Vom olympischen Turnier vor dem Schloss von Versailles in den Schlosspark von Donaueschingen: Die Schweizerin Andrina Suter freut sich auf den Restart des CHI in der Donauquellstadt. Foto: AP/Mosa’ab Elshamy

Der Restart des Reitturniers im Schlosspark von Donaueschingen soll „Lust aufs Turnier machen“, so der einhellige Tenor der Organisatoren, Förderer und Aktiven – und der Funke sprang über.

Das Sportprogramm nach den schwierigen letzten Jahren vom Donnerstag, 12. September bis Sonntag, 15. September kann sich sehen lassen: 49 Prüfungen wird es in den Disziplinen Springen, Fahren und Dressur geben, dabei acht Serien und fünf Finals von den einzelnen Serien.

 

Es wird groß(artig)

„Die vierte Disziplin wird das Event“, so Veranstalter Matthias-Alexander Rath. Bei der Pressekonferenz mit dabei war die Olympiateilnehmerin von Paris, Andrina Suter aus der Schweiz. Sie will mit ihrem Olympiapferd Fibonacci im Schlosspark an den Start gehen.

Der neue Veranstalter startet gleich mit zwei Großen Touren auf dem neu gestalteten Dressurviereck durch – neben der Tour mit Grand Prix Special auch die Grand Prix Kür, beide Touren auf internationalem Vier-Sterne-Niveau. Mit dem Iwest Cup, dem Piaff-Förderpreis und dem Nürnberger Burgpokal sind zudem auch gleich drei renommierte Touren vertreten.

Donaueschingen hat Strahlkraft“

„Donaueschingen hat einfach Strahlkraft“, beschreibt es Rath auf die Frage, warum denn gleich so viele Touren nach Donaueschingen vergeben worden sind. Immerhin geht die Traditionsveranstaltung in das 70. Jahr. Andrina Suter freut sich auf das CHI: „Schon als kleine Kinder waren wir mit dem Großpapa auf der Veranstaltung, und es war immer mein Traum, dort einmal zu starten“, so die Schweizerin.

Dabei ist es in diesem Jahr nicht ihr erster Start in Donaueschingen. Vor Jahren war sie schon einmal dabei, „und die dort gewonnene Abschwitzdecke für das Pferd hat heute noch einen Ehrenplatz im Stall“, lacht die Dressurreiterin.

Eine absolute Premiere feiert das Finale des Piaff-Förderpreises für Deutschlands beste U25-Dressurreiter. Die seit über zwei Jahrzehnten ausgetragene Serie hat sich als Sprungbrett der Extraklasse bewiesen. Acht der letzten zehn Finalsieger sind erfolgreich im internationalen Grand Prix-Sport angekommen. Und nun findet das Finale zum ersten Mal in Donaueschingen und zum ersten Mal als Freiluftveranstaltung statt.

Junge Erfolgreiche am Start

Unter den Finalqualifizierten sind gleich drei aus dem diesjährigen deutschen U25-EM-Team, das bei der Europameisterschaft im österreichischen St. Margarethen Gold gewann: Anna Schölermann, Lia Welschof und Moritz Treffinger.

Die Zunft der Springreiter vertrat Nationenpreisreiter Hans-Dieter Dreher, der Olympia lediglich wegen eines Infektes seines Pferdes verpasste. 2017 hat er mit der gerade mal neunjährigen Berlinda, 2018 im Sattel von Embassy den Großen Preis gewonnen. „Die schwersten Turniere wie Aachen und Calgary sind alle auf Rasen, deswegen ist es für uns und unsere Pferde auch wichtig, auf Rasen zu reiten“, erklärt Dreher. „Ich persönlich reite sowieso gerne auf Rasen und habe das Gefühl, die Pferde haben auf Rasen noch etwas mehr Spaß.“ Vor 28 Jahren hat Dreher in Donaueschingen seinen ersten großen Erfolg feiern können. „Da gewann ich den Hans-Günther-Winkler-Preis der Zukunft, das war mein erster richtiger Paukenschlag.“

Endlich wieder Fahrsport!

Der Fahrsport ist ein Herzstück des CHI Donaueschingen. 1976 waren die Vierspänner das erste Mal im Schlosspark dabei, schon ein Jahr später haben sie dort ihre Europameisterschaften ausgetragen. 2019 trafen sich die Vierspänner erneut zu ihrem Jahres-Höhepunkt in Donaueschingen, und das deutsche Team sicherte sich überraschend Gold.

Zwei Nationenpreise

In diesem Jahr fahren die Gespanne gleich zwei Nationenpreise aus, und zwar die der Pferde-Zweispänner und der Pony-Vierspänner. Die Viererzug-Großpferde haben in diesem Jahr noch Pause, sie bestreiten eine Woche vor dem CHI die Weltmeisterschaft in Frankreich.

Viel Geld im Spiel

Der Etat des Turniers beträgt rund 2,5 Millionen Euro, darin enthalten sind etwa 400 000 Euro Preisgeld. Rath rechnet mit 40 000 Zuschauern an den vier Veranstaltungstagen. 650 Boxen werden für die Turniertage abseits des Schlossparks hergerichtet, um Pferde aus nahezu der ganzen Welt zu empfangen. Bisher wurden 400 000 Euro an Investitionen in die Infrastruktur des Turniergeländes gestemmt.