Christian Günter aus Tennenbronn ist alleiniger Rekordspieler des SC Freiburg. „Eine magische Zahl“, sagte sein Trainer Julian Schuster zu Günters 441. Pflichtspiel.
Als Christian Günter im Jahr 2006 als 13-Jähriger den FV Tennenbronn in Richtung Fußballschule des SC Freiburg verließ, hätte wohl niemand für möglich gehalten, was am Sonntag – 19 Jahre später – passiert. Denn durch seinen Startelfeinsatz gegen den FC St. Pauli wurde der Schwarzwälder zum alleinigen Rekordspieler der Breisgauer.
441 Pflichtspiele absolvierte Günter für die Freiburger in seiner Karriere, in der er neben dem FV Tennenbronn nur für den Sport-Club kickte. Eine „magische Zahl“, befand SC-Trainer Julian Schuster, der früher selbst mit Günter zusammen auf dem Feld stand.
„Es macht uns stolz, so einen Kapitän zu haben, so eine Persönlichkeit in den Reihen zu haben“, sagte Schuster weiter. Der 40-jährige Coach ist dabei erst der zweite Profitrainer von Günter, der unter Christian Streich sein Debüt für die erste Mannschaft des SCF gab.
Früher Dauerbrenner – heute Jobsharing
Unter der Trainerikone avancierte Günter zum absoluten Dauerbrenner, mehrere Spielzeiten lang verpasste er nicht ein einziges Spiel und war als Linksverteidiger felsenfest gesetzt. Das änderte sich erst in der vergangenen Saison – der ersten unter Schuster. Zum Ende der Runde saß Günter mehrfach auf der Bank – und erhielt von seinem Coach und Ex-Mitspieler Schuster großes Lob für seinen Umgang mit dieser neuen Situation.
Auch in dieser Spielzeit ist Günter nicht immer gesetzt, sondern betreibt auf der linken Abwehrseite eine Art Jobsharing mit Jordy Makengo. Am Sonntag, im ersten Heimspiel nach vier Partien auf fremden Platz, beorderte Schuster dann Günter in die Startaufstellung, sodass dieser vor den eigenen Fans zum alleinigen Rekordspieler wurde.
Das sagt Christian Günter
„Es ist irgendwie auch surreal“, sagte der Jubilar nach dem Spiel, das die Freiburger mit 2:1 gegen den Kiezclub gewannen. Bereits zuvor hatte er in einem Video über die Kanäle in den Sozialen Medien angekündigt, eine Runde auszugeben, um sich bei den Fans für die Unterstützung zu bedanken. In seiner Jugend war er selbst als Fan im Stadion, nun ist er Rekordspieler des Vereins. „Der SC ist mein Jugendclub und bedeutet mir viel“, sagte Günter im Mai vor dem letzten Spiel der Vorsaison im Gespräch mit unserer Redaktion.
Und auch seine Heimat im Schwarzwald hat Günter in all den Jahren beim SC Freiburg nie vergessen. „Ich bin sehr heimatverbunden, das wird sich nie ändern. Nach der aktiven Karriere ist wahrscheinlich etwas mehr Zeit da, um öfter mal zu Hause zu sein“, sagte der 32-Jährige im Mai.
Wann dieses Karriereende sein wird, ist allerdings noch völlig unklar. Die eine oder andere Partie wird der nun alleinige Rekordspieler des SC Freiburg für seinen Verein also noch absolvieren.