Kosten in den Bereichen Energieversorgung, Sicherheit sowie Personal zwingen die Stadtverwaltung zum Handeln. Welche Beschicker betroffen sind.
Ostern liegt nur wenige Tage zurück. Während bei vielen zum Frühstück noch das ein oder andere Osterei verspeist wird, beschäftigt sich die Balinger Stadtverwaltung bereits mit den Vorbereitungen für den Christkindlesmarkt. Geplante Gebührenanpassungen treffen die Standbetreiber – zumindest in Teilen.
In den bereits vorliegenden Beschlussunterlagen für den anstehenden Verwaltungsausschuss am Dienstag, 14. April, ab 17.30 Uhr im Rathaus begründet die Verwaltung diesen aus ihrer Sicht notwendigen Schritt.
„Die vorgeschlagene Anpassung der Standgebühren erfolgt vor dem Hintergrund gestiegener Aufwendungen für die Durchführung des Balinger Christkindlesmarktes. Insbesondere Kosten in den Bereichen Energieversorgung, Sicherheitskonzepte, Infrastruktur sowie Personal haben sich in den vergangenen Jahren erhöht“, heißt es.
Stadt will an Stellschrauben drehen
Zur Sicherstellung einer wirtschaftlicheren Durchführung des Christkindlesmarktes will die Stadt Balingen an den Stellschrauben zu den Standgebühren drehen. Für die Überlassung von Standplätzen waren bislang je angefangenen laufenden Meter 21 Euro an die Stadt Balingen zu entrichten.
Für gewerbetreibende Beschicker, so der Plan der Verwaltung, werden für die Überlassung von Standplätzen je angefangenen laufenden Meter künftig 50 Euro fällig. Aufatmen werden, sollte dieser Vorschlag grünes Licht erhalten, Vereine und Vereinigungen der Eyachstadt. Für sie gelten nach wie vor 21 Euro.
Schulklassen und Vereine werden weiterhin gezielt unterstützt
Die Erhöhung der Standgebühren betrifft demnach ausschließlich gewerbliche Beschicker. „Die Stadt Balingen hält weiterhin an der gezielten Unterstützung von Vereinen, Schulklassen sowie sozial-caritativen Organisationen und dem Kunsthandwerk fest“, betont die Verwaltung in den Ausschussunterlagen.
Vereine und Co. tragen demnach in „besonderem Maße zur Atmosphäre, Identität und zum gemeinschaftlichen Charakter des Christkindlesmarktes“ bei. Dieses Engagement soll weiterhin aktiv gefördert werden.
Gemeinderat entscheidet über Gebühren
Der Christkindlesmarkt 2026 findet statt am 28. und 29. November. Wie die Gebühren letztlich ausfallen werden, entscheidet der Gemeinderat Ende April. Im Verwaltungsausschuss wird das Gremium lediglich vorberaten zum Thema.
Beschicker und Standbetreiber haben ab Anfang Mai die Möglichkeit, sich über die Homepage der Eyachstadt anzumelden. „Über die Zuteilung eines Standplatzes oder über die Ablehnung wird der Anmeldende schriftlich unterrichtet“, heißt es.
In den vergangenen Jahren wurde der Christkindlesmarkt stetig weiterentwickelt. So gelten mittlerweile verlängerte Öffnungszeiten der Eisbahn, das Gelände wurde vergrößert und Stände effektiver angeordnet.
Besucherzahlen stiegen enorm
Der Blick auf die Besucherzahlen zeigt, dass die Organisatoren an den richtigen Stellschrauben drehten. Zählte die Stadt im Jahr 2023 noch 5000 Besucher, stieg das Interesse in den Folgejahren merklich an: 2024 waren es rund 15.000 Besucher, vergangenes Jahr wurden 20.000 gezählt.Von 2023 auf 2024 machte zudem die Anzahl der Stände einen gewaltigen Satz nach oben.
Mehr als 120 Betreiber boten in den jüngsten zwei Jahren ihre Waren in der Eyachstadt auf dem Christkindlesmarkt an. Ob die geplante Gebührenerhöhung diese Entwicklung beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.
Im Vergleich zu benachbarten Weihnachtsmärkten kommen die Betreiber laut Stadt noch vergleichsweise gut weg: Der interkommunale Vergleich mit umliegenden Städten wie Albstadt, Calw und Rottweil zeige, „dass die Stadt Balingen bislang ein deutlich unterdurchschnittliches Stand-Gebührenniveau aufweist“.