Nach einer ordentlichen, aber nicht sehr guten Hallensaison bereitet sich Christoph Kessler auf die ersten Freiluftwettkämpfe des Jahres vor. Den Sommer will der Donaueschinger mit einem Start bei der Weltmeisterschaft in Budapest krönen.
Es wird aber alles andere als einfach, will der Mittelstreckler der LG Region Karlsruhe ein WM-Ticket lösen. Wer sicher in der ungarischen Hauptstadt dabei sein will, muss über die 800 Meter eine Zeit von 1:44,70 Minuten aufweisen. Über die 1500 Meter wurde als Norm eine 3:34,20 Minuten bestimmt.
Die Vermutung
Bei Christoph Kessler stehen bisher eine 1:45,27 (800 Meter) und eine 3:36,63 (1500 Meter). Der 27-Jährige muss sich also steigern, will er über die Zeit den WM-Zug erwischen. „Über die Normen werde ich es wohl nicht schaffen. Da geht es in diesem Jahr für mich erst einmal darum, die Leistungen aus der vergangenen Saison zu bestätigen“, rechnet sich der Donaueschinger größere Chancen auf einen Startplatz über die Weltrangliste aus. „Aber auch da wird es extrem schwer“, verweist Kessler auch auf 2022. „Da war es ja unglaublich knapp. Am Ende hat es aber gereicht“, blickt der Mittelstreckler auf die Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Eugene. Damals verpasste Kessler über die 1500 Meter denkbar knapp den Sprung ins WM-Halbfinale.
Die Entscheidung
Ähnliches Pech hatte er kurz danach bei der Heim-EM in München – allerdings im Semifinale über die 800 Meter. „Ich werde mich aber wieder eher auf die 1500 Meter konzentrieren“, will Christoph Kessler am 10. Mai bei der „Langen Laufnacht“ in Karlsruhe erstmals wieder über diese Strecke starten. Zuvor steigt der Donaueschinger mit der DM der Langstaffeln in Bietigheim (29. April) in die Freiluftsaison ein. „Ein großes Ziel ist auf jeden Fall auch die DM“, möchte er seinen Titel über die 1500 Meter verteidigen.
Das Trainingslager
Um optimal auf den Saisonstart vorbereitet zu sein, schwitzt Christoph Kessler derzeit im italienischen Urlaubsort Cervia. Zehn Tage lang bereitet sich der Donaueschinger zusammen mit zahlreichen anderen Sportlern aus süddeutschen Läuferhochburgen an der Adria auf die ersten Wettkämpfe vor. „Wir haben zwei Einheiten pro Tag. Dazu kommt Kraft- und Sprinttraining. Schwimmen ist ebenfalls möglich. Zudem können wir zu den Physios gehen“, würde das, so Kessler, „sehr gute Essen“ die nahezu perfekten Bedingungen abrunden.
Christoph Kessler ist also bereit für die Freiluftsaison, nach der er sich entschieden will, ob er 2024 weitermacht, um sich dann seinen olympischen Traum zu erfüllen.
WM-Qualifikation
Athleten können sich für die Weltmeisterschaften in Budapest qualifizieren, indem sie eine Norm erfüllen oder über die Weltrangliste in ihrer Disziplin. Für fast alle Disziplinen ist der Qualifikationszeitraum vom 31. Juli 2022 bis zum 30. Juli 2023 festgesetzt. Die WM-Titelverteidiger erhalten eine Wild Card – ebenso wie die Sieger der Diamond League, der World Race Walking Tour und der World Combined Events Tour 2022.