Ein neues Leben für Streuner: In Serbien würden Hunde oft einfach wie Müll weggeschmissen. Der Schweizer Tierschutzverein „Forever Home for Strays“ setzt sich deswegen dort ein. Monika Notter aus Rohrdorf engagiert sich seit Jahren und veranstaltet nun ein großes Spendenwochenende mit Essen im alten Chausseehaus in Walddorf.
Vor mehr dreieinhalb Jahren fing die Reise des kleinen Harry an. Und leider hatte er dabei keinen einfachen Start. Geboren ist er in Serbien, wo er relativ schnell auf einer Mülldeponie entsorgt wurde.
Doch Harry hatte Glück: Ein Mitglied des Schweizer Vereins „Forever Home for Strays“ fand ihn zwischen den einzelnen Müllstücken. Dazu sei gesagt: Harry ist kein Müll, kein Gegenstand, kein Stück – sondern ein Hund. Und der Tierschutzverein ermöglichte ihm ein neues Leben.
Monika Notter aus Rohrdorf wurde auf Facebook auf Harry aufmerksam. „Forever Home for Strays“ startete einen Aufruf, um einen neuen Besitzer für den wahrscheinlichen Airedale Terrier zu finden. Und Notter verliebte sich auf den ersten Blick. „Den musste ich holen“, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Redaktion.
Gemeinsame Zukunft beginnt
Und so begann die gemeinsame Zukunft von Notter und Harry. Da Serbien nicht zur EU gehört, musste der Hund noch sechs Monate in Quarantäne, bevor er bei Notters landete. Das war vor dreieinhalb Jahren.
Mittlerweile lebt Harry mit drei „Geschwistern“ in Rohrdorf und die Bilder, die Notter zeigt, sagen mehr als tausend Worte. Von dem abgemagerten, zerzausten kleinen Hund auf dem alten Bild ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Heute strahlt Harry förmlich, gepflegt und vor allem gut versorgt.
Hunde haben keinen Stellenwert
Seitdem engagiert sich Notter in dem Verein. Diesen gründete die Schweizerin Judith Pfister Ende 2021, wobei sie sich schon seit mehr als vier Jahren in Serbien engagiert. Über die Jahre kamen immer mehr Menschen, vor allem aus der Schweiz und Deutschland dazu, die Pfister helfen und den Verein mit Spenden, Spendensammeln, Patenschaften und ihrem Engagement am Leben erhalten.
Einer der Herzenswünsche von Pfister sei schon immer gewesen, einen Platz zu schaffen, an dem die Hunde vor Ort geschützt leben und trotzdem viel Freiheit haben. Denn in Serbien haben die Tiere einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Das verdeutlicht auch eine grausame Aktion, von der Monika Notter erzählt. In Serbien wurde demnach auf einem Schulhof ein Hund gequält – die Zunge angezündet und Kiefer und Beine gebrochen. Keine einfache Kost, wenn man bedenkt, dass Hunde in Deutschland meist zur Familie gehören. Doch dieser Umgang sei in Serbien normal, erzählt Notter.
Tierschutzhof bietet geschützte Freiheit
Umso mehr freut sie sich jetzt, dass Pfister mit dem Verein zusammen ihren Traum erfüllen konnte: Nach langer Arbeit und vielen Gesprächen gehört eine alte Zwingeranlage in Serbien nun ihnen. Auf dem Tierschutzhof, wie sie ihn nennen, können Hunde, die zu alt sind oder sich nicht für ein neues Zuhause in einer neuen Familie eignen, geschützt und verpflegt mit viel Freiraum leben.
Und genau für diesen Hof startet Notter nun die Aktion im Chausseehaus in Walddorf. Das Gebäude gehört inzwischen ihr und ihrem Lebensgefährten, die das Haus von Grund auf renovieren wollen und vielleicht sogar in fernerer Zukunft wieder öffnen wollen. Doch vorerst muss ein Wochenende mit Sondererlaubnis ausreichen.
Was es am Wochenende so alles im Chausseehaus gibt
Öffnungszeiten
Dieses Wochenende, 10. bis 12. November, steht ganz unter dem Motto „Gemütliches Beisammensein für den Tierschutz“. Geöffnet ist der alte Landgasthof zum Grünen Baum – also das Chausseehaus – am Freitag, 10., und Samstag, 11. November ab 15 Uhr und am Sonntag von 10 bis 15 Uhr.
Speisekarte
Zu Essen gibt es eine traditionelle Schlachtplatte. Außerdem gibt es selbst gemachten Zwiebelkuchen, Schmalz- und Käsebrote sowie diverse Kuchen und ein Dessert. Zu Trinken gibt es unter anderem auch selbst gemachten Most und Apfelsaft.
Informationen zum Tierschutz
Judith Pfister, Gründerin des Vereins „Forever Home for Strays“ steht den Gästen für Informationen rund um die Vereinsarbeit in Serbien zur Verfügung.
Verkaufsstand
Neben Essen und Getränken können die Gäste auch verschiedene Marmeladen, Quittensaft, Most und Apfelsaft aus eigenem Anbau kaufen.
Tierpatenschaft
Wer sich vor Ort dann auch noch dazu entscheidet eine Tierpatenschaft zu übernehmen bekommt einen eigenen kleinen „Harry“ dazu. Ein kleines Kuscheltier und Hundespielzeug, dass nach Notters eigenem Hund benannt wurde, den sie aus Serbien gerettet hat.