Einer geht noch –oder? Bisher findet der Balinger Christkindlesmarkt an zwei Tagen statt: Samstag und Sonntag. Das könnte sich jedoch kommendes Jahr ändern. Foto: Beate Marschal

Die Hausaufgaben für dieses Jahr hat die Stadt Balingen erledigt. Doch kaum ist der Christkindlesmarkt vorbei, steht schon die nächste Frage im Raum.

Auch die Balinger Stadtverwaltung muss sich manchmal mit Hausaufgaben herumschlagen. Etwa, wenn es um die größte Veranstaltung des Jahres geht: den Christkindlesmarkt.

 

Die Kritik aus dem vergangenen Jahr haben sie am Wochenende erfolgreich umgesetzt, sagt Stadtsprecher Dennis Schmidt. Eine vergrößerte Marktfläche und ein Quadrat aus Laufwegen haben dafür gesorgt, dass die Besucher deutlich mehr Platz hatten und es folglich weniger Gedränge gab.

Überhaupt: der Weihnachtsmarkt kann als Erfolg verbucht werden, sagt Oberbürgermeister Dirk Abel bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses. „Es war wunderbar. Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen.“ Ein paar Verbesserungsvorschläge haben die Ratsmitglieder dennoch.

Absperrungen und volle Mülleimer

Wie immer bei Großveranstaltungen habe es Kritik der Anwohner wegen der Absperrungen gegeben, bemerkt der Rathauschef. Das lasse sich aber nicht vermeiden. Anders als noch 2024 sei ein Großteil der Standbetreiber dieses Jahr zufrieden mit den Standorten gewesen, so Schmidt.

Neben viel Lob äußert SPD-Stadträtin Annegret Lang auch Kritik: Die Mülleimer seien teilweise übergequollen und besonders auf der Plaza habe viel Müll herumgelegen. Im kommenden Jahr sollte es entweder mehr Mülleimer geben, oder aber die Standbetreiber entsorgen den Müll künftig selbst, so der Vorschlag.

Grundsätzliche versuche die Stadt schnell zu reagieren, wenn etwa Mülleimer voll sind, entgegnet Schmidt. Die Mitarbeiter des Bauhofs seien an beiden Tagen unterwegs gewesen und haben die Mülleimer regelmäßig geleert.

Allerdings komme es immer wieder vor, dass Besucher den Müll einfach auf den Boden schmeißen, während die Mülltonne noch halbleer sei. „Das Thema hat man bei größeren Veranstaltungen immer“, sagt Schmidt.

Kein einheitliches Tassensystem

Während die Standbetreiber Glühwein und Punsch früher noch in Tassen ausgegeben hatten, ist das Pfandsystem seit 2024 Geschichte. Die Veranstalter appellieren seither an die Gäste, ihre eigenen Tassen mitzubringen.

Rund ein Drittel der Besucher habe das auch getan, sagt Schmidt. Wer kein Gefäß dabeihatte, konnte an den Marktständen eines erwerben. Doch hier liegt die Krux: Denn es gebe kein einheitliches System und das habe zu Verwirrung geführt, bemängelt SPD-Stadträtin Nathalie Hahn.

„An machen Ständen haben sie einen Euro für die Tasse verlangt, an anderen zwei. Da braucht es eine einheitliche Vorgabe.“ Die Stadt habe vorab allen Beschickern und Vereinen dazu geraten, zwei Euro pro Tasse als Pfand zu verlangen, so der Stadtsprecher. Mehr als diese Empfehlung auszusprechen, könne das Organisationsteam nicht machen.

Immerhin mussten sie dieses Jahr lediglich 180 Notfalltassen ausgeben – 4000 hatten sie vorrätig. Ein Indikator dafür, dass die Standbetreiber dieses Jahr gut geplant hätten, so Schmidt.

Drei Tage Christkindlesmarkt?

Eine Hand schießt nach der Diskussion über das Tassensystem in die Höhe. Die Frage der CDU-Rätin Katja Kraut ist eigentlich ein Vorschlag: Warum man den Markt nicht bereits am Freitagabend eröffnen könne. „Das würde sich doch lohnen.“ Vor allem, schiebt sie hinterher, für die Standbetreiber. Aber auch die Besucher profitieren davon, so ihre Überzeugung.

Ähnlich sieht der Grünen-Fraktionssprecher Erwin Feucht. „Das habe ich mich auch schon gefragt. Das würde die Sache noch runder machen.“ Und: den Vereinen käme das zugute. Dennis Schmidt daraufhin: „Ich habe nichts dagegen.“

Das wäre allerdings mit einem noch höheren Aufwand verbunden – etwa durch zusätzliche Schichten und ein vorgezogener Standaufbau: „Da müssen wir erstmal bei den Vereinen und Standbetreibern nachfragen.“ Schmidt betreibt selbst seit Jahren auf dem Mössinger Weihnachtsmarkt einen Stand, und weiß um den Aufwand, der dahinter steckt.

Balingen hat seine Hausaufgaben gemacht

Zuspruch für die Idee kommt von OB Abel: „Diese Frage werden wir auf jeden Fall aufnehmen und weiterverfolgen“, verspricht er. Ein dritter Markttag gehe nicht nur mit mehr Zeit für die Besucher und klingelnden Kassen einher – auch die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen guten Tag sei dann jedenfalls größer.

Für dieses Jahr sind die Hausaufgaben abgehakt. Der nächste Arbeitsauftrag lautet nun: Drei Tage Christkindlesmarkt oder bleibt es bei zweien?