Der CDU-Stadtverband erfährt bei einem Rundgang Wissenwertes über Anbau und Vermarktung.
Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Manuel Hailfinger und des CDU-Stadtverbands Hechingen trafen sich unlängst Interessierte auf den Streuobstwiesen von Timo Schäfer in Weilheim.
Daniel Jockisch vom Stadtverband betonte die Bedeutung der Streuobstwiesen als wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes und wertvollen Lebensraum mit Artenvielfalt. Die Gastgeber Sandra und Timo Schäfer gewährten Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Bewirtschaftung und Pflege der Streuobstwiesen.
Mit Fachkenntnis erklärte Timo Schäfer, welche Arbeit hinter dem Erhalt dieser Kulturlandschaft steckt: vom regelmäßigen Schnitt der Bäume über die schonende Pflege bis hin zur Ernte.
Aromatische Birnensorten
Er stellte auch die alten und aromatischen Birnensorten vor, die sich seit Generationen für die Destillation bewährt haben. Darunter sind die Palmischbirne, die Nägelesbirne und die Wahlsche Schnapsbirne. Er beschrieb zudem die feinen Unterschiede in Geruch und Geschmack der Früchte in verschiedenen Reifegraden.
Schon in jungen Jahren waren die Schäfers mit ihren Familien auf den Streuobstwiesen und in der Brennerei tätig. Die Liebe zu den Bäumen und zur Kunst des Destillierens wurde ihnen so gewissermaßen in die Wiege gelegt.
Bereits im Jahr 1880 betrieben Timos Vorfahren in Reutlingen ein Brennerei. Heute führen er und Sandra diese Tradition in ihrer Schaubrennerei in Weilheim fort und geben Gästen die Möglichkeit, die Kunst des Destillierens hautnah zu erleben. Eine Kostprobe dieser gelebten Geschichte konnten die Besucher direkt vor Ort genießen.
Streuobstförderung soll weiterlaufen
Ortsvorsteher Gerd Eberwein wies auf den Hutzel-Lehrpfad rund um Weilheim hin. Zudem appellierte er an den Landtagsabgeordneten, die auslaufende Förderung der Streuobstkonzeption Baden-Württemberg fortzuführen. Die Baumschnittförderung in Höhe von 15 Euro pro Baum sei für die Pflege vor Ort von großer Bedeutung.
Hailfinger unterstrich die Wichtigkeit der Streuobstwiesen: „Als Teil des größten zusammenhängenden Streuobstgürtels Mitteleuropas wollen wir unsere Streuobstwiesen als für die Biodiversität wertvolles Kulturgut weiterhin schützen und setzen uns für den Erhalt und die Pflege dieses naturschutzfachlich bedeutenden Lebensraums ein.“
Die Verwertung von Streuobst als Saft, Destillat oder in anderer Formen, sei ein Schlüssel zur Bewahrung der ökologisch wertvollen Flächen. „Wir begrüßen kreative Verwertungskonzepte wie die Vermarktung von regionalen Spezialitäten durch die Brennerverbände.“ Bei leckerem Fingerfood und guten Gesprächen ließ man den Abend in den Räumlichkeiten der Destilleriue Schäfer ausklingen.