Ein freudig strahlender Erik Pauly erhält Standing Ovations nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der CDU Schwarzwald-Baar. Foto: Rainer Bombardi

Der Kreisparteitag in Schwenningen brachte einen Führungswechsel und richtete den Blick auf die Landtagswahl 2026. Die Delegierten wählten den Donaueschinger OB an ihre Spitze.

Neuer Vorsitzender der CDU Schwarzwald-Baar ist Erik Pauly, dem während des Kreisparteitags in der Schwenninger Neckarhalle 93,64 Prozent der 111 Delegierten das Vertrauen schenkten.

 

In seiner engagiert geführten Vorstellung appellierte der Donaueschinger Oberbürgermeister Erik Pauly, sich wieder in vermehrtem Maße zur Mitgliedschaft in der CDU beziehungsweise einer demokratischen Partei zu bekennen.

Von der Kommune aus danach zu streben, dass sich die landes- und bundesweit aktuell aufgeheizte Stimmung wieder beruhige, bezeichnete er als eine große Herausforderung.

Pauly forderte, als CDU eine klare Positionierung zum Erhalt beider Klinikstandorte im Kreis zu beziehen, sich für eine Stärkung der Infrastruktur und für die Sorgen und Nöte der Menschen im Kreis einzusetzen.

Dank an die Vorgänger

Er dankte dem bisherigen Vorstand unter Leitung von Kanzleramtschef und Vorgänger Thorsten Frei, deren bisheriges Wirken die Weiterentwicklung der Kreisvorstandsarbeit vereinfache. Zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden wählten die Stimmberechtigten den Unterkirnacher Bürgermeister und Landtagskandidat Andreas Braun, Tanja Hall, Barbara Wild und die Donaueschingerin Katja Bremm.

Für die Finanzen ist Klaus Huber zuständig. Ins Amt des Kreisschriftführers wählte die Versammlung Adolf Schwab.

Digitalbeauftragter Nelson Ragg, Mitgliederbeauftragte Barbara Wild und Kreissprecherin Katja Bremm komplettieren den Kernvorstand.

Manuel Hagel als Redner

Die Versammlung war geprägt von Selbstbewusstsein und dem Willen, nach 15 Jahren Abstinenz nach der Landtagswahl am 8. März 2026 wieder in die Villa Reitzenstein einzuziehen. Der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten sowie CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel war vor Ort, um mit seiner Rede die Versammlung auf einen intensiven Wahlkampf einzustimmen.

Er sprach von riesigen Herausforderungen, vor denen sich das Land befinde, und bezeichnete den Einsatz von Leistung, Fleiß und Anstrengungen als Voraussetzung für Wohlstand. „Der Wert und die Würde der Arbeit ist wieder höher zu gewichten,“ so Hagel. Er erklärte zum Ziel, die Voraussetzungen so zu ändern, dass sich „Arbeit wieder lohnt“.

Für mehr Kauflaune

Seine Devise lautete: Investieren, Reformieren, Konsolidieren und alles dafür zu tun, dass die Kauflaune der Menschen im Land wieder ansteigt. Als CDU klare Position zu beziehen forderte stellvertretender Kreisvorsitzender Andreas Braun. Tanja Hall setzte sich zum Ziel, sich gemeinsam mit Erik Pauly mehr für die Belange vor Ort zu engagieren.

Der Landtagsabgeordnete Guido Wolf dankte Pauly für die Bereitschaft, sich als amtierender Oberbürgermeister in den Dienst der Partei gestellt zu haben und bezeichnete die CDU als Bürgerpartei. Wenn Strafbefehle wegen überhöhter Geschwindigkeiten schneller im Briefkasten seien als Baubewilligungen, laufe „etwas schief“, verwies er auf die Dringlichkeit eines Bürokratieabbaus. Landrat Sven Hinterseh sprach angesichts zweier Drittel Sozialausgaben im laufenden Haushalt von dringendem Korrekturbedarf, wenn die Finanzierungsmechanismen nicht aus dem Lot geraten sollen.

Anliegen der Kommunen

Einstimmig schloss sich der Parteitag dem Antrag von zwei Oberbürgermeistern und elf Bürgermeistern an die Landesregierung an, die Kommunen bei Schulneubauten und Sanierungen durch Anhebung der Zuschüsse, Auswärtigen-Zuschüsse und Härtefallfonds spürbar zu entlasten. CDU-Mitglied Christian Stark aus Döggingen forderte zudem, die Gemeinderäte und nicht nur die Bürgermeister vorab besser über das Thema zu informieren.