Regierungspräsidentin Sylvia Felder (rechts) zeichnet die Freudenstädterin Christa John für ihre Verdienste in der Heimatpflege aus. Foto: Regierungspräsidium/Jennifer Reisner Fotografie

Regierungspräsidentin Sylvia Felder zeichnete die Freudenstädterin Christa John in Karlsruhe mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege aus. Ob als Kirchengemeinderätin oder beim Organisieren eines konfessionsübergreifenden Treffpunkts für Frauen: Johns Engagement sei vorbildlich, sagte Felder.

In einer Feierstunde des Arbeitskreises Heimatpflege des Regierungsbezirks Karlsruhe zeichnete Regierungspräsidentin Sylvia Felder die Freudenstädterin Christa John (91) mit der Ehrennadel des Arbeitskreises aus. Die ehrenvolle Würdigung fand im Bürgerbahnhof in Sulzfeld statt, bekannt als „Leuchtturm der Bürgerbeteiligung“.

 

Heimat als Teil der kulturellen Identität

In Anwesenheit zahlreicher Kommunalpolitiker aus den Gemeinden der Ausgezeichneten wertete die Regierungspräsidentin in ihrer Ansprache Heimat als „einen Teil unserer kulturellen Identität“. „Die Erforschung der Heimat, ihrer Traditionen und gesellschaftlichen Zusammenhänge“, so Felder in ihrer Rede weiter, „soll besonders der jungen Generation dabei helfen, in Toleranz die Heimat anderer zu achten.“

Eingehend auf die Verdienste von Christa John, erinnerte die Regierungspräsidentin in einer ausführlichen und sehr persönlichen Laudatio daran, dass sich die Freudenstädterin in allen Organisationen, in denen sie vertreten war, vorbildlich engagiert habe und zum Teil noch engagiere.

Sei es als Kirchengemeinderätin, die für die farbige Fassung der Fürstenwappen an der Stadtkirche Geldspenden sammelte, und im Kirchenbezirksausschuss oder sei es als Beirat im Oberlin-Haus.

Treffpunkt von Frauen verschiedener Konfessionen

Sie organisierte mit anderen Frauen im Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) „Abende der Begegnung“ als Treffpunkt von Frauen verschiedener Konfessionen.

Dies habe letztlich auch zu ihrem Engagement für die jüdisch-christliche Geschichte in Freudenstadt geführt. Dabei brachte John das Gästehaus Haas sowie namhafte jüdische Persönlichkeiten wie Schalom Ben Chorin, Henry Ehrenberg und David Flusser mit ihrem Mitstreiter Pfarrer Ulrich Müller in Erinnerung.

Sie stiftete auch eine Tafel am Marktplatz, mit der an den jüdischen Freudenstädter Arzt Carl Beer erinnert wird, und setzte sich für das Auffinden und Versetzen eines historischen Stundensteins an den ursprünglichen Standort ein.

Nachlässe, Fotokonvolute und Zeitzeugenberichte

Sylvia Felder verwies auf weitere Verdienste von Christa John, deren umfangreiche Kenntnisse der Freudenstädter Stadtgeschichte dazu führten, dass Nachlässe, Fotokonvolute und auch Zeitzeugenberichte in das Stadt- und Kreisarchiv sowie in das Gemeindearchiv von Baiersbronn gelangten und noch immer gelangen. Christa John, hob die Regierungspräsidentin lobend hervor, habe sich in Freudenstadt in vielfältiger Weise ehrenamtlich verdient gemacht.

In ihren Dankesworten meinte Christa John: „Wo und wann immer man sich einsetzt, ist dies nur möglich im Miteinander von Gleichgesinnten und Vertrauten. “