Die christliche Metal-Band „Chaotic Resemblance“ ist inzwischen Stammgast in Sulz: In nicht einmal zwei Jahren hat sie ihre Auftritte Nummer vier und fünf absolviert.
Im Rückblick erweisen sich Travis McConnell, Logan Ellis und James Stolhammer als wahre Multitalente: Nach zwei eher »zahmen« Auftritten in der Michaelskirche im September 2024 und im September 2025 sowie einem richtigen Metal-Konzert in der Gemeindehalle im Mai 2025 spielten sie nun gleich zweimal an einem Tag.
Im Gottesdienst waren bekannte Lieder angesagt, wie »He’s got the whole World in his Hands« – da war auch die Kinderkirche noch mit dabei –, »Amazing Grace« und »The Blessing«. Begleitet wurden die Rockmusiker von Background-Sängerin Salena – McConnells Frau, die die Songs mit ihrer Zweitstimme zusätzlich aufwertete.
Sänger Travis McConnell predigte über eine Geschichte aus der Bibel, in der König David von einer Armee von Feinden bedroht wird. Der Rocker ermutigte die Gottesdienstbesucher, sich an David ein Beispiel zu nehmen, keine Angst zu haben und Gott in allen Lebenslagen zu vertrauen. Übersetzt wurde die Ansprache von Salome Menzler.
Fabian Strunk, der die Chaotic-Tour verantwortet, stellte die Arbeit des Vereins »CVJM Loud an Proud« vor und lud zum größten christlichen Rockfestival Deutschlands ein, das am 18. und 19. September in Wissen (Rheinland-Pfalz) stattfindet – auch dort werden »Chaotic Resemblance« wieder dabeisein, zusammen mit Bands, die seit Jahrzehnten in der christlichen Rockmusikszene bekannt sind, wie »Stryper«, »Petra« und »Bride«.
Nicht nur im Gottesdienst, auch beim zweiten Auftritt am Sonntagabend war das Publikum in der Kirche bunt gemischt, viele Fans mittleren Alters aus Sulz und zum Teil auch weit angereist, ganz junge Hörer, die von den Eltern sicherheitshalber mit Ohrenschützern ausgestattet waren – und auch eine weit über 80-jährige Seniorin war zu sehen, die sagte, man müsse ja »auch offen sein für was Neues«.
„Chaoten“ spielen eigene Songs
Am Abend spielten »die Chaoten«, wie sie von Insidern freundschaftlich genannt werden, unter dem Motto »Heavy Worship« (eine Kombination aus Heavy Metal und Lobpreis) überwiegend Lieder aus ihrem eigenen Repertoire. Vielen sind sie inzwischen bekannt: »Fire on the Altar«, »Fairest Jesus« und »Jesus is King« – da wurde kräftig mitgesungen.
Wieder stand eine Predigt im Zentrum des Abends. Diesmal erzählte Travis McConnell die Geschichte eines Menschen, der Jesus zimmerweise sein Haus überließ – ohne ihm jedoch konsequent den Haustürschlüssel zu geben. Jesus wolle unser ganzes Haus – unser Leben – besitzen. »Jesus will nicht ein Teil von uns sein, wir sollen ein Teil von Jesus sein«, so McConnell.
Nach der Predigt wird es „heavy“
Nach der Predigt und einem kurzen Infoteil wurde es dann richtig »heavy« in der Kirche: Der Sänger stellte seine Akustik-Gitarre zur Seite und nahm den E-Bass in die Hände, Logan Ellis spielte auf seiner Les-Paul-E-Gitarre harte Metal-Riffs und James Stolhammer hämmerte auf sein Cajon, das ein ganzes Schlagzeug ersetzen musste.
Insgesamt war es ein Tag im Zeichen der christlichen Rockmusik und einer Band, die musikalische Vielfalt mit der klaren Botschaft von Jesus Christus kombiniert. Nach zwei Zugaben gab es noch reichlich Möglichkeiten zur Begegnung, zu Autogrammen und zum Erwerb von »Merch« und Festival-Tickets. Noch eine Woche lang sind die »Chaoten« in Deutschland und Schweden unterwegs, bis es dann wieder zurück in die Vereinigten Staaten geht. Und sicherlich werden sie sich in nicht allzu ferner Zukunft wieder in Sulz am Eck blicken lassen.