„Wir müssen uns den Veränderungen stellen!“, fordert Volker Kauder Foto: CDU

Der CDU-Politiker Volker Kauder spricht in Vöhringen über die neue Weltpolitik, die Macht und das Recht.

„Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit.“ Bundesweit ist der CDU-Politiker Volker Kauder, lange Jahre Fraktionsvorsitzender CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit diesem Satz bekannt.

 

Dass er dafür steht wie vermutlich nur wenige Spitzenpolitiker, zeigte er einmal mehr bei der gut besuchten Veranstaltung der drei CDU-Verbände Vöhringen, Dornhan und Sulz im Mehrzweckraum der Tonauhalle.

Konsequenzen für Deutschland

In seinem Vortrag zu dem aktuellen Thema „Die neue Weltpolitik: Macht oder Recht“ nahm der CDU-Politiker die Teilnehmer mit auf die Zeitreise der vergangenen 80 Jahre mit der früheren Zweiteilung der beiden Blöcke über die Nachrüstung („mit ganz erbitterten Diskussionen“), den Zerfall der Sowjetunion und die „Friedensdividende“ bis zur heutigen Situation. Nichts mit „Ende der Geschichte“, wie zu Beginn der 1990er-Jahre von einem japanisch-amerikanischen Autor prognostiziert.

Sichtbar durch den Überfall Putins auf die Ukraine („Russland will als europäische Macht wahrgenommen werden“) wie auch durch das Bestreben Chinas um die Weltherrschaft. Und Trump, der sagt: „Ich nehme es mir, weil ich dazu die Macht habe.“ All dies mit Konsequenzen für Deutschland.

Immer noch optimistisch

Kauder, der sich den Satz des Verteidigungsministers, dass Deutschland „kriegstüchtig“ werden müsse, nicht zu eigen macht und lieber davon redet, dass wir uns verteidigen können müssen. Und, so die Botschaft des überzeugten Europäers und Christdemokraten: „Wir haben etwas zu verlieren. Und wir müssen wirtschaftlich wieder stark werden. Die Menschen hatten Respekt vor uns, vor dem, was wir geleistet haben. Was heißt, dass wir wieder wettbewerbsfähig werden müssen. Und wir brauchen Europa. Gerade in einer Zeit, in der die Amerikaner das Interesse an Europa verloren haben.“

Nachdenkliche, aufrüttelnde Gedanken eines Politikers, der bei allen Herausforderungen seinen Optimismus nicht verloren hat: „Wir müssen uns anstrengen, müssen uns den Veränderungen stellen!“ Sein Schlusswort, nach zweistündigem Vortrag und vertiefender Diskussion, in Abwandlung eines geflügelten Wortes: „Wir können es schaffen!“