Der Christkindlesmarkt zog zahlreiche Besucher an. Foto: Weber

Der Balinger Christkindlesmarkt am Wochenende war teils so gut besucht, dass zu bestimmen Uhrzeiten fast kein Durchkommen mehr war. Die neuen Ansätze stießen auf Zustimmung und Ablehnung.

Das neue Konzept und die Änderungen am diesjährigen Balinger Christkindlesmarkt überzeugten überwiegend die Besucher und die Standbetreiber – möglicherweise war die Freude auf die Veranstaltung sogar zu groß. Am Samstagabend platzte der Christkindlesmarkt aus allen Nähten.

 

Die großen Weihnachtsmärkte in Stuttgart oder Nürnberg leiden häufig unter dem Image, dass sie völlig überlaufen sind und man nur von Stand zu Stand geschoben wird. Dies traf am Samstagabend tatsächlich auch auf den Balinger Christkindlesmarkt zu.

Häufig waren Gesprächsfetzen aufzuschnappen wie: „Das ist ja eine Katastrophe, so voll wie das hier ist“ oder „Hier kommst du ja weder vor noch zurück“. Die Stadtverwaltung hat auch nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen nach Balingen strömen. Von weit über den Zollernalbkreis hinaus kamen Besucher angereist – ein Reisebus mit Waldshuter Kennzeichen stand beispielsweise vor den Toren des Marktes.

Lichtinstallation sorgt für besondere Stimmung

Das Angebot dieses Jahr war reichhaltig, und das Stadtmarketing hat sich einiges einfallen lassen, um den Christkindlesmarkt noch attraktiver zu gestalten. Der Kunsthandwerkermarkt etwa wurde erweitert und erstreckte sich rund um die Stadtkirche. Das Gesamtgelände wurde vergrößert und bot Platz für bis zu 120 Stände, die teils auch auf der Plaza angesiedelt waren – zusammen mit Bühne und Kunsteisbahn.

Eine Lichtinstallation tauchte die Innenstadt – besonders auffällig den Turm der Stadtkirche – in bunte Farben verlieh der Veranstaltung einen besonderen Flair.

Der in diesem Jahr eingeführte Verzicht auf das bisher übliche Pfandsystem polarisierte sowohl auf Besucher- als auch auf Standbetreiberseite. „Warum soll ich denn hier jetzt noch eine eigene Tasse kaufen“, monierte etwa ein Mann am Samstagabend an einem der vielen Stände.

Verzicht auf Pfandsystem polarisiert

Ein Betreiber bewertete den neuen Ansatz als gewöhnungsbedürftig und wünschte sich das alte Pfandsystem zurück, das aus seiner Sicht „viel besser funktionierte“. Anders sah es an einem Stand in der Friedrichstraße aus.

Dort machte man gute Erfahrungen. „Klar, manche Besucher, die davon nichts wussten, waren empört, aber das bisherige System war für uns sehr stressig, da man immer Leute zum Spülen abstellen musste.“ Vielmehr kritisierten die Betreiber dort, den zu schmalen Korridor für die Besucher, was zu erheblichen Staus und Menschenansammlungen führte.

Die Verantwortlichen werden die Erfahrungsberichte der Betreiber sicherlich in die Nachbereitung mitnehmen und für die Planungen im nächsten Jahr berücksichtigen. Im Großen und Ganzen zeigten sie sich äußerst zufrieden mit dem diesjährigen Christkindlesmarkt.