Der Wahlkreis Freiburg stellt künftig drei Abgeordnete im Bundestag. Foto: Fabian Sommer/dpa

Chantal Kopf (Grüne) hat ihr Direktmandat verteidigt und zieht für den Wahlkreis Freiburg in den Bundestag ein. Vinzenz Glaser (Die Linke) und Martina Kempf (AfD) erhalten über die Landeslisten ihrer Parteien einen Sitz im Parlament.

Freiburg hat künftig drei Abgeordnete in Berlin: Neben Chantal Kopf (Grüne) werden Vinzenz Glaser (Die Linke) und Martina Kempf (AfD) in den 21. Deutschen Bundestag einziehen. Claudia Raffelhüschen (FDP), die bisher Mitglied im Bundestag war, hatte im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie nicht mehr antreten wird.

 

Die Wahlbeteiligung Im Wahlkreis Freiburg war die Wahlbeteiligung, wie aufgrund der jüngsten Wahlen im vergangenen Jahr zu erwarten war, sehr hoch. Mit 85,9 Prozent lag sie noch etwas über dem Bundesschnitt (82,5 Prozent). Von den 228 338 Wahlberechtigten haben 196 060 Bürger ihre Stimme abgegeben. 138 084 Stimmen wurden aus dem Stadtkreis Freiburg abgegeben die übrigen in den zum Wahlkreis gehörenden 19 Gemeinden aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Das Direktmandat Das erwartet enge Rennen zwischen Chantal Kopf (Grüne) und Klaus Schüle (CDU) um das Direktmandat in Freiburg ist es nicht geworden. Kopf hat sich mit 32,5 Prozent der Erststimmen durchgesetzt und wird erneut in den Bundestag einziehen.„Ich bin überaus dankbar und glücklich über das neuerliche Vertrauen der Wählerinnen und Wähler“, sagt Chantal Kopf. Sie stehe in der Politik für „pragmatische, bürgernahe Lösungsansätze“ und sei froh, dass sich dies nun auch ausgezahlt habe. In den kommenden vier Jahren wolle sie ihr „Herzensanliegen Europa“ und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter voranbringen, so die Abgeordnete. Sie konnte ihr Ergebnis von 2021 (28,8 Prozent) sogar noch verbessern. Schüle erhielt 24,6 Prozent der Stimmen.

Chantal Kopf Foto: Britt Schilling

Die Zweitstimmen Die meisten Zweitstimmen haben die Grünen erreicht. Mit mit 26,6 Prozent liegen sie deutlich über dem bundesweiten Ergebnis (11,6). Die CDU bleibt in Freiburg mit 17,9 Prozent etwas hinter ihrem bundesweiten Ergebnis (22,6) zurück und landet im Wahlkreis auf dem zweiten Platz. Drittstärkste Kraft sind im Wahlkreis die Linken, die in Freiburg 13,9 Prozent erreichen (Bundesweit: 8,8) gefolgt von der SPD mit 15,2 Prozent (Bundesweit: 16,4) sowie der AfD, die 10,4 Prozent (Bundesweit 20,8) erreicht hat.

Die Gewinner Wie auch im Bundestrend, haben die AfD und Die Linke in Freiburg stark zugelegt und ihre Ergebnisse gegenüber 2021 verdoppelt. Davon profitieren auch die beiden Kandidaten, die im Wahlkreis angetreten sind.

Vinzenz Glaser Foto: Glaser

Der 33-jährige Erzieher und Sozialarbeiter Vinzenz Glaser (Die Linke) kommt durch Land über die Landesliste (Platz 4) in den Bundestag. Seine politischen Schwerpunkte im Wahlkampf waren die Sozial- und Friedenspolitik und der Klimaschutz. Vor allem in der Sozialpolitik wolle er in Berlin nun seine berufliche Expertise in den entsprechenden Ausschüssen zur Geltung kommen lassen, so Glaser am Montag nach dem großen Wahlerfolg seiner Partei. Sowohl auf regionaler als auch auf Bundesebene habe man ein Ergebnis erzielt, dass er sich im November zum Zeitpunkt seiner Entscheidung für eine Kandidatur nicht erträumt habe. Man habe bei der Wahl einen „fulminanten Erfolg“ eingefahren.

Martina Kempf Foto: Kempf

Auch Martina Kempf (AfD) verdankt dem starken Abschneiden ihrer Partei den Einzug in den Deutschen Bundestag (Landesliste Platz 17). Am Montag auf dem Weg zur ersten konstituierenden Sitzung der baden-württembergischen AfD-Landesgruppe zeigte Kempf sich sehr zufrieden mit dem Wahlausgang. Sie sei „sehr erfreut“, dass die Partei auf allen Ebenen ihre Wahlergebnisse mehr oder minder verdoppelt habe. Ihr eigener Erfolg sei bis zuletzt „äußerst ungewiss“ gewesen: „Mein Mann hat bis nachts um 3 Uhr auf das amtliche Endergebnis gewartet.“ Dass die baden-württembergische AfD 19 Abgeordnete nach Berlin schicken würde, habe sich „keiner erträumt.“ Kempf gehört zu den christlich-konservativen Stimmen in der AfD. Familienpolitische Anliegen wie das Thema Betreuungsgehalt seien ihr besonders wichtig, so die Abgeordnete. Außerdem hoffe sie auf friedenspolitische Impulse in der Ukraine.

Die Verlierer Die Bundestagswahl ist auch im Wahlkreis Freiburg eine Abrechnung mit der Ampelregierung: Zusammen haben SPD (-5,9), FDP (-6,4) und Grüne (-5,0) 17,3 Prozentpunkte verloren.