Schwierige Aufgabe für den Stuttgarter Block mit Britt Bongaerts und Monique Strubbe (re.): Arina Fedorovtseva von Fenerbahce Istanbul ist eine der besten Angreiferinnen der Welt. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Volleyballerinnen ärgern sich über das Ausscheiden im Viertelfinale der Königsklasse in Istanbul – auch, weil es in Zukunft schwierig werden könnte, noch einmal so weit zu kommen.

Es war bezeichnend, dass die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart am Mittwochabend das Spielfeld in Istanbul mit hängenden Köpfen verließen. Sie sind ziemlich enttäuscht gewesen – ein bisschen auch über sich selbst. Schließlich hatte der Außenseiter die ersten zwei Sätze im Viertelfinalrückspiel der Champions League komplett verschlafen, und dann auch noch nach dem 18:18 im vierten Satz die kleine Chance vergeben, in den Tie-Break zu kommen und eine Sensation zu schaffen. Am Ende stand nach dem überragenden 3:2-Erfolg im Hinspiel in der Scharrena eine 1:3-Niederlage (15:25, 15:25, 25:23, 19:25), die Weltauswahl von Fenerbahce Istanbuls zog wie erwartet in die Runde der letzten vier ein. „Wir haben eine unglaublich gute Saison in der Königsklasse gespielt“, sagte Sportdirektorin Kim Renkema, „so nahe dran waren wir am Halbfinale noch nie.“

 

Viermal standen die Stuttgarterinnen nun im Viertelfinale der Champions League. In Istanbul zeigte sich, dass es mit einer weiteren perfekten Leistung diesmal sogar mit dem Weiterkommen hätte klappen können, was aber ein Volleyball-Wunder gewesen wäre – der Etat von Fenerbahce liegt weit jenseits der Zehn-Millionen-Euro Marke, Allianz MTV Stuttgart hat nur rund ein Fünftel dieser Summe zur Verfügung. „Wir sind zwar stolz darauf, uns in Europa einen Namen gemacht zu haben“, sagte Kim Renkema, „und trotzdem ist es für ein Sportler-Herz schwierig zu sehen, dass man an die besten sechs Teams einfach nicht rankommt. Dafür wird es immer an viel Geld und etwas spielerischer Qualität fehlen.“

Das Problem: In den nächsten Jahren dürfte der Abstand noch größer werden. Das Gehaltsniveau im Volleyball steigt, die Summen, die in anderen Ländern gezahlt werden, können deutsche Vereine nicht aufbringen. „In Zukunft werden wir Spielerinnen wie Krystal Rivers oder Simone Lee nicht mehr verpflichten können“, erklärte Kim Renkema, „doch auch wenn die Wunder weiterhin ausbleiben, wird die Champions League immer ein schönes Abenteuer bleiben.“