Als 2G-Veranstaltung führte die CDU-Ortsgruppe Schönwald ihre Jahreshauptversammlung 2019 und 2020 durch, mit der klaren Ansage des Vorsitzenden Adalbert Oehler, noch einmal zwei Jahre anzuhängen – dann aber sei für ihn Schluss, nach dann 40 Jahren als Kapitän.
Schönwald - "In der Politik ist es wie im täglichen Leben: Man kann eine Krankheit nicht dadurch heilen, dass man das Fieberthermometer versteckt", begann der Vorsitzende seinen Bericht und zitierte zum derzeitigen "Krankenstand" seiner Partei den Sänger und Schauspieler Yves Montand. Das beste Hausmittel, das die CDU sich selbst verordnen könne, heiße konstruktive Opposition und Rückbesinnung auf Programm und Werte.
Mit 41 Mitgliedern konstant
Gerade für jüngere Menschen sei es immer schwieriger, für sich in Traditionsparteien einen Platz zu finden. Vor Ort bemühe man sich nach besten Kräften um eine gute, zukunftsweisende Politik. Probleme anzupacken, optimistisch-realistisch zu arbeiten, auch im Zusammenwirken aller Fraktionen im Gemeinderat. Coronabedingt seien die Projekte vor allem 2020 und nun auch 2021 stark reduziert worden, während 2019 noch ein normales Jahr gewesen sei. Der Ortsverband habe sich mit 41 Mitgliedern nahezu konstant gehalten.
Keine nennenswerten Aktivitäten
2019 habe man, damals noch im "Löwen" auf der Escheck, die letzte Hauptversammlung gehabt, stellte Schriftführer Hubert Waldvogel fest. Danach folgten zwei höchst unterschiedliche Jahre. Während 2019 noch ganz normal gewesen sei, habe es 2020 kaum noch nennenswerte Aktivitäten gegeben.
Kasse wird klamm
Schatzmeister Stefan Dold stellte einmal mehr fest, dass der größte Teil der Mitgliedsbeiträge direkt weitergeleitet werde an den Kreisverband. Da im Jahr 2019 die Kommunalwahlen gewesen seien, leerte sich die Kasse trotz hoher Spenden enorm. Zwar sei 2020 mit einem kleinen Gewinn zu Ende gegangen, dennoch warnte Dold, dass man bald kein Geld mehr habe. Vielleicht sollte ein Teil der Einnahmen bei Aktivitäten auch der eigenen Kasse zugutekommen. Die Kassenprüfer Bianca Fattler und Rudi Schätzle bescheinigten dem Finanzchef eine einwandfreie Kassenführung.
Bürgermeister spricht Mut zu
Bürgermeister Christian Wörpel meinte, dass man hoffentlich bald zum normalen Leben zurückkehren könne. Derzeit erlebe die CDU ein schweres Leiden, sowohl im Land als auch im Bund, während es im Gemeinderat noch recht ordentlich zugehe. Obwohl Fieber eigentlich nicht immer schlecht sei. Dem Ortsverein sprach er Mut zu, sich weiterhin so zu engagieren.
Bericht aus der Fraktion
Aus der Gemeinderatsfraktion berichtete Clemens Herrmann. Keine Traumschlösser wolle man bauen, sondern Dinge, die allen Schönwäldern zugutekommen. Leider sei das Baugebiet Sommerberg schon fast wieder voll. Vorwärts gehe es mit dem Projekt Nahwärme. Positiv habe sich das Thema Seniorenwohnen entwickelt. Eine neue Ortsbeschilderung sei auf dem Weg, Breitband werde derzeit mit Volldampf verlegt, teils verbunden mit der Straßensanierung, teils werde diese auch ohne Breitbandverlegung dort durchgeführt, wo es unerlässlich sei.
Fragezeichen bei Kindersommer und Altenmittag
Wie es mit dem Kindersommer und dem Altennachmittag weitergehen soll, konnte auch in der jetzigen Sitzung nicht endgültig geklärt werden. Die gesammelten Spenden wurden mit deutlich mehr als 47 300 Euro für die Einrichtung des Naturfreibads (Hang- und Wasserrutsche, Sonnensegel und Spielgeräte) vergeben. Künftig sollen diese allen Schönwälder Spielplätzen zugutekommen. Intern habe man darüber nachgedacht, den Kindersommer unter Verzicht auf die Nachtwanderungen auf die Modellbauschau zu reduzieren, und beim Altennachmittag denke man darüber nach, diesen vielleicht in Zusammenarbeit mit dem DRK weiterzuführen.
Ehrungen
Geehrt wurden für 30-jährige Mitgliedschaft Werner Kaltenbach, Karl Rombach sowie Michael Oehler, für 40 Jahre Adalbert Oehler selbst.
Jubiläum erneut vertagt
Erneut vertagen musste man die Jubiläumsfeier des Ortsvereins: Bereits 2016 wurde diese zu 70 Jahren aus den verschiedensten Gründen verschoben, in diesem Jahr sei die 75-Jahr-Feier wegen der Pandemie ausgefallen. Er hoffe, in fünf Jahren wenigstens den 80-er würdig begehen zu können, so Oehler abschließend.
Wahlen
Bei den Wahlen wurde Kontinuität gelebt: Wiedergewählt wurden Adalbert Oehler als Vorsitzender, sein Stellvertreter Wolfgang Storz, ebenso Schatzmeister Stefan Dold und Schriftführer Hubert Waldvogel. Auch Ludwig Dieterle, Klaus Dold, Manfred Fattler, Karl Rombach, Michael Stilz, Klaus Storz, Sebastian Storz und Marliese Walter wurden einstimmig in den Beirat gewählt. Die Kasse wird weiterhin von Rudi Schätzle und Bianca Fattler geprüft.