Erwanderten den Osterweg: Vorleserin Corina Zimmermann (dritte von links) Gitarrist Stefan Meyer, Gemeindesekretärin Andrea Mazur mit ihrem Hund „Nima“ und rechts vom Schild mit Baskenhut Pfarrer Paul Wassmer und rechts Pfarrerin Bärbel Wassmer Foto: Martin Braun

Einen „Gottesdienst in Bewegung“ gab es am Palmsonntag ausgehend von der evangelischen Kirche St. Johannes in Maulburg mit Pfarrerin Bärbel Wassmer.

Hintergrund der Osterferien sind die Karwoche und das Osterfest der Christen. Jesus wurde nach der Passionsgeschichte der Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in der Bibel in der Karwoche (Leidenswoche Christi) verhaftet und am Kreuz getötet.

 

Vorangegangen war Jesu Einzug in Jerusalem auf einem Esel und ein letztes gemeinsames Essen mit seinen Jüngern (Abendmahl). Bei seinem Einzug in Jerusalem ritt Jesus mit seinem Esel über Palmzweige, die man ihm zu Ehren ausgestreut hat. Daran erinnert Palmsonntag.

800 Meter mit neun Stationen

Aus diesem Anlass gab es nun ausgehend von der evangelischen Kirche St. Johannes in Maulburg mit Pfarrerin Bärbel Wassmer einen „Gottesdienst in Bewegung“ zur Veranschaulichung der Passions- und Ostergeschichte entlang des Osterwegs mit neun Stationen. Dazu machte sich eine Gruppe von rund 20 Teilnehmern bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher mit ihrer Pfarrerin auf den etwa 800 Meter langen Weg vorbei am Rathaus, Richtung Friedhof und über den Floßkanal durch Gärten wieder zur Kirche.

An der zweiten Station nach der Kirche als Ausgangspunkt wurde an Jesu letztes Essen mit seinen Jüngern am Abend vor seiner Verhaftung durch römische Soldaten erinnert. Zu Beginn des gemeinsamen Spazierganges zur Feier von Palmsonntag sang man unter Anleitung von Stefan Meyer (Gitarre) und Pfarrer Paul Wassmer (Gesang) wiederholt das kurze Lied: „Geh mit uns auf unserem Weg“.

Die Passionsgeschichte spazierend nachempfinden

Schon die Station mit „Brot und letztem Abendessen“ zeigte die zwei Anliegen dieses „Osterweges“: Stationen zur Leidensgeschichte Jesu und ihren Bezug zu den Menschen. Gezeigt wird die Leidenswoche Jesu mit ihren Folgen für die, die an ihn glauben: Christi Leidensgeschichte und die Hinwendung zur wandernden Gemeinde: „Hilf uns auf unseren eigenen Wegen, die wir fröhlich entlanghüpfen, aber auch auf den Wegen, auf denen wir Schweres tragen“.

Diesen Zusammenhang von Christi Leiden zu Gläubigen seiner Gemeinde zeigte auch Station vier an der Brücke vom Lettenweg über den Floßkanal: „Es gibt Momente im Leben, in denen wir ein Kreuz tragen müssen. Nicht aus Holz, nicht sichtbar für die Welt – sondern eines, das uns schwer auf der Seele liegt“, sagte Bärbel Wassmer dazu. An dieser von der Gemeinde eingerichteten Station liegt ein Balken, den man als Spaziergänger hochheben kann, um solche Belastung nachzuempfinden.

Nach der Vermittlung der Ostergeschichte zur Auferstehung Jesu mit dem Bild eines großen Rollsteines (Vor Jesu Grab war ein weggerollter Rollstein) am Parkplatz in der Adelhauser Straße unterhalb des Friedhofs mit der Aufschrift: „Hoffnung, Was bringt Licht ins Dunkel? Was bringt Deinen Stein ins Rollen?“ ging es durch die Gärten zurück zur Kirche. Kurz vor der Kirche war Station acht mit einem von Corina Zimmermann verlesenen Schild mit der Osterbotschaft: „Jesus ist nicht tot. Er lebt! Gott hat ihm neues Leben geschenkt.“ Darauf antwortend sang die wandernde Gottesdienstgruppe: „Komm sage es allen weiter, ruft es in jedes Haus hinein: Gott selber lädt uns ein“ von Friedrich Walz.

Der Osterweg kann bis Samstag, 18. April, begangen werden. Er beginnt am evangelischen Gemeindehaus gegenüber der Kirche, Karl-Friedrich-Straße 1. In einem Briefkasten am Baum vor dem Gemeindehaus gibt es dazu einen Flyer mit Plan.