Nahezu Fischerchor-ähnliche Ausmaße nimmt der Riesenchor mit allen Beteiligten an. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Zum 125. Geburtstag richtete der Männergesangverein Sängerkreis Schonach einen unvergesslichen „Tag des Liedes“ aus. Rund 250 Akteure gestalteten das Programm

Sieben oder auch acht Chöre wirkten beim Konzert zum dicken Jubiläum des Männergesangvereins Schonach im Haus des Gastes mit. Eröffnet wurde der bunte Melodienreigen durch den Kinderchor der Jugendmusikschule unter Leitung von Martina Schwarz, begleitet von Simone Berner am Klavier und Annette Pricking mit dem Akkordeon.

 

Nach schwungvollem Beginn mit „Riesenglück“ von Rolf Zuckowski blieben die Kinder zunächst auf der Bühne. Gemeinsam mit dem ebenfalls von Schwarz geleitetem Glôrency Gospelchor intonierten sie „Der Frühling ist die schönste Zeit“, bevor der Gospelchor zwei weitere, deutlich „gospelige“ Titel vortrug.

Der gastgebende Männerchor unter Leitung von Samuel Sembach gab ein kurzes Intermezzo mit „Klängen der Freude“, unterstützt von Trompeter Andy Hehl, bevor der Reigen der Festreden begann.

Bernd Kaltenbach, Vorsitzender des MGV, sprach von einem Auf und Ab in der Geschichte – immer wieder habe es finanzielle Notlagen gegeben – die letzte führte vor rund zwölf Jahren fast zum Aus. Dabei habe man in den 1970er- Jahren sogar einen Wildwestfilm in (Super 8) gedreht. Dieser wie andere Exponate konnten im Foyer betrachtet werden.

Wichtige Bedeutung des gemeinsamen Vereinslebens

Im weiteren Verlauf des Abends hatten einige Sänger noch einen humorvollen Beitrag zum Grönemeyer-Lied „Männer“. Bürgermeister Jörg Frey sah großes Potenzial für den Chorgesang, das Singen in der Gemeinschaft sei in, daher blicke er begeistert auf die Gemeinschaft der Sänger. 125 Jahre MGV seien auch 125 Jahre Vereinsleben. In der schwieriger werdenden Gesellschaft sei das gemeinsame Vereinsleben vielleicht wichtiger denn je.

Für 125 Jahre gibt es eine Urkunde, die Josef Herdner (links), Präsident des Schwarzwald-Baar-Chorverbands, an den Vorsitzenden Bernd Kaltenbach überreicht. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Josef Herdner, Präsident des Schwarzwald-Baar-Chorverbands, betonte die erfolgreiche Arbeit des Jubilars und die vielen schönen Stunden, die der Verein den Menschen gebracht hatte. Chorgesang sei nicht nur Tradition, vielmehr auch ein Ausdruck des Lebens in Freude wie im Leid. Zur wechselvollen Geschichte erklärte er, „ihr könnt wahrlich ein Lied singen vom Auf und Ab“. „Singen Sie, das Leben braucht Gesang“, ermutigte er auch das Publikum.

Ein Rhythmus der Freude

Diakon Klaus-Dieter Sembach wies auf den Gründervater hin, den Vikar Walz – auch da habe die Kirche die Hand im Spiel gehabt. „Vikar Walz wäre sicher stolz auf euch. Und – nehmt Gottes Melodie in euch auf als Rhythmus der Freude“, mahnte er an. Für die Schonacher Vereine überbrachte Joachim Klausmann Glückwünsche, für die Chöre des Verbands waren es Stefanie Kammerer von der Chorgemeinschaft Nußbach und Birgit Winskowski vom Gesangverein Concordia Vöhrenbach.

Dann aber liefen die Ohren heiß – zunächst überbrachte die Chorgemeinschaft Nußbach mit Leiterin Irina Hilser musikalische Grüße mit „Have a nice day“, Happy together“ und sehr schwungvoll „Mama Lou“, meisterhaft begleitet von Pianistin Nathalie Damm.

Auch traditionelles Liedgut kommt gut an

Der katholisch geprägte Laetitia Chor aus Furtwangen mit dem neuen Dirigenten Kazuma Abe und Pianistin Mihye So präsentierte sich mit entsprechendem Liedgut – „Fly like a bird“, Coming Home“ und dem spanischen Titel „La Vida“. Der MGV 1871 „Eintracht“ Leipferdingen mit Tobias Hilbert am Pult bewies, dass auch traditionelles Liedgut wie „Hallo“, das „Schwarzwälder Wanderlied“ oder ein witziger „Expresso und Tschianti“ gut ankommen. Die Kirnachklänge aus Oberkirnach mit ihrem Dirigenten Alfred Schneckenburger machten zunächst Mut mit „You raise me up“, bevor sie in die traditionelle Richtung schwenkten und sich zunächst „Im kühlen Grunde“ niederließen, um die „Blumen der Heimat“ zu genießen.

Moderner machte es der Gesangverein Concordia aus Vöhrenbach. Dirigent Kai Hummel und Pianistin Elke Albert führten das Publikum mit den Sängern nach „Amerika“, danach ließen sie es mit Robby Williams´ „Angels“ etwas ruhiger angehen. Ein Medley aus bekannten Hits von Udo Jürgens folgte. Bodenständigkeit bewies zunächst der Gesangverein Schönenbach mit Leiter Helmut Cromm und Pianistin Claudia Winker. „Lieder sind die besten Freunde“ hieß es da, gefolgt von „Alles dreht sich im Kreis“. Den fetzigen Abschluss machte der Titel „Rock Mi“.

Trompeter Andy Hehl begleitet „Badischen Sängerspruch“

Am Ende wurde die Bühne arg eng – rund 250 Akteure fanden sich zum „Badischen Sängerspruch“ ein, angeleitet von Samuel Sembach und begleitet von Trompeter Andy Hehl, bevor gegen Mitternacht „DJ Samuel“ übernahm.