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"Chemsex" Trend ist auch Thema in Baden-Württemberg

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Carsten Käfer, Assistenzarzt am Universitätsklinikum Tübingen, spricht bei einem Gespräch in einer neu angelegten Ambulanz mit einem Patienten über das Thema Chemsex und die Risiken. Es ist das erste psychiatrische Beratungs- und Behandlungsangebot dazu in Baden-Württemberg. Foto: dpa

Tübingen - Eine neue Ambulanz an der Universitätsklinik Tübingen will Beratung zum Thema "Chemsex" bieten und bei der Entwöhnung helfen. Der Trend ist laut Uniklinik auch in Baden-Württemberg angekommen.

"Chemsex" bezeichnet die Einnahme vor allem chemischer Drogen beim Geschlechtsverkehr. "Ein kontrollierter Konsum ist nicht möglich. Das ist wie ein Tanz auf einem Vulkankrater", erklärt der betreuende Arzt Carsten Käfer.

"Chemsex ist auch in der ländlichen Gegend angekommen", sagt Prakash W., der bundesweit Präventionskurse für die "Aidshilfe" leitet. Während in Städten das Laufpublikum höher sei und sich die Menschen durch Portale, Chats und Apps verabreden würden, sei die Szene auf dem Land organisierter und vernetzter. Und verbindlicher. "Die Menschen lernen sich über die Zeit hinweg kennen", erklärt Prakash W. Grund für die Abweichungen seien die unterschiedlichen Distanzen zwischen den Konsumenten. Sex-Partys hingegen gebe es sowohl in den Metropolregionen als auch in den ländlichen Gegenden.

Sex intensiver erleben

Ein vergleichbares psychiatrisches Beratungsangebot für Betroffene gibt es im Südwesten bisher nicht.

Käfer zufolge benutzen Anhänger dieser Praktik die Drogen, um den Sex intensiver zu erleben. Mit der Einnahme gehe aber auch die Reduktion von Hemmnissen einher. Kontrollverlust und die Gefahr einer Ansteckung etwa mit HIV, Psychosen und Abhängigkeit nannte der Arzt als mögliche Folgen.

Knapp 52 Prozent der Menschen, die "Chemsex" praktizieren, seien Männer, die Sex mit Männern haben, sagte Käfer. Nach Angaben von Prakash W. hat Sexualität bei vielen Homosexuellen einen hohen Stellenwert und sei oft mit Leistungsdruck verbunden.

Anmerkung der Redaktion: Auf Nachfrage von schwarzwaelder-bote.de kann der Arzt Carsten Käfer nicht bestätigen, dass die Regionen Zollernalbkreis, Tübingen, Stuttgart und Konstanz Szene-Schwerpunkte in Chemsex sind. Grund sei, dass noch keine Daten für Baden-Württemberg vorliegen. Dies soll das Beratungsangebot ändern. Laut Käfer kommt jedoch ein hoher Anteil an Menschen aus dem Zollernalbkreis zu den Sprechstunden der Aidshilfe.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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