Zur Chornacht hatten die Chöre des Christophorusgymnasiums eingeladen. Foto: Maria Kosowska-Nemeth

Am ersten Tag des Musiksommers Altensteig erlebten die Konzertbesucher einen ergreifenden wie geselligen Abend in und um die Stadtkirche.

Zum 13. Mal - diesmal unter dem Motto „Unsere Stadt ist die Bühne“ - übernimmt die Musik die Oberhand über Konzerträume und Freiluftstätten in Altensteig.

 

Zum abendlichen Auftakt des Festivals traten die Chorensembles des Christophorus-Gymnasiums unter der Leitung von Carina Engel und Wolfgang Weible in der Stadtkirche auf. Die Klavier- und Orgelbegleitung übernahm Matthias Hinderer.

In dieser „Christophorus Chornacht“ bekamen zahlreiche Zuhörer einen Überblick über das Spektrum sowie Etappen der musikalischen Ausbildung am Gymnasium und spendeten nach jeder Darbietung herzlichen Applaus.

Mal swingend, mal gefühlvoll

Die jüngsten Sängerinnen und Sänger von den Chorklassen 5c und 6c präsentierten ihre um einige Solo-Einlagen bereicherten Lieder mal swingend, mal gefühlvoll, doch stets mit Verve und kindlichem Elan.

Der mit dem Jugendförderungspreis 2025 einer Stiftung ausgezeichnete Christophorus-Kinderchor (Klassen 6-8) imponierte mit Vielfalt der Beiträge. Diese ging von einem Ohren liebkosenden Schlaflied über das temperamentvoll-lustige „Kukué“ von Eva Ugalde bis hin zu einem sehr anspruchsvollen, mit Sprechgesang, Dissonanzen und Cluster gespickten Stück von Ivo Antognini.

Die Konzertteilnehmer und ihre Gäste feierten nach der „Chornacht“ bei Getränken und Leckerbissen. Foto: Maria Kosowska-Nemeth

In einem der Lieder sangen der Chorleiter Weible und die Stimmbildnerin Jeanette Bühler im Duett mit, dann sorgte „Die lustige Kutschfahrt“ von Johann Strauss mit Bühler als Solistin für heftigen Beifall und Fuß-Stampfen. Vorher eroberte die Sopranistin die Publikumsherzen mit ihrer märchenhaft schönen Interpretation des Hymnus „Panis angelicus“ (Engelsbrot) von César Franck zur dezenten Orgelbegleitung.

Die Christophorus-Kantorei bestätigte erneut ihr Gesangsniveau und die künstlerische Vielfalt mit den ambitionierten und unterschiedlich geprägten Songs aus ihrem Repertoire. Mit Carina Engel an der Spitze wirkte die Formation stimmlich sehr gut aufgestellt und breitete sowohl in „Skandama“ aus Namibia als auch in dem Hit „Angels“ von Robbie Williams und im jazzigen „Prais His Holy Name“ von Keith Hampton ein kultiviertes wie transparentes Klangbild aus.

Dank an das Pfarrer-Ehepaar Lüdtke

Die ausgefeilte Gesangstechnik sowie interpretatorische Details hielten die Waage zwischen der Musik und dem effektvollem Erscheinungsbild voller Lebendigkeit und ausufernder Freude.

In der Pause zwischen den Auftritten wandte sich Hans Peter Häusser vom Förderkreis der Christophorus-Kantorei an das demnächst ausscheidende Pfarrer-Ehepaar Sabine und Klaus Lüdtke, bedankte sich dafür, „dass wir mit unseren Chören in der Stadtkirche unsere kirchliche Heimat gefunden haben“, wünschte „alles erdenklich Gute und Gottessegen an ihren neuen Wirkungsort“ und händigte ihnen einige Andenken aus.

Alle singen „Der Mond ist aufgegangen“

Zum Konzertschluss vereinigten sich die fast 100 teilnehmenden Gymnasiasten zu einer riesigen Schar. „Der Mond ist aufgegangen“ intonierten die Oberstimmenchöre, denen sich die Kantorei mit ihrem reichen Klangvolumen anschloss und die letzten zwei Strophen sangen alle Anwesenden mit.

Bevor die Chöre bei andauerndem Beifall die Kirche verließen, bekamen Jeanette Bühler und die „Chormutter“ Birgit Ott je einen Blumenstrauß. Dann feierten Konzertteilnehmer und ihre Gäste die „Chornacht“ bei Getränken und mehreren Leckerbissen bis in den späten Abend hinein.