Center-Managerin Andrea Poul besichtigt die Baustelle für das zukünftige Einkaufszentrum Milaneo Foto: Leif Piechowski

Andrea Poul bereitet als neue Center-Managerin die Eröffnung des zukünftigen Einkaufszentrums Milaneo vor - und freut sich auf die Herausforderung.

Stuttgart - Andrea Poul bereitet als neue Center-Managerin die Eröffnung des zukünftigen Einkaufszentrums Milaneo vor - und freut sich auf die Herausforderung.

 
Frau Poul, haben Sie sich in Stuttgart bereits eingelebt?
Seit Oktober letzten Jahres suche ich eine Wohnung in Stuttgart und bin immer noch nicht fündig geworden. Es ist echt schwer.
Sie sind in den vergangenen 13 Jahren bei der ECE viel herumgekommen. Wollen Sie in Stuttgart sesshaft werden?
Ich bin schon oft in meinem Leben umgezogen und habe immer wieder neue Menschen kennengelernt. Das ist toll, für eine gewisse Zeit. Aber ich möchte irgendwann ankommen. Diesen Standort habe ich bewusst gewählt, weil ich noch einmal eine Herausforderung wollte. Bei einem Projekt wie dem Milaneo kann man nicht nach zwei bis drei Jahren wieder gehen. Und obwohl meine Mutter traurig ist, weil sie mich lieber in der Nähe hätte, habe ich mich für Stuttgart entschieden. Ob für die nächsten zehn Jahre oder länger, kann ich jetzt noch nicht sagen.
Worin liegt die Herausforderung Ihrer neuen Aufgabe als Center-Managerin des Milaneo?
Ich habe noch nie einen Gebäudekomplex eröffnet, in dem es so unterschiedliche Einheiten gab. Mit den Wohnungen, den Büros und dem Hotel hat man zusammen mit den Einkaufsflächen ganz verschiedene Schnittstellen. Außerdem habe ich es hier auch mit einer Quartierserweiterung zu tun. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich dieses neue Quartier belebt. Das gastronomische Angebot ist hier bisher begrenzt, ich bestelle mir in der Mittagspause meistens etwas. Deshalb freue mich darauf, dass man bald am Mailänder Platz sitzen und etwas essen kann. Außerdem wurde das Objekt bisher nicht gerade positiv besprochen. Solche Herausforderungen liebe ich.
Wollen Sie einen Imagewechsel des Milaneo erreichen?
Ich freue mich darauf zu sehen, wie das Milaneo gemeinsam mit dem Gerber und dem Dorotheenquartier funktionieren wird. Ich bin davon überzeugt, dass die Innenstadt dadurch noch mehr an Attraktivität gewinnt.
Die Einzelhändler in der Innenstadt fürchten die Konkurrenz durch das Milaneo. Verstehen Sie diese Ängste?
Vorbehalte haben vor allem kleinere, alteingesessene Händler. Diese Angst kann ich durchaus nachvollziehen, auch wenn ich sie für weitgehend unbegründet halte. Denn das Angebot des typischen Einzelhändlers in der Innenstadt kann das Milaneo gar nicht bieten. Ich weiß, dass ich die Ängste vor der Eröffnung nicht komplett nehmen kann, aber ich biete allen Interessierten Gespräche oder eine Baustellenführung an. Meine Tür steht immer offen.
Ist eine Zusammenarbeit mit der City-Initiative von Ihrer Seite erwünscht?
Ich stehe in Gesprächen mit der City-Initiative, aber wir sind ganz am Anfang. Unser Interesse an einer Zusammenarbeit mit der City-Initiative ist hoch. Es wäre verkehrt, wenn wir nur auf uns schauen würden, denn wir sehen uns als Teil der Innenstadt.
Die ECE gilt als perfekt organisiert. Haben Sie überhaupt eine Chance, dem Milaneo einen persönlichen Stempel aufzudrücken?
Ja, das würde ich schon sagen. Das kann ich zum Beispiel über Werbemaßnahmen machen. Außerdem leben wir stark von unseren Events. Diese müssen zu Stuttgart passen. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass Fasching hier ein Thema ist. Das heißt, man kann im Milaneo eine Faschingsbühne aufbauen und Faschingsvereine einladen. Um ein Beispiel zu nennen: In Ludwigshafen sind wir mit dem Center direkt am Rhein, da habe ich einen Beach-Club angesiedelt. Das ist völlig untypisch auf einer Treppenanlage. Aber in Ludwigshafen sorgt das dafür, dass die Leute im Einzugsgebiet wegen des Beach-Clubs kommen und dadurch auch ins Center gehen. Hier fehlt mir noch die Idee für etwas, das es bisher nicht gegeben hat.
Wie kommen Sie mit der Mentalität der Schwaben zurecht?
Eine meiner besten Freundinnen ist Schwäbin. Ich sage immer: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus. Immer wenn ich in eine neue Stadt komme, warnt mich vorher jemand, dass die Leute schwierig sind. Aber ich hatte nie Probleme. Ich habe überall Freundschaften geschlossen, deshalb freue ich mich auch jetzt, hier zu sein.
Wo gehen Sie am liebsten einkaufen?
Im Sommer, wenn das Wetter schön ist, zieht es mich zum Einkaufen in die Innenstädte. Ich war schon oft in der Königstraße zum Bummeln und Kaffeetrinken. Dafür nehme ich mir drei bis vier Stunden Zeit. Bei schlechtem Wetter gehe ich dagegen in Einkaufszentren. Da geht es mir dann mehr darum, dass es schnell geht und bequem ist.