Symbol für Gefahrgut. Foto: © markus_marb – stock.adobe.com

14 Fahrzeuge, 89 Feuerwehrleute und ein Geruch wie im Freibad. Der Großeinsatz in Neuweiler in der Nacht zum Dienstag mutet kurios an. Zumal nicht klar ist, wer den Notruf absetzte. Die betroffene Firma jedenfalls sei es nicht gewesen.

Neuweiler - Ein Großaufgebot der Feuerwehr rückte in der Nacht zu Dienstag nach Neuewiler in die Hermann-Löns-Straße an. In einer Firma, die Leiterplatten produziert, kam es zu einem Betriebsunfall. Das teilt der Kreisfeuerwehrverband Calw mit. Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 22.30 Uhr.

"Beim Umpumpen von Gefahrgut sind Flüssigkeiten frei geworden. Dabei ist Chlorgas entstanden mit der zwei Mitarbeiter in Berührung kamen", heißt es in er Mitteilung. Nach Eingang des Notrufes hat die intergierte Leitstelle Calw die Feuerwehren Neuweiler, den Gefahrgutzug aus Nagold und verschiedene Erkundungsfahrzeuge, die bei der Feuerwehr Wildberg stationiert sind, alarmiert. Ebenfalls eilten die stellvertretenden Kreisbrandmeister Tido Lüdtke und Volker Renz zum Einsatzort.

Nichts gelangte in die Umwelt

Die Mitarbeiter der Firma konnten das Chlorgas zügig neutralisieren und eine größere Kontamination der Produktionsflächen verhindern.

Eine Sprecherin der Firma bestätigte den Vorfall, erklärte aber auch: "Unser Galvanikmeister hat alles geregelt, es ist nichts in die Umwelt gelangt." Lezteres bestätigt auch die Feuerwehr. Die beiden Mitarbeiter, die mit dem Gas in Berührung kamen, seien laut Firma noch am selben Abend wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Das Kuriose an der Sache: Weder die Brandmeldeanlage der Firma noch ein Mitarbeiter habe, so die Sprecherin, den Notruf ausgelöst. Man sei vom Großaufgebot der Feuerwehr überrascht gewesen, gleichzeitig aber froh, dass so schnell gehandelt worden sei.

Das sei Standard, erklärt auf Nachfrage Udo Zink, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes: "Wir können da keinen erst mit dem Fahrrad hinschicken, um zu schauen, was los ist. Wenn bei der Leitstelle das Stichwort ›Gefahrgut‹ fällt, dann überlegt man nicht lange." So erklärt sich auch, weshalb sogar Fahrzeuge aus Nagold und Wildberg angefordert worden waren.

Kräfte müssen nichts machen

Auch die Firma weiß das zu würdigen. Die Feuerwehr hätte einen "Super-Job" gemacht, heißt es. Allerdings hätten die angerückten Kräfte "nichts machen" müssen, da die Gefahr schon längst gebannt war. Ein Mitarbeiter hatte beim Umpumpen wohl einen Filter nicht korrekt gehandhabt, weshalb die Flüssigkeiten austraten.

"Deshalb hat es etwas nach Chlor gestunken, ähnlich wie im Freibad", beschreibt die Firma die Situation. Die Räumung des Gebäudes sei nur deshalb so schnell gelaufen, da eine Polizeistreife ohnehin gerade bei der Firma war – wegen eines Wildunfalls mit einem Firmenfahrzeug.

Auch deshalb teilt die Feuerwehr mit: "Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte war die Firma komplett geräumt." Gegen Mitternacht wurde der Einsatz beendet.

Die Feuerwehr war mit insgesamt 89 Kräften und 14 Fahrzeugen im Einsatz. Der Rettungsdienst war mit fünf Kräften und drei Einsatzfahrzeugen, sowie die Polizei mit einer Streife vor Ort.

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