An seinem Instrument schätzt Till Schuler dessen Vielseitigkeit: „Es ist wichtig fürs Zusammenspiel im Orchester, macht sich aber auch bei Solo-Auftritten gut“, sagt der junge Musiker. Foto: Ralf Deckert

Der Freiburger Cellist Till Schuler fiel bereits im Kindesalter durch sein musikalisches Talent auf. Nun steht der 24-Jährige vor seinem ersten Engagement im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – einem Orchester mit Weltruf.

Mit dem Cello angefangen hat er im zarten Alter von drei Jahren in seiner Heimatstadt Stuttgart. 14 Jahre lang bis zum Abitur nahm er Unterricht bei der Cello-Lehrerin Lisa Neßling. Schon in der musikalischen Früherziehung fiel sein Talent auf. Das sei, so Till Schuler heute rückblickend, „ein großes Glück“ auf seinem Weg gewesen. Denn dass er und das Cello zusammenpassen, das sei „relativ früh klar“ gewesen.

 

Seither hat Till Schuler, von „Jugend musiziert“ angefangen („Da hab ich bis 2016 eigentlich immer mitgemacht“) bis zum angesehenen „Preis des Deutschen Musikwettbewerbs“ im Jahr 2021 zusammen mit dem Kammer-Trio ETA, immer wieder Preise und Wettbewerbe gewonnen und in der Klassik-Szene auf sich aufmerksam gemacht. „Ganz okay“ sei seine Ausbeute bei solchen Wettbewerben immer gewesen, so der Musiker. Seine Eltern seien beide Musiklehrer und hätten ihn stets unterstützt.

Vielseitiges Instrument

Als Mitglied des ETA-Trios hat er eine CD veröffentlicht, dann aber 2023 das Trio verlassen, weil er sich nicht auf das Repertoire als Kammermusiker festlegen wollte. Das Cello spreche ihn in seiner Vielseitigkeit an, sagt Till Schuler. „Ich arbeite mich gern in ganz unterschiedliche Musik ein“, sagt er. Er möge einerseits die Rolle, die das Instrument in der Musik Haydns und Mozarts als treibender, Rhythmus gebender Bass innehat. Aber auch die Möglichkeiten, die das Cello als Soloinstrument biete, seien verlockend für ihn: „Ich haue auch mal gern als Solist vor dem Orchester ein Dvořák-Konzert raus“.

Er spielt Klassik und Moderne

Auch in der Neuen Musik gebe es neben der spannenden Zusammenarbeit mit aktuellen Komponisten für ihn Stücke zu entdecken, die „schön klingen und Spaß machen“. Man könne dort halt nur noch nicht sagen, was Bestand haben werde und was nicht. Qualität in der Musik, so Till Schuler, habe für ihn viel mit dem Geschmack zu tun, mit dem etwas gespielt wird. Virtuosität als Selbstdarstellung sei nicht seine Sache. Und in seiner Freizeit höre er manchmal auch mehr Pop als Klassik und ist gern mit dem Rennrad unterwegs.

Studium führt ihn nach Freiburg

Nach Freiburg kam Till Schuler, weil er – neben der Qualität und Atmosphäre der Hochschule – bei dem international renommierten, in Freiburg lehrenden französischen Cellisten Jean-Guihen Queyras sein Masterstudium absolvieren wollte. Dessen Spielweise habe ihn immer schon beeindruckt, so Schuler. Und Queyras schwärmt im Gegenzug von seinem Schüler als einem Musiker, der nicht nur „technisch agil“, sondern auch „stets mit dem Herzen“ musiziere und dabei bodenständig und immer neugierig bleibe. Till Schuler bringe alles mit, was man als Musiker für eine große Karriere braucht, so sein Lehrer.

Großer Karriereschritt

Und tatsächlich steht der junge Musiker, der im Mai 24 Jahre alt wird und der ein 1720 in Rom gebautes Cello des berühmten Geigenbauers David Tecchler aus der Landessammlung Baden-Württemberg spielt, vor einem wichtigen Schritt auf seinem Weg: Im Mai beginnt er seine Zeit als Akademist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München. Als solcher nimmt er einerseits weiterhin Unterricht und tritt zusammen mit anderen Akademiemitgliedern auf, aber er ist auch Orchestermusiker in einem der weltweit führenden Symphonieorchester aus Deutschland. Die Musik für sein erstes Akademie-Konzert eignet Schuler sich jetzt schon an: Eine Bearbeitung für Kammerorchester der 7. Symphonie von Anton Bruckner. „Da ist viel drin fürs Cello“, sagt Till Schuler beim Blick in die Noten. „Ich freu mich sehr darauf!“