Die Venus ist derzeit eine Baustelle. Foto: Mark Beilharz

Die Venus-Figur bröckelt – zumindest am Sockel. Dort sind die Fugen im Naturstein beschädigt. Handwerker kümmern sich jetzt um die Reparatur des Wahrzeichens.

Aktuell scheint die Freudenstädter Venus fast vollständig verhüllt zu sein. Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine Christo-Installation, sondern um eine wichtige Instandsetzung. Unsere Redaktion hat nachgefragt, welche Maßnahmen für das Freudenstädter Wahrzeichen geplant sind.

 

„Die meisten Fugen sind defekt“, erklärt uns der Maurermeister Ercan Kiris. Der Auftrag der Stadt lautet: Der Sockel muss saniert werden. „Alle Fugen werden ausgebaut und mit Trassmörtel ausgefugt“, erläutert Kiris. „Damit keine Feuchtigkeit eintritt, wird es jetzt repariert.“ Ein wichtiger Schritt, denn sonst entstehe ein erheblicher Bauschaden am Sockel.

Sanierung ab Montag in drei Abschnitten

Gerade steht die Venus eingerüstet inmitten einer Baustelle. Das Gerüst wurde laut dem Referenten des Oberbürgermeisters, Volker Rath, schon diesen Dienstag aufgebaut. Diese Woche laufen schon vorbereitenden Arbeiten, die eigentliche Sanierung beginnt laut Kiris dann ab Montag.

Die Stadt Freudenstadt schätze die Dauer der Arbeiten auf zwei bis drei Wochen, erklärt uns Rath. Die Verwaltung rechnet mit Kosten im niedrigen vierstelligen Bereich.

Die Fugen am Sockel brechen aus. Foto: Mark Beilharz

Auf der Baustelle spricht Maurermeister Kiris von drei Reparatur-Abschnitten : Zuerst werden die beschädigten Fugen im Sockel ausgebaut. Daraufhin sollen die Säule und die Bronzefigur gründlich gereinigt werden. Im dritten Abschnitt wird der Buntsandsteinsockel letztendlich noch mit Mörtel frisch verfugt und versiegelt.

Die Venus gilt als wichtiges Wahrzeichen der Stadt. Die Bronzefigur überblickt in gut acht Metern Höhe den Marktplatz in Freudenstadt. Sie wurde von dem hiesigen Bildhauer David Fahrner geschaffen, seit 1954 steht sie an ihrem prominenten Platz.

Erinnerung an Schrecken des Krieges

Die Bronzefigur erinnert an die Zerstörung und den Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit einer Hand schiebt sie die Vergangenheit von sich, über die andere blickt sie in die Zukunft. Nicht als Zeichen der Verdrängung, sondern als Überwindung des Geschehenen.