Mit Rheinbergers Weihnachtskantate „Der Stern von Bethlehem“ ließ der Chor Astrágalos in der Stadtkirche Weihnachten noch einmal aufleben.
Der Chor „Astrágalos“, begleitet von einem großen Sinfonieorchester, der Orgel und vier Gesangssolisten, gab am Dreikönigstag in der voll besetzten Stadtkirche St. Mauritius ein Konzert, das die Herzen noch einmal für Weihnachten öffnete.
Unter der Leitung von Niklas Schmider führten sie Josef Gabriel Rheinbergers Weihnachtskantate „Der Stern von Bethlehem“ auf. Die Texte zu dem Werk, das in stimmungsvoller, alpenländischvolkstümlicher Weise und mit zu Herzen gehenden Solopartien die Weihnachtsgeschichte lyrisch untermalt, stammen aus der Feder von Rheinbergers Frau Franziska.
Psalm 150 ging der Weihnachtskantate voraus
Vor der eigentlichen Weihnachtskantate stand César Francks Vertonung des Psalms 150. Erhabene, sich steigernde Klänge füllten den Kirchenraum: „Lobet ihn mit dem Schall der Trompeten, der Posaunen, des Psalters vereint!“ Der Psalm verklang in einem gewaltigen „Allelujah!“
Die Weihnachtskantate „Der Stern von Bethlehem“ erklang in warmen Orchesterfarben und mit strahlenden Klängen des Chors. Sie begann mit dem Satz „Erwartung“, dem Warten auf den Heiland. Rustikal schmetternde Blechbläser durchbrachen das Continuo des Orchesters und unterstrichen die sich steigernde Klanggewalt des Chors. „O segne die Weide“ hieß es im zweiten Satz.
Ein wundervolles Sopransolo, wechselnd mit den Sängern, schilderte die Geschichte des Volkes Israel aus der Sicht der Hirten. In einem weiteren, beeindruckenden Sopransolo, vom Chor jubelnd in Szene gesetzt, verkündete der Engel das Kommen des Heilands: „Fürchtet euch nicht!“. Der Satz steigerte sich zu einem mächtigen „Alleluja!“
Verhalten und ehrfürchtig kündigte Bass-Solist Andy Haberer den Gang der Hirten nach Bethlehem an. Dynamisch gestalteten die Sänger die Verehrung des Gotteskindes durch die Hirten, schwankend zwischen Ehrfurcht und Jubel.
Solisten überzeugenallesamt die Zuhörer
Heftige Trompetenstöße markierten die Reise der Weisen aus dem Morgenland. So dramatisch ihre Abweisung an Herodes’ Palast, so groß der Jubel bei der Ankunft im Stall und die sanfte Huldigung des Kindes durch die Solisten Kevin Zahn, Andy Haberer und Christian Marx. In einem innigen, zu Herzen gehenden Solo, sann die Sopranistin Judith Wernet als Maria über das Wunder des Kindes nach und wandte sich ihm liebevoll zu: „Schlumm’re süß, du göttliches Kind.“
Mit dem letzten Satz „Erfüllung“ schloss sich der Kreis bei der Weihnachtskantate: Der Eingangssatz „Erwartung“ wurde noch einmal aufgegriffen und mit einem Hinweis auf Jesu Auferstehung ergänzt: „Frohlocke, Welt, dem Tod entwunden hast du in Christ das Leben gefunden. Alleluja!“
Die Weihnachtskantate war ein so stimmiges wie stimmungsvolles Musikerlebnis, das die zahlreichen Sänger und Instrumentalisten ihrem Publikum bescherten und das die Besucher nach ihrem großen Beifall erfüllt in den Abend entließ.
Konzert in Wolfach
Das Konzert wird am Sonntag, 11. Januar, ab 18 Uhr in der Kirche St. Laurentius in Wolfach noch einmal gesungen.