Tausende Besucher wollten sich den Balinger Christkindlesmarkt am Wochenende nicht entgehen lassen. Das neue Konzept überzeugte in weiten Teilen – es gab aber auch Kritik.
Der Christkindlesmarkt 2024 ist bereits wieder Geschichte. Der Ansturm, besonders am Samstagabend, war enorm. Dazu trug wohl auch das neue Konzept bei, das mit einer Erweiterung des Geländes einherging. Doch nicht alle Neuerungen kamen gut an. Höchste Zeit für eine Bilanz.
Die Stadtverwaltung äußerte sich auf Anfrage unserer Redaktion und gab bereits eine erste Einschätzung: „Wir ziehen insgesamt ein positives Fazit hinsichtlich des neuen Konzepts.“ Bewährt haben sich demnach unter anderem die Hinzuziehung der Plaza, ein größeres kunsthandwerkliches Angebot um die Stadtkirche und auf dem Kirchplatz, und die Kooperation mit der Stadtkirche.
Manche Stände haben keine Tassen bekommen
„Gleichzeitig gibt es Punkte, die nicht ideal waren“, räumt die Stadt ein. Hier werde man Feedback aufnehmen und im nächsten Jahr entsprechend umsteuern, heißt es.
Beim Umhören an den Ständen kam ein Thema immer wieder zur Sprache: die Abschaffung des Pfandsystems. In diesem Jahr wurde darum gebeten, eigene Tassen mitzubringen oder von der Stadt bereitgestellte Tassen an den Ständen zu erwerben.
Dies lief laut einigen Standbetreibern jedoch alles andere als einwandfrei. So war es laut den Pfadis aus Frommern etwa so, dass sie am Samstagmorgen keine Gläser mehr bei der zentralen Ausgabestelle mehr bekommen haben.
„Anstatt der vorbestellten Tassen haben wir dann Plastikbecher vom RV-Bang-Festival erhalten“, berichtet die Betreiberin. Und weiter: „Diese wollten viele Besucher dann erst gar nicht kaufen, was ich gut verstehen kann.“ Auch an anderen Ständen wurden Plastikbecher ausgegeben.
Spülstation abgeschafft
Dazu kritisierte die Betreiberin die Kommunikation im Vorfeld des Christkindlesmarktes: „Die Vorbereitung war sehr schwierig, da wir lange Zeit keine Rückmeldungen bekommen haben.“ Bereits vor Wochen war dies auch ein Kritikpunkt von Jochen Herth (SPD).
„Die Abschaffung des Pfandsystems und die Umstellung auf das Mitbringen von Tassen und einen zusätzlichen Verkauf von Gläsern ist aus unserer Sicht eine prinzipielle Erleichterung. Die Bandbreite der Reaktionen darauf war sehr groß. Hier war der Bedarf an städtischen Gläsern insgesamt etwas größer als erwartet. Die Verteilung auf die einzelnen Stände war dabei nicht ideal“, heißt es hierzu seitens der Stadt.
Die Pfadis Frommern und viele weitere Standbetreiber berichten aber auch, dass man sehr froh sei, durch die Umstellung keine Leute mehr für die Spülstation abstellen zu müssen. Lediglich die Organisation des neuen Konzepts vorab müsse im kommenden Jahr besser funktionieren.
„Im Laufe des Samstags haben wir noch einmal zusätzliche Gläser organisiert, mit denen wir dann hier zumindest partiell nachsteuern konnten. Diese Erfahrungen des ersten Jahres nehmen wir ebenso wie das Feedback mit in die Planungen für das nächste Jahr“, versichert die Stadt.
Über mangelnde Besucher konnten sich die Verantwortlichen jedenfalls nicht beschweren. Am Samstagabend etwa war der Besucherstrom so massiv, dass es teils weder vor noch zurück ging. Dies wurde auch durch die neue Anordnung der Stände verstärkt.
Dichtes Gedränge auf der Friedrichstraße
„Die Umstellung auf das System gegenüberstehender Stände statt des bisherigen ‚Rundgangs‘ trägt unserer Ansicht nach prinzipiell zu einem besseren Markterlebnis bei und war eine Reaktion auf Kritik an der bisherigen Aufstellung in den letzten Jahren. Das hat allerdings in der Friedrichstraße zu erheblichen Verdichtungen in Hauptzeiten geführt, die zu Recht von Standbetreibern und Besuchern kritisiert wurde“, antwortet die Stadt.
Darauf wolle man bei den Planungen für das nächste Jahr einen besonderen Fokus legen. Erfreulich zum Thema Polizei und DRK-Einsätze: „Angesichts dessen, dass eine fünfstellige Zahl von Menschen zusammengekommen ist, gab es unseres Wissens nach keine nennenswerte Vorkommnisse. Der Markt war sicher und verlief aus unserer Sicht ohne Zwischenfälle.“
Die Stadt kann auf einen gut besuchten Christkindlesmarkt zurückblicken und nimmt zur Optimierung fürs nächste Jahr einige Hausaufgabe mit, die es anzugehen gilt.