Präzises Arbeiten ist gefragt: Prüfung des Rohrquerschnitts. Foto: Neumann

Kanalbauer gehen Dingen auf den Grund

Ob Kunststoff, Keramik oder Beton: Damit Rohre zu Abwasserleitungen und -systemen werden, braucht es Experten. Kanalbauer arbeiten im Tief-, Straßen- und Wasserbau und kümmern sich dabei vom kleinen Hausanschluss bis hin zu großen Abwassersammlern.

Kanalbauer konstruieren, sanieren und modernisieren Kanalsysteme und sorgen dafür, dass Abwasser umweltgerecht den Weg in die Reinigung findet - und somit das Grundwasser, das wir als Trinkwasser brauchen, vor Verunreinigung geschützt wird.
Im Kanalbau führt man vorwiegend Tiefbauarbeiten aus, sagt Sandra Schelonka, Ausbildungsberaterin beim Berufsförderungswerk der Bauindustrie Nordrhein-Westfalen. Gruben und Schächte müssen ausgehoben, trocken gelegt und gesichert werden, bevor die Rohre verlegt werden können. Dies geschieht oft unter Einsatz moderner Technik. Aber auch viel Handarbeit gehört dazu. Körperliche Fitness und Belastbarkeit sind gefragt, der Beruf ist anstrengend. Auch Spaß an der Arbeit im Freien ist eine wichtige Voraussetzung.

Im innerstädtischen Kanalbau ist alles auf engem Raum gebaut.  Kanalbauer müssen daher sehr präzise arbeiten und sich exakt an den Bauzeichnungen orientieren, damit in den Leitungen alles ordentlich fließen kann. Mit speziellen Vermessungsgeräten wie Nivelliergeräten wird etwa das notwendige Gefälle richtig bestimmt. Ein mathematisches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick sollten Interessierte deshalb mitbringen.

In den ersten zwei Jahren lernen Auszubildende alles, was sie für die Abschlussprüfung zum Tiefbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Kanalbauarbeiten wissen müssen. Im dritten Ausbildungsjahr folgt die Spezialisierung für den Abschluss als Kanalbauer: Da geht es etwa um das Herstellen von Schachtbauwerken, den Einbau von Abwasserleitungen und das Sanieren und Instandsetzen von Kanälen.

Im Betrieb erlernen Azubis vor allem die praktischen Tätigkeiten wie Rohre verlegen, Baugruben verbauen oder Schächte mauern, erklärt Shenadi Osmani, Leiter der Berufsausbildung bei Heckmann. Im überbetrieblichen Ausbildungszentrum und in der Berufsschule dreht sich dagegen alles um Gewerke übergreifende Tätigkeiten, etwa aus dem Straßen-, Rohrleitungs- oder Brunnenbau. "Im Team arbeitet man an Projekten, die eventuell über 100 Jahre Bestand haben", sagt Osmani.
Die Berufsaussichten für angehende Kanalbauer sind wie fast überall in der Baubranche gut. Viele Kanäle sind marode und müssen saniert werden.