Annette Widmann-Mauz bei einem Besuch in der Hechinger Innenstadt. Foto: Klaus Stopper

Annette Widmann-Mauz tritt nicht mehr für den Bundestag an. Die CDU im Wahlkreis Tübingen sucht nun einen neuen Kandidaten für die Bundestagswahl.

Annette Widmann-Mauz (CDU) tritt bei den Bundestagswahlen im nächsten Jahr nicht mehr an. Ihr Mandat als Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises 290 Tübingen will sie bis zu ihrem Ausscheiden im Herbst 2025 weiterhin ausüben. Das hat Widmann-Mauz in einer Pressemitteilung am späten Donnerstagnachmittag bekanntgegeben. Die Politikerin aus Balingen wird dem Parlament dann gut 28 Jahre angehört haben und gilt daher als eines der Urgesteine der Unions-Bundestagsfraktion.

 

Wie der Deutsche Bundestag auf seiner Internetseite schreibt, ist sie seit 1998 Mitglied des Gremiums; unter anderem war sie von bis 2009 gesundheitspolitische Sprecherin und 2005 bis 2009 Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; 2009 bis 2018 fungierte sie als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, zeitweise war sie in politischen Kreisen gar als neue Gesundheitsministerin im Gespräch. In der aktuellen Legislaturperiode ist sie ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Kultur und Medien.

„Der richtige Zeitpunkt, den Staffelstab in jüngere Hände weiterzugeben“

Wie Widmann-Mauz mitteilt, sieht sie nun den „richtigen Zeitpunkt, den Staffelstab in jüngere Hände weiterzugeben“. Das auch vor dem Hintergrund, dass sich die CDU wieder „auf Erfolgskurs“ befinde, „wir sind wieder da und haben alle Chancen“ – soll heißen: Ein solches Umfeld verbessert die Möglichkeiten, die ein potenzieller Nachfolger haben wird.

Die Politikerin richtet sich direkt an die Bürger: „Ihnen und allen unseren Wählerinnen und Wählern danke ich deshalb von Herzen, denn bis heute habe ich das große Privileg, den schönsten Wahlkreis Deutschlands in Berlin zu vertreten und für die Menschen in unserer Region zu arbeiten.“

„Für mich beginnt eine neue Zeit. Auf einem neuen Weg, ins Offene, voll Neugier und Zuversicht“

Wie es mit Widmann-Mauz, Jahrgang 1966, nach der Bundestagswahl 2025 weitergeht? In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Für mich beginnt eine neue Zeit. Auf einem neuen Weg, ins Offene, voll Neugier und Zuversicht.“

Ihre parlamentarische Arbeit wolle sie „mit voller Kraft“ fortsetzen. Konkretisieren wollte Widmann-Mauz das am Donnerstagabend nicht. Wie das Abgeordnetenbüro mitteilt, stand zunächst die Information an die Mitglieder im Vordergrund, am Abend soll demnach ein Treffen mit „Mitstreitern des CDU-Kreisverbands Tübingen“ stattgefunden haben.

Vorsitzender der Kreis-CDU „bedauert“ die Entscheidung

Auch im Zollernalbkreis kam es am Donnerstagabend zu ersten Reaktionen. Joachim Rebholz, stellvertretender Vorsitzender der Kreis-CDU, „bedauert“ die Entscheidung von Annette Widmann-Mauz – so wie auch „alle anderen CDU-Mitglieder im Kreis“, wie Rebholz kurz nach Bekanntwerden der Nachricht sagte. „Sie kommt aus unserer Mitte, und wir alle sind sehr stolz auf sie und darauf, dass sie uns so lange in Berlin vertreten hat“, so Rebholz weiter. Sie sei eine „Ur-Balingerin“, habe eine Wahnsinnskarriere gemacht und sehr viel erreicht.

Dass Frauen in politischer Ämter kommen, sei ihr immer ein Anliegen gewesen. „Sie selbst war ja lange Vorsitzende der Frauen-Union.“

Um den Wahlkreis habe sie sich damals beworben, weil er zum Zeitpunkt frei war. „Bis zu den Bundestagswahlen im Herbst 2025 bleibt sie uns ja noch erhalten“, sagt Rebholz abschließend.

Zur Person

Geboren
 wird Annette Widmann-Mauz 1966 in Tübingen, in Balingen wächst sie auf und machte dort Abitur.

Das Studium
 der Politik- und Rechtswissenschaften an der Uni Tübingen beendet sie nicht – sie wendet sich vor dem Abschluss der Politik zu.

1984 tritt sie der Jungen Union und der CDU bei und engagierte sich in der JU als stellvertretende Landesvorsitzende.

Den Vorsitz der Frauen-Union übernimmt sie 1995, 20 Jahre später den Bundesvorsitz der Frauen-Union Deutschlands.

Seit 1998 ist Widmann-Mauz Mitglied des Deutschen Bundestags.

Von 2000 bis 2009 ist sie Vorstandsmitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und seit 2003 stellvertretende Vorsitzende der CDU Baden-Württemberg.

Als gesundheitspolitische Sprecherin wirkt sie von 2002 bis 2009.

Von 2005 bis 2009 ist sie Vorsitzende der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit, und ab 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit. 2013 bis 2018 ist Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit.

Von 2018 bis 2021 wirkt sie als Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration im Bundeskanzleramt.

Seit 2012 ist Annette Widmann-Mauz auch Mitglied des Bundesvorstands der CDU Deutschlands, und seit Dezember 2018 Mitglied des Präsidiums der CDU Deutschlands.