert wird, ging es bei der Fackelwanderung um Fürbitten. An einer Station wurde beispielsweise für Frieden in den Kriegen in der Ukraine und in Israel sowie im eigenen Leben gebetet.

„Klagemauer“ für Gedanken und Wünsche

Mit flackernden Flammen ging es zur Marienkapelle am Hochsteig, wo die Konfirmandinnen für die Stadt, ihre Bewohner und die Vereine Burladingens beteten. Der dritte Stopp fand hinter Trigema statt, wo eine „Klagemauer“ aufgebaut war. An dieser bestand die Möglichkeit, seine Gedanken aufzuschreiben und die Zettel in die Mauer zu stecken. Bereits von dort aus war das Licht der Grotte zu erkennen.

Und das Licht spielte eine wichtige Rolle an diesem Abend. „Es symbolisiert das Licht des Glaubens, das weitergegeben wird und strahlt“, erklärte Pfarrer Schmitt.

Vera Bender (von links), Christian Schmitt und Alfons Günder bei der Eröffnungspredigt Foto: René Wolff

Die Fackeln der Gruppe waren ein Licht, das neben den brennenden Kürbissen durch die Straßen zog. Menschen in den Kostümen von Geistern und Hexen schauten verwundert auf den Fackelzug. Doch Schmitt betonte auch: „Es war keine Gegenveranstaltung zu Halloween.“ Es war vielmehr die Feier der Reformation der evangelischen Kirche.