Manuel Hagel (CDU) ist Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl 2026. Auf Wahlkampftour kam er auch nach Schonach mit dem Format „Klartext im Maschinenraum“.
Der CDU-Ortsverband Schonach und die CDU im Schwarzwald-Baar-Kreis hatten zu dieser Veranstaltung mit Manuel Hagel eingeladen. Neben dem Spitzenkandidat der Landes-CDU begrüßte der Ortsvorsitzende Josef Spath den CDU-Kandidaten des Wahlkreises Andreas Braun und den Geschäftsführer und Gesellschafter der KBS Spritztechnik, Thomas Burger.
Außerdem mit dabei waren der Rektor der Hochschule Offenburg, Stephan Trahasch, und der Präsident der Handwerkskammer Konstanz, Werner Rottler. Moderiert wurde die Veranstaltung von der „Ersatzkandidatin“ Stephanie Martin.
In der ersten Hälfte der Veranstaltung ging es, nachdem sich Hagel näher vorgestellt hatte, um aktuelle Herausforderungen: die wirtschaftliche Lage, die Stärkung des Mittelstands, die Sicherung von Fachkräften, die demografische Entwicklung im ländlichen Raum, steuerliche Entlastungen, die Attraktivität von Arbeitsplätzen und die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger wieder mehr Netto vom Brutto erhalten können. Dazu hatte Manuel Hagel, der als Banker mit Finanzen durchaus vertraut ist, deutliche Worte: „Unsere soziale Marktwirtschaft steht derzeit unter Druck“. Man werde sich in Zukunft nicht mehr so viel leisten können. Thomas Burger meinte, Leistung müsse sich wieder lohnen – heute seien Facharbeiter in der Steuertabelle bereits Spitzenverdiener.
Unter Druck
Andreas Braun stellte fest, man könne sich aus der Lage herausarbeiten, nicht jedoch herausschrumpfen. Die Familie Burger sei beredtes Beispiel – nicht meckern, vielmehr die Ärmel hochkrempeln. „Was Menschen hier früher geschafft haben, schaffen wird auch“, so sein Credo. Die Problematik seien hierzulande immense Arbeits-, Energie- und Rohstoffkosten, rechnete Hagel vor. Er kritisierte die Bildungspolitik und einen „Akademisierungswahn“. Ein gut ausgebildeter Handwerker habe heute bessere Aussichten als ein mittelmäßiger Bachelor.
Trahasch widersprach: „Wir brauchen auch kluge Ingenieure“. Hagel gab an, er tendiere dazu, dem Handwerksmeister die Kosten für seine Ausbildung ebenso zu erlassen wie Studierenden. Fachkräfte – ein Thema, das auch Burger umtreibt. Aber im Unternehmen beginne das mit Ungelernten, gehe über gewerbliche Fachkräfte auch zu Bachelorn und Mastern. „Wir haben derzeit acht Azubis aus Indonesien, die enorm motiviert sind“, gab Burger an. Er habe ein sehr beschränktes Einzugsgebiet und wenig Auswahl an Azubis – „wir haben es mal gewagt und bisher gute Erfahrungen.“
Azubis aus Indonesien
Hagel sprach seinen Dank aus fürs Festhalten am ländlichen Raum. „Wenn sich Ausländer gut integrieren, sollen sie arbeiten – auch wenn die Deutschkenntnisse nicht gut sind. Am Arbeitsplatz lernt man die Sprache schneller als im Deutschkurs“, war er sicher. Realschüler finde man wenige auf dem Arbeitsmarkt, da die Mehrzahl gleich an weiterführende Schulen ginge, hatte Hagel erkannt. „Wir brauchen wieder ein gut gegliedertes Schulsystem, mit starken Haupt- und Realschulen – und die Grundschulempfehlung müsse wieder verbindlich werden. Ebenso wolle er gerne ein verbindliches letztes Kindergartenjahr. „Wenn ein Kind die erste Klasse besucht, sollte es Deutsch können – das ist nicht Rechts noch Links – das ist einfach vernünftig“, räumte er ein. Hagel ist sicher, dass die Welt Deutschland um die Duale Ausbildung beneidet – und mittlerweile hätten das sogar viele Gymnasiasten erkannt. Daher schwebe ihm vor, die Berufsorientierung zu fördern.
Wettbewerbsfähigkeit erhalten
Es geht darum, wie Wettbewerbsfähigkeit erhalten und ausgebaut werden kann – und was Politik hierfür konkret tun muss.
Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Gäste die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Anliegen vorzubringen. Wie Max Haberstroh das tat: „Was gedenken Sie für die Energiepolitik zu tun?“ Hier wolle er nicht schimpfen, den Schlamassel hätten alle zu verantworten. Die Energiepreise hingen zu einem großen Teil am Netzentgelt.
Problematisch sei aber der Netzausbau – „wir können uns nicht leisten, viele Jahre mit Planung zu vergeuden. Dazu ist es sinnvoll, Windrädern nur dort zu bauen, wo es Sinn macht.“ Gewagte Thesen hatte Schonachs Bürgermeister im Gepäck: Zum einen sollte man nachdenken, ob man nach der Schule nicht ein Pflicht-Ausbildungsjahr fordern sollte. Auch den Bürokratieabbau mahnte er an.